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Supernatural – Staffel 6

Der Autor des Mardermolchs wundert sich, ob ausser ihm und seiner Schwester eigentlich sonst noch wer Supernatural anschaut.

Bisher zeichnete sich die Mystery-Serie Supernatural dadurch aus, dass sie von Staffel zu Staffel besser wurde. Nummer 5 fand mit der vorläufigen Abwendung der Apokalypse einen fulminanten Höhepunkt, Sam hatte sich geopfert, Dean sein Familienglück gefunden, alles in bester Ordnung. Wenn da nicht die Geldgier der Produzenten gewesen wäre. Wegen dem enormen Erfolg von Supernatural musste natürlich nach den Gesetzen Hollywoods die Kuh weiter gemolken werden und die eigentlich auf fünf ausgelegte Geschichte bekam eine sechste (und siebte) Staffel verpasst. Und, bei aller Liebe für die Winchester-Buben: niemand versäumt ernsthaft etwas, wenn er einfach die letzte DVD der sechsten Staffeln ins Laufwerk schiebt, sich die Zusammenfassung und anschließend die drei letzten Folgen ansieht. Diese sind nämlich auf dem gewohnt hohem Niveau, der ganze charismatische (Ur-)Cast ist versammelt, die neu eingeführten, größtenteils unsympathischen (Sam Senior) und überflüssigen Figuren (die neuen Jäger) abgemurkst. Alles deutet darauf hin, dass den Autoren die Ideen ausgegangen sind und sie schlicht keine Ahnung hatten, was sie in 22 neuen Folgen noch so erzählen könnten. Doch statt der grandiosen Vorlage um den Krieg zwischen Himmel und Hölle dramatische Tiefe zu verpassen, spinnen sie einen kruden Plot um die Rückkehr eines seelenlosen Sam aus der Hölle, stricken daraus einen Konflikt zwischen den beiden Brüdern, der sich über zwei Drittel der Staffel erstreckt, eine durchgehend finstere Drama-Atmosphäre erzeugt und geschuldet seinem Kammerspielcharakter die große Geschichte fast völlig aus den Augen verliert. Schlimmer noch: Supernatural kehrt zurück zu seinen mauen Wurzeln und erzählt in nahezu jeder Episode eine abgeschlossene Geschichte, in der ein anderes Fabelviech zur Strecke gebracht wird, während sich Sam und Dean wieder zusammenzuraufen versuchen.

Das erste Problem an dieser Herangehensweise: serientypisch haben alle Monster eine menschliche Form. Völlig egal ob Drache, Spinne oder Phönix. Das wird streckenweise auf alberne Spitzen getrieben, wenn ein Spinnendämon in weiblicher Menschenform seine Opfer einspinnt oder es die Brüder plötzlich mit Feen zu tun bekommen, die allerdings wie ganz normale Leute aussehen. Dass das auch besser ginge, zeigt die Folge mit dem Hirnwurm, die ist aber leider eine Ausnahme. Das Ergebnis der penetranten “Vermenschlichung” ist eine seltsame Beliebigkeit und nur wenig Grusel-Feeling.

Das zweite Problem: Supernatural tat sich noch nie leicht damit, eine glaubhafte Weltuntergangatmosphäre aufzubauen. Da droht die Apokalypse und die Helden finden trotzdem immer noch Zeit, hier und dort unwichtiges Dämonengesockse zu vermöbeln. In der Welt spiegelt sich das Armageddon gar noch weniger wieder, vereinzelt berichteten früher TV-Übertragungen von Katastrophen-Häufung, aber auch dieses Element ließen die Autoren leider schnell wieder fallen. In der sechsten Staffel nun ist kaum mehr eine Bedrohung zu spüren und alle Versuche, diese aufzubauen, scheitern kläglich. Die durchaus interessante Figur der Mother of All wird in wenigen Folgen gnadenlos verschenkt, der Krieg der Engel hat keinerlei spürbare Auswirkung auf die Menschenwelt. Auch die Mechanik krankt nach wie vor gewaltig und hält keiner genaueren Überprüfung stand. Mal sind Engel und Dämonen nahezu allmächtig, in Situationen, in denen deren Fähigkeiten kriegsentscheidend wären, sind sie aber dann entweder nicht da oder auf wundersame Weise blockiert. Der Wissensstand und die Fähigkeiten einzelner Figuren variieren, je nachdem wie es der Plot gerade erfordert und vor allem der Charakter des Dean setzt mehr als einmal völlig krude Wertevorstellungen an.

Warum ich trotzdem durchgehalten habe, ist hauptsächlich den Nebenfiguren auf die Fahnen zu schreiben. Immer wenn die Engel Castiel und Balthasar, Teufelsanwärter Crowley, Deans Love-Interesst Lisa und der etablierte Brummbär Bobby Singer auftauchen, ist gute Unterhaltung garantiert. Es ist mir ein unerklärliches Rätsel, warum Supernatural diese Stärken nicht besser nutzt. Und eine stringentere Geschichte erzählt. Dann würde sich die sechste Staffel nicht dauernd verzetteln, man könnte wie in der Vorgängerstaffel einen ordentlichen Bösewicht aufbauen und alles wäre gut. Zwischendurch blitzt übrigens dann doch immer wieder mal der etablierte Serienhumor durch. Da beäugt Dean in Erwartung einer unbekannten Bedrohung eine vibrierende Wasserpfütze und konstatiert trocken “T-Rex?”, in einer Folge ändert Engel Balthasar die Geschichte und lässt die Titanic nicht sinken, weil er somit die Entstehung von Celin Dions “My Heart will go on” verhindern will und ein anderer Engel schickt Dean und Sam in ein Paralleluniversum, in dem sie plötzlich die beiden arroganten Schauspieler Jensen Ackles und Jared Padalecki sind, die gerade die TV-Serie Supernatural drehen.

Immer dann ist die sechste Supernatural-Staffel ganz groß. Und auch am Ende, wenn sich der Plot wieder verdichtet und die Autoren dann doch noch ein überraschend mutiges Finale hinbekommen, das durchaus Lust auf Staffel 7 machen würde… Nur dass ich diesesmal standhaft bleiben werde und die Geschichte hier für mich endet.

(Wer mag, kann sich sich hier den leicht spoilerigen Trailer ansehen…)

 

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Das Gürkchen.

Ich habe mir vorgenommen, nicht mehr so gemein zu sein. Den Sarkasmus im Holster stecken zu lassen. Beide Augen bei Sprachvergewaltigung zuzudrücken. Lieb und umgänglich zu werden. Nun. Steckt natürlich eine Frau dahinter. Also betet, dass ihr Einfluss anhält und Dr. Hide in Zaum gehalten wird!

Deshalb musste auch mein hier kurz veröffentlichter Kommentar über das Dschungelcamp und den Bachelor zurück in die Brutstätte der Entwürfe, dort werden dann noch seine Kanten abgeschliffen, damit sich keiner mehr ein blutiges Kinn holt.

Folglich ist das hier derzeit ein ruhigeres Pflaster, drum erlaub’ ich mir, zur Belustigung einen alten Beitrag aus dem Jahr 2006 (Kinder wie die Zeit vergeht…) zum Thema Partnerbörsen zu exhumieren, die Jüngeren unter Euch kennen sicher den famosen Gürkchen aka Hans-Peter noch nicht. Vielleicht hätte ich auch heute mehr Erfolg im Online-Dating, wenn ich dem Guten mal wieder ein paar Ratschläge aus dem Kreuz leiern würde…

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Wie dem ein oder anderen bekannt sein dürfte arbeite ich in München bei einer Firma, der unter anderen eine große Internetpartnerbörse gehört. Dort bin ich zu Administrationszwecken mit mehrenen Accounts angemeldet, unter anderem als Gürkchen. Gürkchen (links im Bild) ist 71 Jahre, hat graue Augen, Hauptschulabschluß und mehr als 2 Kinder. Er ist bei den Frauen ungemein beliebt.

Um den Schlagabtausch unten zu verstehen, müßt Ihr eigentlich nur wissen, daß man sich in dieser Partnerbörse kleine digitale Briefchen (Messages) schicken kann, sowie JEDERZEIT die Möglichkeit hat mit einem einfachen Klick jemand anderen zu „blocken“, so daß dieser einem fortan keine Messages mehr schicken kann.
Der folgende Briefwechsel mit „Knudelmaus“ fand über mehrere Wochen statt und hat sich tatsächlich so zugetragen.

Knudelmaus: Mein gott alter sihst du schäbisch aus geh in die klapse zurück

(ca. eine Woche später) Gürkchen: Wie meinen?

Knudelmaus: na du alter sack bieste wieder in der klapse

Gürkchen: Du bist verliebt in mich!

Knudelmaus: baah doch nicht in dich alter komm mal auf dein leben klar und lass mich in ruhe

Gürkchen: Wieso in Ruhe lassen, Du hast doch angefangen?

Knudelmaus: junge hals maul und lass mich in ruhe!!!!!!!!! du geh in deine klapse zurück!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Gürkchen: Ich muß Dich darauf hinweisen, daß ich nicht mehr jung bin, also nenn mich nicht „Junge“. Weiß Papi daß Du im Internet surfst? Du darfst ruhig ein wenig höflicher zu mir sein.

Knudelmaus: lass mich in ruhe du alter sack ich bin nicht netter ich bin so höfflich wie ich sein will hast du das kappiert oder bist du so doof und raffst nichts

Gürkchen: Eigentlich bin ich recht schlau. „Kapiert“ schreibt man mit einem „p“.

Knudelmaus: alter was raffst du nicht??? DAS DUMICH IN RUHE LASSEN SOLLST ODER WAS???

Gürkchen: Ach Mausilein, was gehst denn gleich in die Luft? So schlimm ists auch wieder nicht daß Du nicht schreiben kannst, ich werde es Dir lernen.

Knudelmaus: bahh junge nen mich niewieder mausi haben wir uns verstanden !!!!!!!!!!!!!?????????????? ich kann schreiben aber du musst dir erst mal nen dudden kaufen

Gürkchen: Aber Mausi, was ist denn ein Dudde? Meinst Du das Wörterbuch?

Knudelmaus: junge lass mich endlich in ruhe oder bist du schwul!!!!!!!!??????????? halt deine fresse und lass mein freundinn in ruhe haben wir uns verstanden ?????????sonst klatsch ich dir eine!!!!!!!!!!das versprech ich dir!!!!!!!!!!!und geh dir mal ne schöhnheits zulegen!!!!!!!!!!!!!

Gürkchen: Wer bist Du denn jetzt? Die große Schwester? Wart Ihr denn mal auf einer Schule? Also da wo einen die Eltern hinschicken, damit man etwas lernt, und so? Und wie willst Du mir denn eine klatschen?

Knudelmaus: junge halt dein dummes maul haben wir uns verstanden ja wir waren auf der schule aber du wahrscheinlich nicht lass die und mich in ruhe

Gürkchen: Wieder ohne Punkt und Komma, tststs. Wie alt bist Du eigentlich? Übrigens: Ich bin nicht jung wie ich bereits erwähnte, also nenn mich nicht immer Junge.

Knudelmaus: alt genug und lass mich endlich in ruhe du alter sack.das punkt und komma sind mir für dich zu schade!!!!

Gürkchen: ach, jetzt bin ich plötzlich ein alter Sack?. Es muss “Der Punkt” heißen. Außerdem wieder viel zu viele Ausrufezeichen. Du lernst es einfach nicht. Soll ich Dir Nachhilfe geben, Mausi?

Knudelmaus: nee danke und wievieleausrufe zeichen ich mache ist meine sache .

Gürkchen: Lass Dir halt sagen wenn Du was falsch machst. Oder willst Du ewig doof bleiben?

Knudelmaus: jajajaj und du lass dir sagen lass uns in ruhe!hast du keine freunde denen du auf die nerven gehen kannst?

Gürkchen: Doch, Dich!

Knudelmaus: was willst du?

Gürkchen: Schmusen.

Darauf kam dann leider keine Antwort mehr…

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Zen mit Katzen und Gedärm.

…und zur Abwechslung mal wieder jüngst und unjüngst Konsumiertes, für jeden was dabei, garantiert spoilerfrei und mit viel Liebe geschrieben.

Bunraku (Bluray)
Woody Harrelson, Josh Harnett und Ron Perlman in einem Film? Noch dazu in einem asiatisch angehauchtem Neo-Western auf den Spuren von Sin City? DAS kann doch so schlecht nicht sein, zumal der Trailer ein krudes Feuerwerk schräger Ideen erwarten ließ. Der Streifen, der in einer Zukunft spielt, in der Schusswaffen verboten wurden und die Menschen sich wieder mit Samurai-Schwertern und Kampfsport die Schädel einschlagen, ist überstilisiert, mit Scherenschnitt-Kulissen ausgestattet, in grellen Farben ausgeleuchtet, und strapaziert westliche Sehgewohnheiten trotz der bekannten Schauspieler. Bunraku kann sich über die gesamte Laufzeit nicht entscheiden, ob er denn nun Fisch oder Fleisch sein will und findet deshalb zu spät seinen Rhythmus. Kann man sich trotzdem drauf einlassen, vor allem dank dem gut aufgelegtem Woody Harrelson, insgesamt aber sehr gewöhnungsbedürftig.
2/5

The Expandables (Bluray)
Im Kino verpasst, bis jetzt der Special Edition für’s Heimkino hinterhergejagt, endlich gefunden und The Expandables dann doch noch gesichtet. Launiges Krawall-Feuerwerk, angenehm hart und handgemacht, sympathischer Cast und süßer Love Interest. Schon lange nicht mehr so einen geradlinig unterhaltsamen Film gesehen. Bin gespannt auf den zweiten Teil (dann sogar mit Chuck Norris!).
5/5

Der gestiefelte Kater (Kino)
Der kultige Kater aus dem Shrek-Universum hat seinen ersten eigenen Film spendiert bekommen. Und da dürfen gerne noch weitere folgen, wenn die Nachfolger ebenso charmant, süffisant und lustig daherkommen wie der Auftakt. Die Handlung darf dann gerne eine richtige sein und nicht nur ein Vorwand dafür, um Kater und Gefolge von einer Action-Sequenz zur nächsten hasten zu lassen, 3D ausnahmsweise auch gerne, wenn die Effekte wieder so gewitzt eingesetzt werden, dass selbst ich mich im Kino wegducke, und da das komische Ei eh tot ist, kann im Nachfolger dann ein besserer Sidekick eingeführt werden.
4/5

Sherlock Holmes – Spiel im Schatten (Kino)

Der Auftakt zu Guy Ritchies Frischzellenkur der Meister-Detektiv-Mär geriet zwar ganz passabel, aber zumindest für meinen Geschmack zu behäbig, die Nebenfiguren samt Handlung zu uninteressant, das Verhältnis Holmes/Watson zu frostig. Der Nachfolger Spiel im Schatten kann da schon mehr und das ist vor allem der intensivierten Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren zu verdanken. Holmes und Watson harmonieren nun viel besser und machen es mir somit viel leichter, mich mit den beiden zu identifizieren und mich auf die Handlung einzulassen. Die fährt mit Professor Moriarty einen passablen Gegenspieler auf, der ruhig etwas eher schon seine Motivation hätte offenbaren dürfen, denn die erste Hälfte des Films wusste ich eigentlich nie so recht, wohin die Story eigentlich genau will. Besagte Rekalibrierung der Hauptfiguren, phänomenale Action (Stichwort Flucht durch den Wald) und das grandiose Finale (das Schachspiel zwischen Holmes und Moriarty) machen das aber mehr als wett.
4/5

Planet der Affen Prevolution (Bluray)
Na schön, ich geb’s zu. Im Kino wollt ich den nicht sehen weil mich die Thematik nicht angesprochen hat. Dann habe ich erfahren, dass da ja Freida Pinto mitspielt und habe doch zugeschlagen. Und fast wäre mir somit ein kleines Filmjuwel entgangen. Die Vorgeschichte zu den Planet der Affen-Filme ist nicht weniger als eine kleine Sensation, denn seit langem mal wieder findet sich ehrlicher Anspruch in einem Hollywood-Blockbuster, der trotzdem prima zu unterhalten weiß. Leider ist die süße Freida nur schmückendes Beiwerk, der wahre Star ist der digitale Affe Cesar. Am Anfang braucht es eine kurze Eingewöhnungsphase um das animierte Viech zu akzeptieren, aber schon nach der ersten halben Stunde trägt die digitale Figur den Film mühelos alleine und degradiert die menschlichen Schauspieler auf die hinteren Plätze. Handlung gibt’s natürlich auch, die Story, wie es zum Aufstand der Affen und folglich der Herrschaft über die Menschen kam ist plausibel und stimmig erzählt und wem bei Cesars erstem gesprochenem Wort nicht ein Schauer über den Rücken läuft, der kann auch ohne mit der Wimper zu zucken beim Abschlachten von wolligen Babyrobben hinsehen.
5/5

Battle: Los Angeles (Bluray)
Einen Kriegsfilm wollte der Regisseur drehen, wie er im Making Of verrät. Einen Kriegsfilm gegen Aliens. Das Experiment glückte aber nur teilweise. Die limitierte Perspektive aus der Sicht eines Trupps Marines, der im alieninvasierten Los Angeles auf sich selbst gestellt ist, hat ihren Reiz, keine Frage. Details zur Katastrophe gibt´s nur durch die Kanäle, die auch den Soldaten zur Verfügung stehen, beispielsweise TV-Nachrichten, kein allwissender Erzähler klärt über Hintergründe auf. Der interessanten Grundidee steht allerdings die arg stereotype Zeichnung der Charaktere gegenüber. Es gibt den gefallenen Helden, den Angsthasen, den Draufgänger, das taffe Weib. Wie langweilig. Und vorhersehbar. Und als ob das nicht genug wäre, überzuckert der Film das noch mit einer ordentlichen Schicht amerikanischem Hurra-Patriotismus. Zwar rummst es ordentlich und das zerstörte L.A. ist nett anzusehen, die Suppe ist aber gleich nach Sichtung verdaut und vergessen.
2/5

Sex & Zen – Extreme Extasy (Bluray)
Als erster 3D-Pornofilm wird dieses Machwerk bezeichnet. Tatsächlich war Sex & Zen (übrigens ein Remake) in China angeblich erfolgreicher als Avatar. Erschließen tut sich das einem nicht wirklich, denn weder handelt es sich hier um einen echten Pornofilm, noch um ein Meisterwerk. Die Geschichte um einen Kerl, der sich einen Eselspenis annähen lässt, um im Lusttempel eines grausamen Despoten die Frauen besser beglücken zu können und am Ende dann doch die wahre Liebe findet, beginnt zunächst als schnulzige Liebesgeschichte, wandelt sich schließlich in einen Softsexfilm und endet in einer wüsten Splatter-Orgie. Der erste Teil ist vernachlässigbar und durch seinen Asia-Kitsch nur schwer zu ertragen, die Schnackslerei ist dank der schönen und offenherzigen Darstellerinnen nett anzusehen und wer nicht über einen soliden Magen verfügt, sollte sich den finalen Teil lieber sparen, hier wird munter amputiert (Penisse!) und vergewaltigt bis die rote Soße fast aus dem TV-Gerät suppt. Eine seltsame Mischung, doch macht gerade die den experimentellen Reiz des Films aus. Wer sich drauf einlassen mag, könnte also mit einem kruden Feuerwerk schriller Ideen, in morgenländliches Flair verpackt, belohnt werden. Achtung: Es existieren zwei Schnittfassungen, ich rate zum 16 Minuten längeren Director’s Cut.
3/5

Plötzlich Star (DVD)
Dümmer kann man den Originaltitel des Films wohl nicht ins Deutsche übertragen: Aus “Monte Carlo” wird “Plötzlich Star”. Was überhaupt keinen Sinn ergibt, denn die süße Selena Gomez wird in dieser seichten Teenie-Verwechslungs-Komödie gar nicht zum Star, sondern mit einem zickigem IT-Girl in Monte Carlo verwechselt. Da wollte wohl jemand ein Stück vom “Plötzlich Prinzessin”-Kuchen ab. Dabei hätte der Film das gar nicht nötig. Die Geschichte (drei ungleiche Schwester machen Urlaub in Paris, schlittern in Superreichen-Mileu und verlieben sich in Jungs) ist dank der sympathischen Figuren durchaus nett anzusehen, berieselt passabel anspruchsfrei mit Happy-End-Garantie. Ein netter No-Brainer für zwischendurch.
3/5

Prom (DVD)
Ob die Amis tatsächlich so einen Wirbel um ihren Abschlussball machen oder das lediglich in den Filmen so gepuscht wird, ich weiß es nicht. Im Film Prom jedenfalls, der als inoffizieller Nachfolger der High-School-Musical-Reihe beworben wurde, scheint es für die Teenies nichts wichtigeres als den letzten Ball, die Prom Night, zu geben. Wer Spaß daran findet, hübschen Minderjährigen beim lösen ihrer belanglosen Problemchen zuzusehen und dabei ohne den Charme und die Musical-Einlagen besagten Vorbildes auskommt, könnte an Prom Gefallen finden. Das trifft aber hoffentlich auf niemanden zu, zumindest niemandem, der hier mitliest.
1/5

Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten & Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil (Bluray)
Auf der Jagd nach dem grünen Diamenten war früher einmal einer meiner Lieblings-Abenteuer-Filme. Dann habe ich ihn lange nicht mehr gesehen bis er dann an den Weihnachtsfeiertagen auf Kabel 1 lief. In einer unterirdisch schlechten Bild-Qualität. Hab‘ ich dann abgebrochen und bin shoppen gegangen. Angenehmerweise finden nun immer mehr Filme den Weg auf die Bluray und bei den beiden “Jagd auf…”-Streifen haben die Verantwortlichen ganze Arbeit geleistet: in bestechend guter Qualität jagen Michael Douglas und Kathleen Turner über mein TV-Gerät, der Sound klingt glasklar und wuchtig. So geht Restaurierung. Und das bei Filmen, die fast so alt sind wie ich. Zu den beiden Werken muss ich glaub ich nicht mehr viel sagen, so zugetan ich dem modernem Actionkino auch bin, Auf der Jagd nach dem grünen Diamenten und Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil sind Unterhaltungs-Feuerwerke erster Güte, mit fantastischem Witz und einem Esprit, der auch heute noch seines Gleichen sucht.
5/5

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Deaf and Blind

Achtung, der folgende Beitrag kann Spuren von Nerdtum enthalten.

Sergant Major Mardermolch pflügt mit seinem T90A, einem mühevoll hochgezüchtetem russischem Panzer, den schlecht befestigten Weg zur Bergspitze an der Kaspischen Grenze hinauf. Trügerisch ruhig flattert die amerikanische Flagge im faulen Wind, nichts regt sich ausser ein paar wiegenden Blättern und Grashalmen. Sergant Major Mardermolch bringt den Stahlkoloss direkt neben dem Fahnenmast zum Stehen, der Motor gluckert leise im Leerlauf. Der Countdown beginnt herabzuzählen, der Übernahmevorgang ist eingeleitet. Sergant Major Mardermolch wechselt in die Thermalsicht und scannt seine Umgebung. Plötzlich hält der Countdown an, ein sicheres Zeichen dafür, dass Sergant Major Mardermolch nicht mehr allein auf dem Hügel ist. Jäh rummst es ohrenbetäubend und eine Panzerabwehrrakete schlägt donnernd in den Bug des T90A. Sergant Major Mardermolch reisst hektisch das schwere Kanonenrohr herum und erkennt dank der Thermalsicht zwischen den Bäumen den Übeltäter: Sergant BavarianDesaster vom gegnerischen US-Team will sich da im Gebüsch verkriechen und lädt gerade seine Panzerfaust neu, als ihn das Geschoss des T90A, begleitet von wüsten Verwünschungen über den Voicechat, aus den Stiefeln hebt und Sergeant Major Mardermolch hämisch kichernd seinen wohlverdienten Nemesis-Ribbon erhält. Die Flagge ist mittlerweile auch eingenommen, Sergant Major Mardermolch will gerade anfahren, als ihn die Javelin vom triumphierend johlenden First Sergeant Franckenstein120 mitsamt seinem geliebten Panzer spektakulär in alle Einzelteile zerreisst.

Die Zeit, in der wir uns mit Netzwerksessions die Nächte um die Ohren geschlagen haben, ist längst Geschichte. Mittlerweile dürfte es mindestens 8 Jahre her sein, dass wir das letzte Mal unsere PCs ins Feuerwehrstüberl geschleppt und die eine Hälfte des Abends damit verbracht haben, unsere Mühlen im Netzwerk zum Laufen zu bringen und die andere damit, uns gegenseitig abzuschießen und anzupöbeln. Die Erinnerungen daran sind längst verklärt und zünftig glorifiziert und trotzdem haben wir es nie wieder geschafft, eine Revival-Session auf die Beine zu stellen.

Es fühlt sich auch so an, als wären die Netzwerksessions an sich ausgestorben, ich kenne keinen mehr, der heute noch im lokalen Verbund zockt. Dafür haben sich auch die Spiele zu sehr verändert. Den neueren Werken fehlt allesamt der lokale Netzwerk-Modus und sie fordern fast ausnahmslos eine kontinuierliche Internet-Verbindung. Ich persönlich hatte das Kapitel Zocken am PC schon vor vielen Jahren abgehakt, ab und an vermochten vereinzelte Ausreisser, die alte Glut wieder zu entfachen und mich für ein paar Tage an den Singleplayer-Modus eines PC-Spiels zu binden, die mittlerweile obligatorischen Multiplayer-Modi habe ich aber stets gemieden wie der Teufel das Weihwasser. Zu frustrierend fielen stichprobenartige Versuchsreihen aus, in denen ich beispielsweise in Starcraft II binnen kürzester Zeit von LOL-Kiddies von der Karte gefegt wurde oder ich in Modern Warfare den Aufwachen-Kopfschuss-Sterben-Tango tanzen musste, weil abartig hochgezüchtete High-Class-Spieler mich als Kanonenfutter missbrauchten. Von dem ganzen MMO-Gedöns wie World of Warcraft und Co. ganz zu schweigen. Ich fühlte mich alt.

Und dann geschah etwas ungeheuerliches. Zwei Freunde, benennen wir sie an dieser Stelle mit ihren Pseudonymen Schneebard und Sharky, schenkten mir Left for Dead II. Im Kern ein simpler Online-Shooter mit einem genialem Twist: statt sich gegeneinander zu beharken, wird man hier in einem maximal vier Spieler großem Team inmitten einer Zombie-Apokalypse ausgesetzt und muss sich durch in mehrere Kapitel aufgeteilte Kampagnen zu deren Ende durchschlagen. Der Clou: es überlebt nur, wer zusammenarbeitet und wegläuft. Denn die Zombie-Horden sind übermächtig, es ist unmöglich, jeden Untoten abzuknallen, geordneter Rückzug und sich dabei gegenseitig decken ist das Gebot der Stunde. Und: das alles geschieht online, jeder von uns sitzt dabei am heimischen PC und brüllt herzhaft ins Headset. Ich hätte zuvor niemals geglaubt, wie viel Spaß das machen kann. Das erste mal seit Jahren habe ich wieder Abende am Stück mit einem PC-Spiel verbracht.

Das war ungefähr zu der Zeit, als Battlefield 3 heraus kam. Seine beiden Vorgänger zockten wir einst intensiv auf unseren Sessions, der neuste Teil versprach, ein Multiplayer-Fest par excellence zu werden. Trotz unverhohlener Skepsis einem reinen Online-Shooter gegenüber rüstete ich meine alte Mühle auf, unterwarf mich der Origin-Online-Geißel und bin der Sucht nun gnadenlos verfallen.
Mittlerweile ist das Deaf and Blind-Platoon auf sechs Mitglieder angewachsen, Sharky weigert sich noch, aber früher oder später wird er sich dem Ruf nicht mehr erwehren können. Dieses blöde Spiel macht das aber auch ungemein geschickt. Anders als die früheren Teile kommt Battlefield 3 mit einem ausgefuchsten Talent-System daher, das die Motivations-Karotte nahezu perfekt zu handhaben weiß. Man startet als blutiger Rekrut, der gnädigerweise statt einem Stock ein klappriges Gewehr in die Hand gedrückt bekommt und sich zunächst einmal mit minimalistischster Ausrüstung behaupten muss. Das bedeutet, Zielen über Kimme und Korn, keine Täuschkörper in Fahr- und Flugzeugen, geschweige denn effektive Waffensysteme, völlige Orientierungslosigkeit auf den teilweise riesigen Karten. Wer hier keine erfahrenen Teamkameraden an seiner Seite hat, ist so gut wie aufgeschmissen oder muss großem Leidensdruck standhalten. Was anfangs nach deftiger Ungerechtigkeit riecht, entpuppt sich jedoch schnell als steile Lernkurve. Es dauert nicht lange, bis die ersten nützlichen Upgrades frei geschaltet sind. Ein Reflex-Visier fürs Gewehr? Prima! Wärmesuchende Raketen für den Kampfhubschrauber? Sauber! Und mit jedem Levelaufstieg steigt der eigene Rang, nach und nach kennt man sich auf den Karten aus und immer öfter steht der eigene Name an der Spitze der Ranglisten. Folglich spezialisiert sich dann jeder auf die Spielweise, die ihm am meisten liegt. Der eine lässt’s gern knallen und rennt, beziehungsweise fährt, ausschließlich mit oder im schweren Gerät herum, wieder andere mögen es gerne hinterpfotzig und sind vorrangig als Aufklärer mit Scharfschützengewehr unterwegs und die pazifistischer Veranlagten bilden mit dem Sanitäter das Rückrat, heilen und beleben gefallene Kameraden wieder. Noch einen Tacken anspruchsvoller sind die vielfältigen Fluggeräte: anfangs extrem frustrierend und hakelig zu beherrschen, machen Jets und Helikopter nach dieser Einstiegshürde unglaublich viel Spaß und nichts ist befriedigender, als nach endlosen Niederlagen endlich den Knoten platzen zu lassen und den Luftraum über dem Schlachtfeld dominieren zu können. Die große Stärke von Battlefield 3 ist, dass in einer einzigen Runde sowohl ein gnadenloser Luftkampf weit über dem eigentlichem Geschehen toben kann, während sich unten ein paar Pioniere in einem zerschossenem Gebäude vor einem Panzer verstecken und nur ein paar Meter weiter ein wildes Schießduell zwischen zwei maschinenpistolenbewehrten Geländebuggys ausgetragen wird. Kurzum, es ist immer irgendwo etwas los. Die wenigen Schwachpunkte wie das teilweise schlechte Auto-Balancing unter den Mannschaften oder das unfaire Spawnverhalten nach Spieleinstieg vorm feindlichen Gewehrlauf können den Spaß nur unwesentlich trüben.

Sollte sich ein neugieriger Unbedarfter tatsächlich bis zu dieser Stelle durchgekämpft haben, könnte sich ihm vielleicht die ein oder andere Frage aufdrängen. Zum Beispiel, ob das nicht moralisch verwerflich ist, Krieg zu spielen, noch dazu, wenn er so realistisch dargestellt wird, wie in Battlefield 3. Nun, das Thema Realität ist nicht von der Hand zu weisen. Die Grafik des Spiels ist streckenweise nahezu fotorealistisch, sogar Partikel auf der Linse werden beim Blick in die fantastisch animierte Sonne simuliert. In einem entscheidendem Punkt haben sich die Designer aber dankenswerterweise zurückgehalten: in den Todesanimationen. Blut dient lediglich als Messwert dafür, dass der Gegner getroffen wurde, es gibt keine Schadensanimationen, kein Ragdoll-System, keine abtrennbaren Gliedmaßen. Zudem kommt einem als Zuschauer das Geschehen viel drastischer vor, als dem Spieler selbst. Denn der hat meist gar keine Zeit zu hinterfragen, alles was zählt, ist Schnelligkeit und taktisches Vorgehen im Team. Es geht eben nicht darum, den Gegner möglichst effektvoll zu zerlegen und auszuweiden, sondern sich innerhalb einer virtuellen Wert mit den gegebenen Werkzeugen und ausgewiesenen Regeln auf Grund der eigenen spielerischen Fähigkeiten zu behaupten. Auch wenn es hier sicherlich etwas schwammig zu werden droht, das Szenario baut Atmosphäre auf und dient vorrangig als Aufhänger, als Basis für ein Spielkonzept, das zeitlos ist und seiner Grundform in nahezu allen Sportarten zu finden ist: zwei Mannschaften messen sich und spielen den Sieg aus. Entscheidend ist Zusammenspiel, Aufstellung und Taktik, die Mittel, seien es Fußball, Fäuste oder eben virtuelle Gewehre, ist der Schmuck drum herum.
Den martialischen Scharm, der von hochgezüchtetem Kriegsgerät vor allem auf uns urinstikt-getriebene Männer ausgeht, ist natürlich auch nicht von der Hand zu weisen. Würden alle Kriege dieser Welt virtuell in Form eines Spiels ausgetragen werden, sie wäre ein besserer Ort.

Die zweite Frage könnte auf den Zeitverlust abzielen. Ich selbst habe bereits mehr als 60 Stunden mit Battlefield 3 verbracht, so viel, wie mit noch keinem anderen Videospiel zuvor. Was hätte ich in dieser Zeit kreativ sein können. Webseiten erschaffen, Fotografien anfertigen, Bücher schreiben, Mädchen daten. Und doch tut es mir um keine Sekunde leid. Denn zum einen finde ich zusätzlich immer noch genug Zeit für meine Kreativität (meist zu Lasten meiner Nachtruhe), zweitens spiele ich so gut wie nie (lange) alleine (ich habe nicht mal die dazugehörige Singleplayer-Kampagne beendet). Vor allem dieses Teamspiel mit meinen Freunden würzt die ganze Angelegenheit, hat mir den ein oder anderen melancholisch zu werdenden Vorweihnachtsabend gerettet und ist irgendwie wie ein Kneipenbesuch: man spielt und ratscht zusammen und verbringt soviel Zeit miteinander, wie man es ohne dieses vermaledeite Spiel niemals tun würde.

Ich bin mir übrigens ziemlich sicher, dass das für alle (Online-)Spiele gilt, die man zusammen mit Freunden spielt. Das sage ich jetzt, damit das hier nicht zu sehr in eine Battlefield-3-Arie ausartet, bei mir war halt jenes der Augenöffner.

Und nun habe ich mein schlechtes Gewissen besänftigt und aus 60 Stunden Spielzeit immerhin einen überlangen Artikel gezimmert. Vielleicht kann der ja noch den ein oder anderen von Euch für das Deaf and Blind-Platoon überzeugen und bevor ich’s vergesse:

Recruit Sharky, SCHWINGEN SIE ENDLICH IHREN HINTERN INS SPIEL ODER WIR ZIEHEN IHNEN DIE HAMMELBEINE LANG!

Master Gunnery Sergant Schneebard ist am verzweifeln. Das Deaf and Blind-Platoon wird seinem Namen wieder mehr als gerecht. Sergant Major Mardermolch ist einmal mehr blind (und taub) vorgestürmt und hat sich bereits über den Haufen schießen lassen, was zu einer empfindlichen Lücke im Squad-Verbund führt und es den lauernden Gegnern erlaubt, mit ein paar gezielten Salven auch den Rest des Teams auszuschalten (Zitat Schneebard: “Einmal mit Profis spielen!”). Eigentlich gälte es, auf der Karte Damavand Peak auf Seiten der Angreifer die ersten beiden M-Coms auszuschalten, der Angriff kommt aber gar nicht erst ins Rollen, da die Verteidiger den steilen Hang, den die Angreifer hinabstürmen müssen, mit einer Übermacht an Scharfschützen in Schach halten. Einer nach dem anderem der ziellos vorrückenden Soldaten fällt im Kugelhagel. Master Gunnery Sergant Schneebard spricht ein Machtwort und versammelt sein Team in einem HMMWV, den Master Gunnery Sergeant Nippon-2 querfeldein und seiner Fahrweise aus dem echten Leben entsprechend den Hang hinab durch den Kugelhagel Richtung M-Com A lenkt. Das Fahrzeug ist Schrott, die Nerven liegen blank, jeder brüllt ihn sein Mikrofon, Master Gunnery Sergeant Nippon-2 und First Sergeant Franckenstein120 fallen im Kugelhagel vor den M-Coms, schalten aber noch die beiden campenden Verteidiger aus, was Sergant BavarianDesaster ermöglicht, den Sprengsatz an der Computerkonsole zu aktivieren, während Sergant Major Mardermolch die beiden gefallenen Kameraden wieder belebt und Master Gunnery Sergant Schneebard und Corporal Hoppsae anrückende Feindscharen aus der Deckung beharken. Sekunden werden zu Minuten, quälend langsam läuft der Countdown des Sprengsatzes ab, mündet schließlich in einen nervenden hochfrequenten Warnton, der die unmittelbar bevorstehende Sprengung ankündigt und bäähm, das vermaldeteite Ding geht endlich hoch. Geschafft, erleichterter Jubel dröhnt aus den Lautsprechern, ein Hoch auf die dicken Eier! Zeit zum Durchatmen bleibt den taffen Mannen jedoch nicht, es bleiben immer noch fünf Ziele übrig…

Anmerkung: die Ereignisse in den beiden kursiven Texten haben sich allesamt so und jüngst in Battlefield 3 zugetragen, vielleicht nicht ganz in dieser Konstellation und Reihenfolge, aber meine Team-Kameraden lassen mir diese künstlerische Freiheit sicher durchgehen…

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Ich trinke auf, auf gute Freunde, verlorene Liebe, auf alte Götter und auf neue Ziele! Auf den ganz normalen Wahnsinn, auf das was einmal war. Darauf, daß alles endet. Auf ein neues Jahr.

2011. Ich mochte die Jahreszahl nie. 11 ist eine seltsame, unheimliche Zahl, sie kommt gleich nach der 7 oder der 17. Aber 2007 ist längst ‘rum, 2017 bin ich dann schon über 30 und Weltherrscher, dann lassen wir das einfach aus und springen gleich zu 2018.

Ich musste direkt im eigenen Archiv recherchieren, was ich denn letztes Jahr für einen Jahresabschluss-Eintrag gemacht hatte, der wollte mir nämlich nicht einfallen, und siehe da, ich hab gar keinen geschrieben. Da war ich wohl zu gefrustet, ob der frischen Trennung von meiner verlorenen Liebe, der elenden Magisterarbeit und den offensichtlich zahlreichen Schippen Weltschmerz auf meinen Schultern. Aber ach, das Leben ging weiter und 2011, so grauslich die 11 auch sein mag, war ein fantastisches, ein ertrag- und lehrreiches, ein erfülltes Jahr. Die erste Jahreshälfte hat mich die auch aus heutiger Sicht noch völlig wahnwitzige Idee, sowohl besagte Magisterarbeit und den daran befestigte Rattenschwanz der Magisterprüfung, als auch die IHK-Prüfung zum Versicherungsfachmann zeitgleich abzulegen, beschäftigt. Mut zur Lücke, dicke Eier, endloser Rückhalt seitens Familie und Freunde haben das Schiff dann in den sicheren Hafen gesteuert, wo Koks, Nutten und die ungewohnte Freizeit bereits die Fahnen schwenkten. Und mein entzückender Professor, der mir am Ende dann noch einen halben Regenwald zwischen die Beine schmeißen zu müssen gemeint hatte, bekommt als erster eine Ausgabe meines potentiellen Weltbestseller-Schundromans „DirndlPorno“ und ich stelle mir schon jetzt sein entsetztes Gesicht vor, das ist mein stärkster Motor.
Die zweite Jahreshälfte hatte ich vorrangig mit der Herausforderung zu tun, was ich nun mit all der freien Zeit anfange und mich an das Gefühl zu gewöhnen, abends nach Hause zu kommen und keinerlei Verpflichtungen mehr nachgehen zu müssen. Das Jahr endete mit einer überaus besinnlichen Weihnacht im Kreise meiner Familie, ich kann mir nur schwer vorstellen, wie man die Feiertage schöner verbringen könnte als in heimeliger Runde, beim Schlemmen, Lego-Star-Wars-Raumschiffe zusammenstecken und Seele baumeln lassen.

Germanist bin ich ja bekanntlich keiner geworden. Auch wenn ich nimmermüde gegen Sprachvergewaltiger auf Facebook und Co. zu Felde ziehe und auch die Konfrontation mit Lehrvolk nicht scheue. Die Wiege der bevorstehenden Machtübernahme ist allerdings das väterliche Allianz-Büro und siehe da, was ich selbst nie geglaubt hätte, ist eingetreten: ich kann’s, meine Nichtdrückende-Fairverkauf-und-nachhaltige-Beratungs-Tour klappt prima, der Laden läuft so gut, dass wir 2012 ordentlich aufstocken und uns vergrößern können. Manchem Hohn und Häme (viel davon ist aber mittlerweile verstummt) zum Trotz fühle ich mich auch sauwohl, kaum ein anderer Job böte mir wohl die Möglichkeiten, mich nebenher so zu entfalten, wie ich das getan habe und tun werde.

Zum Beispiel mit dem Trachtenstrip. Der erfolgreichen Umstellung der Webseite auf ein Bezahlmodell gingen zermürbende Reibereien innerhalb unser kurzzeitig auf drei Leute angeschwollenen GbR voraus. Das Ergebnis ist bekannt, ich bin wieder allein, leid tut’s mir trotzdem, denn es tut immer weh, wenn gemeinsam geschmiedete Pläne verpuffen müssen, weil man nicht miteinander kann oder will oder beides.
Nachdem ich dann fast schon alles hinwerfen wollte und mit einer Jetzt-ist’s-auch-schon-scheissegal-Einstellung an die Umstellung der Website ‘rangegangen bin, wurden meine durchprogrammierten Nächte mit unverhofft vielen Bezahlmitgliedschaften und einer herzlichen Community, mit der ich seither regen Kontakt über die teilweise sehr persönlichen Newsletter halte, belohnt. Zu einem Kalender hab ich mich auch wieder überreden lassen, auch hier gibt’s, mit Ausnahme der kräftezehrenden, aber dank der Hilfe meiner fantastischen Frau Mama erträglichen, Abrechnungs- und Versandphase nur Positives zu berichten, ich muss mal in einem separatem Beitrag die schönsten Email-Reaktionen veröffentlichen. Trotzdem gehört das nächstes Jahr anders gelöst, der Aufwand steht in keiner Relation zum Verdienst, streng genommen war der 2012er Trachtenstrip eine reine Service-Leistung an seine Fans.

Die Fotografie im Allgemeinen ist nach wie vor Dreh- und Angelpunkt meines Privatlebens. Durch sie lerne ich die meisten neuen Leute kennen1 und habe Freundschaften geschlossen, ihr das ein oder andere Abenteuer zu verdanken und mit ihr ein Hobby, um das mich viele andere Männer beneiden. Letzteres hat mich nie tangiert, ist aber meist das erste, um was es in Gesprächen über meine Fototätigkeit geht. Dabei habe ich ein ernstes Problem: Das erste Mal in meinem Fotografen-Dasein bin ich, meinem Singletum geschuldet, ohne Muse. Musen waren mir bislang immer meine jeweiligen Freundinnen, die letzte ist mittlerweile glücklich verheiratet (was mich auch glücklich macht, weil ich es ihr von Herzen vergönne), eine neue Muse mag sich bislang aber noch nicht so recht zeigen. Wobei Muse nicht gleich Freundin sein muss. Ich behaupte sogar, eine Muse ist schwerer zu finden, als eine Freundin. Und warum brauche ich überhaupt eine Muse? Weil ich ein Getriebener bin. Ich denke, dass ich einen groben Stil entwickelt habe, der in allen meinen Werken steckt, aber mit der Ausformulierung tue ich mir noch schwer. Ich kann beispielsweise nicht immerzu nur schwarzweiße Akte anfertigen, das langweilt mich schon noch kurzer Zeit, ich bin kein Perfektionist. Doch um neue Dinge auszuprobieren, brauch ich jemanden, der mich kontinuierlich inspiriert und hier kommt dann die Muse ins Spiel. Sonst laufe ich ganz schnell in Gefahr, mir meine (nicht wegzudiskutierenden) limitierten fotografischen Fähigkeiten vorzuhalten und daran zu verzweifeln.

2011 habe ich viele tolle neue Leute kennen gelernt, neue Freunde gewonnen und Freundschaften vertieft. Ich war auf der Hochzeit meines besten Freundes und davor mit ihm und weiteren tollen Kumpels auf Junggesellenabschied und hatte eine wunderbare Zeit im Europapark. Zahllose Abende haben wir gemeinsam verzockt und versoffen, ersteres sowohl digital2 als auch analog3, zweiteres immer mit Leidenschaft und Hingabe.
Doch da ist auch die Trauer um den Verlust zweier alter Weggefährten. Die sind nicht etwa tot, Freundschaften sind aber ein fragiles Gut und wollen gehegt und gepflegt werden und deshalb tut es mir umso mehr um die beiden, so dachte ich, tiefverwurzelten leid. Beide habe ich versucht zu retten, mit mehr Einsatz, als mein Verschulden das vielleicht erfordert hätte, aber am Ende erwiesen sich die Beziehungen wohl als nicht stark genug. Warum ich das hier überhaupt erwähne, ist der Hoffnung geschuldet, dass die beiden Dickköpfe das hier vielleicht lesen, sich an die guten alten Zeiten erinnern und diese hoffentlich stärker gewichten als verletzten Stolz und Missverständnisse.

Für 2012 habe ich mir nichts neues vorgenommen. Weltherrschertum ist ja schon in Anbahnung, das braucht noch Weile, und der DirndlPorno will geschrieben werden. Daneben genieße ich akutell meine bedingungslose Freiheit, bis der Schmetterling im nächsten Netz kleben bleibt. Ihr könnt auch auch schon mal vorsorglich den 18ten August vormerken, da werde ich 30 und das muss, das MUSS gebührend zelebriert werden.

Daneben werden wir wieder viel Spaß zusammen haben, das weiß ich schon jetzt und das dürft Ihr mir auch getrost glauben.

Ich wünsche Euch allen ein zünftiges neues Jahr voller Herausforderungen, Abenteuer, erfüllter Träume und Ziele und freue mich auf Euch als weiterhin getreue Leser und potentielle Untertanen für das durch mich verheissene Elysium.

Wohl bekomm’s.

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  1. Natürlich vorrangig schöne Frauen.. ; -)
  2. Battlefield 3, Hooah! Left for Dead 2, Schlorzz!
  3. Und ich bleibe dabei, Magic ist ein Glücksspiel, Siedler von Catan hingegen nicht!
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Ja, Virginia, das Christkind gibt es wirklich.

Liebe Freunde, liebe Leser,

ich wünsche Euch allen ein besinnliches Fest, ein paar ruhige Tage, den ein oder anderen zünftigen Rausch und genug Zeit für all das, was Euch wirklich wichtig ist oder von dem Ihr es zumindest meint.

Und weil ich ihn so schön finde, teile ich mit Euch einen Text, den mir eine gute alte Weggefährtin mit den Worten “Dir könnte sie [die Geschichte] auch gefallen” gestern geschickt hat. Und ja, das tut sie.

Gibt es das Christkind wirklich? Auf diese Frage wusste die achtjährige Virginia O`Hanlan aus New York keine Antwort. Am 20.September 1897 schrieb sie deshalb an die „New York Sun“. Die Sache war Chefredakteur Francis P. Church so wichtig, dass er dem Mädchen selbst antwortete. Der Briefwechsel war bei den Lesern so beliebt, dass man ihn bis zur Einstellung der Zeitung 1950 immer zu Weihnachten auf der Titelseite abdruckte. Damit wurde er zum meistgedruckten Zeitungsartikel aller Zeiten.

„Ich bin acht Jahre alt. Einige von meinen Freunden sagen, das Christkind gibt es nicht. Papa sagt, was in der Sun steht, ist immer wahr. Bitte sagen Sie mir die Wahrheit: Gibt es das Christkind?“

Virginia O´Hanlan, 115 West Ninety-Fifth Street, New York


„Virginia, deine kleinen Freunde haben Unrecht. Sie glauben nur, was sie sehen. Sie glauben nur, dass es nicht geben kann, was sie mit ihrem kleinen Geist nicht erfassen können. Aller Menschengeist ist klein, ob er nun einem Erwachsenen oder einem Kind gehört. Im Weltall verliert er sich wie ein winziges Insekt. Solcher Ameisenverstand reicht nicht aus, die ganze Wahrheit zu erfassen und zu begreifen. Ja, Virginia, das Christkind gibt es wirklich. So gewiss, wie es Liebe und Großherzigkeit und Treue gibt. Weil es all das gibt, kann unser Leben schön und heiter sein. Wie dunkel wäre die Welt, wenn es kein Christkind gäbe! Es gäbe auch keine Virginia, keinen Glauben, keine Poesie, gar nichts, was das Leben erst erträglich machen würde. Ein Flackerrest aus sichtbarem Schönen bliebe übrig. Aber das Licht der Kindheit, das die Welt ausstrahlt, müsste verlöschen. Es gibt ein Christkind. Sonst könntest du auch den Märchen nicht glauben. Gewiss, du könntest deinen Papa bitten, er solle am Heiligen Abend Leute ausschicken, das Christkind zu fangen. Und keiner von ihnen bekäme das Christkind zu Gesicht – doch was würde das beweisen? Kein Mensch sieht es einfach so. Das beweist gar nichts. Die wichtigsten Dinge bleiben meistens unsichtbar. Die Elfen zum Beispiel, wenn sie auf Mondwiesen tanzen. Trotzdem gibt es sie. All die Wunder zu denken, geschweige sie zu sehen, das vermag nicht der Klügste auf der Welt.

Du kannst ein Kaleidoskop aufbrechen und nach den schönen Figuren suchen. Du wirst einige bunte Scherben finden, nichts weiter. Warum? Weil es einen Schleier gibt, der die wahre Welt verhüllt, einen Schleier, den nicht einmal alle Gewalt der Welt zerreißen kann. Nur Glaube und Poesie und Liebe können ihn lüften. Dann wird die Schönheit und Herrlichkeit dahinter auf einmal zu erkennen sein. „Ist das denn auch wahr?“, kannst du fragen. Virginia, nichts auf der ganzen Welt ist beständiger.

Das Christkind lebt, und es wird ewig leben. Sogar in zehnmal zehntausend Jahren wird es da sein, um Kinder wie dich und jedes offene Herz zu erfreuen.

Frohe Weihnacht, Virginia.“

Francis P. Church, Chefredakteur


Mehr Bilder von der Stallweihnacht gibt’s hier

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Im Gesichtsbuch!

Unter allen, die bis zum 19.12.12. auf “Gefällt mir” der Mardermolch-Facebook-Seite klicken (gibt’s auch hier rechts), verlose ich einen der streng-limitierten, hochnotseltenen und unglaublich geilen Trachtenstrip Kalender 2012!

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Mardermolch’sches Institut zur Bekämpfung des Sprachverfalls

Ich bin, weiß Gott, kein Perfektionist. Meine Schmetterling-Mentalität lässt mich meist von einer metaphorischen Blüte zur nächsten hüpfen, dahin, wo es gerade am vielversprechendsten duftet und die buntesten Farben gedeihen. Ich liebe Chaos und Unordentlichkeit und die schönsten Projekte sind jene, die auf den letzten Drücker ihren erfolgreichen Abschluss finden. Es gibt allerdings einen Bereich, in dem ich eine mittlerweile nahezu krankhafte Akribie entwickelt habe: bei der Verwendung und Pflege der deutschen Sprache. Und damit meine ich weniger meine Achilles-Ferse, die Tippfehler, sondern vielmehr den allgemein zu beobachtenden Verfall in Schrift und Sprache. Ich lege peinlich Wert darauf, alle meine Kurznachrichten, Emails und Kommentare sauber auszuformulieren. Im Geschriebenen Abkürzungen zu vermeiden und bei der Ansprache Versalien zu benutzen. In der Aussprache auf „Keine Ahnung“, Esel-ich-erstnennung und auf Floskeln wie „eigentlich“ zu verzichten. Und das funktioniert prima, es ist eine reine Gewohnheits- und Übungssache.

Die Bayern

90% von dem, was ich täglich sage, gebe ich im Dialekt von mir. Ich mag den bayerischen Dialekt, er ist warm und rund, entspannt und ich muss meinen Mund viel weniger verrenken als wenn ich hochdeutsch spreche. Das führt bei mir zwar zu einem mittlerweile charakteristischem Nuscheln, einen schönen bayrischen Satz sage ich aber auch gerne zweimal. Und betont sei hier das sagen. Denn, für mich ist Bayrisch keine Schriftsprache. Schon gar nicht eine, die in modernen Medien wie sozialen Netzwerken und Kurznachrichten auf Mobiltelefonen zum Einsatz kommen sollte. Denn wie im gesprochenem Dialekt, für den es unzählige Färbungen gibt (oft sprechen schon die Leute im Nachbarort ein Wort ganz anders aus) existiert auch für das Schriftliche kein Regelwerk. Und das verleitet die bayrischen Möchtegern-Schreiberlinge zu einem wüsten Kauderwelsch, bei dem sich mir regelmäßig der Magen nach aussen stülpen möchte. Der Versuch, ein gesprochenes Wort im Dialekt in ein schriftliches umzubauen, geht meist katastrophal schief.

Es beginnt ja schon damit, ob es denn ‚bayrisch‘, ‚bayerisch‘ oder vielleicht gar ‚bairisch‘ heißt? Vor Ludwig I., dem erklärten Philhellenisten, war es ‘bairisch’, um die Verwirrung komplett zu machen, verwenden die Sprachwissenschaften heute noch die alte Schreibweise. Unter anderem deshalb, weil der bairische Sprachraum viel größer als das eigentliche Land Bayern ist. Zum Beispiel sprechen wir in Südbayern Mittelbairisch, das originäre Südbairische hat sich nach Tirol und Südtirol verlagert.
Das Y rührt von besagtem Ludwig I. her, der mit Erlass vom 20. Oktober 1825 die neue Schreibweise einführte.
Und was das zusätzliche ‚e‘ betrifft: ohne ‚e‘ ist umgangs-, mit ‚e‘ ist standardsprachlich, letzteres findet nur in offiziellen Namen Verwendung (zum Beispiel „der Bayerische Rundfunk“, „der Bayerische Wald“).

Ich will versuchen, die ganze Komplexität des Themas mit ein paar einfachen Beispielen darzulegen. Nehmen wir die Phrase sie können es. Je nach dialektaler Ausfärbung könnte man sie kînans (i lang) oder sie kinans (i kurz) schreiben, alternativ auch das i zum e machen (sie kenans), natürlich in beiden Varianten, einige werden auch nicht sie, sondern se schreiben, schon alleine das ergibt acht mögliche Varianten. Und jetzt haben wir’s hier noch nicht einmal mit einem der gefürchteten Diphthongen und Sonderlauten zu tun: ich komme/wir kommen wird entweder zu i kimm/mia kemma(n) oder i kumm/mia kumma(n), noch vertrackter wird’s mit den Sonderzeichen, wie sie beispielsweise bei ich fahre/wir fahren zum Einsatz kommen würden: da heißt’s dann nämlich korrekt i få/mia fåma, oder aber auch i foa/mia foan.

Die Social-Networker

Natürlich wird’s nun den ein oder anderem kaum mehr auf dem Stuhl halten, ich kann das Zappeln förmlich spüren, wie es ihn hin und her reißt und er am liebsten heraus posaunen möchte: „Mir doch so was von scheissegal, ich schreib‘, wie mir der Schnabel gewachsen ist, wichtig ist doch nur, dass mich die anderen verstehen!“

Das scheint ohnehin das Credo der aktuellen Generation Facebook zu sein: Die Form, in der etwas geschrieben wird, ist völlig nebensächlich, solange man noch ungefähr die Aussage entziffern kann.
Auch ein beliebtes Element der Reduktion: Der Verzicht auf jegliche Interpunktion. Wozu braucht’s schließlich Satzzeichen, die halten nur auf, in unserer schnelllebigen Zeit wieder eine Sekunde Zeit gespart, zusätzlich zu den zwei Sekunden, die es gebraucht hätte, um den Erguss, dessen man sich gerade entledigt hat, noch einmal quer zu lesen.
Es scheint allerdings eine unmittelbare Folge des Satzzeichen-Sparens zu sein, dass man WENN man dann doch mal eins einsetzen möchte, zwanghaft gleich mehrmals auf die entsprechenden Tasten hämmert. So entstehen lustige !!!- und ???- Ketten, ich stelle mir den Verursacher dann immer vor, wie er mit wirren Haaren nackt und mit Blut beschmiert, mit irrem Blick auf dem Boden vor seinem Computer oder Mobiltelefon sitzt und den Bildschirm anschreit. Wahrscheinlich haben sich in solchen Leuten die armen Satzzeichen angestaut und wenn sich ihnen dann tatsächlich mal die Gelegenheit ergibt, auszubrechen, veranstalten sie gleich eine Stampede.

Und da ich mich nun fröhlich auch selbst wieder in Rage geschrieben habe, bekommen auch die ganzen Abkürzer noch ihr Fett weg. Egal wie oft man mir weismachen möchte, mfg sei mittlerweile salonfähig, ich halte es weiterhin mit meiner Meinung, dass es nach wie vor keine Ausrede für faules Stottern gibt, wenn man nicht gerade Mitglied einer berühmten deutschen HipHop-Band ist. Wer mich an-lol-t oder an-rofl-t muss sich darauf gefasst machen, dass ich den Kammerjäger damit beauftrage, ihn in die Untiefen seines World of Warcrafts oder aus welcher sonstigen Brutstätte solcher Chatfloskeln er auch entflohen ist, zurückzuschleifen.

Es ergibt einen Sinn

Ich bin mir durchaus der Tatsache bewusst, dass bereits wieder mehrere Finger auf mich gerichtet sind, an deren anderem Ende ein Hirn „Korinthenkacker“ denkt. Nur kann (und will) ich nicht aus meiner Haut heraus. Meine Fantasie lässt durchaus die Vorstellung einer Dystopie zu, in der sich Menschen nur noch gegenseitig besabbern, während sie sich anlallen und mit Händen und Füßen zu verständigen versuchen, weil ihnen jedes Gefühl für Sprache verloren gegangen ist. Schriftlich kommuniziert wird nur noch mittels Buchstabensalat, weil enei Sutide eneir elgnihcesn Uvinisterät gzegit hat, dsaa es nchit witihcg ist, in wlecehr Rneflogheie die Bstachuebn in eneim Wrot snid. Wir werden dadaistische Züge entwickeln, ohne zu verstehen, was wir da von uns geben, und in ferner Zukunft werden Außerirdische unsere Ruinen ausgraben und Spuren einer Zivilisation entdecken, die sich zurück zu ihren Wurzeln entwickelt und sich an ihrem Ende wieder mittels Höhlenmalerei verständigt hat, natürlich alles digital, mittels Gesichtserkennung auf dem iPad 5.

Ich bete also inbrünstig für mehr Sensibilität für’s geschriebene und gesprochene Wort, egal in welcher Sprache und in welchem Dialekt, die armen Wörter können sich nämlich nicht wehren, wir müssen der vom Aussterben bedrohten Kunst der sauberen Sprache unter die schmächtigen Achseln greifen.
Ausser, Ihr habt noch Eure Felle im Schrank.

Und schon der Herr Konfuzius wusste:

Wenn die Worte nicht stimmen, dann ist das Gesagte nicht das Gemeinte. Wenn das, was gesagt wird, nicht stimmt, dann stimmen die Werke nicht. Gedeihen die Werke nicht, so verderben Sitten und Künste. Darum achte man darauf, daß die Worte stimmen. Das ist das Wichtigste von allem.

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Quellen für diesen Artikel waren mir die Wikipedia, der Zwiebelfisch und meine alten Linguistik-Unterlagen.

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Schießende Schniefnasen

Ich, der in letzter Zeit nicht müde wurde zu predigen, krank werde nur, wer das in sein Leben ziehe und nicht wegen Bazillen und Ansteckung, ich, der ich über ein Jahr schon keine Erkältung mehr hatte, genau dieser ich plagt sich nun seit über einem Monat mit einer besonders hartnäckigen Vertreterin der Gattung frigus extrem nervicus herum. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als endlich einmal eine Vollbremsung hinzulegen und zurückzublicken, was sich da eigentlich alles angesammelt hat, das mich so außerordentlich auf Trapp hält.

Da ist natürlich der Trachtenstrip. Die Umstellung auf Bezahlinhalte war bislang ein voller Erfolg, wird sehr gut angenommen und noch scheint kein Ende der Strähne in Sicht. Das war aber nur der erste Schritt. Mir ist klar, dass die erste Welle an Premium-Mitgliedschaften ein Ergebnis der Newsletter an die damals knapp 1000 bereits eingeschriebenen Abonnenten war. Erstaunlicherweise melden sich aber aktuell ohne (mir bekannte) Werbung täglich zusätzlich immer wieder neue Mitglieder an. Und die gehören entsprechend betreut. Also musste ein Autoresponder-System her, das die Gratis-Mitglieder mit einer Reihe vorgefertigter Emails mit lustigen Anekdoten und Gratis-Bildern bei der Stange hält und vielleicht zum Abschluss einer Premium-Mitgliedschaft bewegt. Denn wie lautet eine alte Email-Marketing-Weisheit? Im Durchschnitt braucht’s drei Emails, bis der Kunde zuschlägt. Ich habe mich dann für Autoresponse Plus entschieden, eine zwar unabhängige, aber etwas frickelig einzurichtende Stand-Alone-Lösung, das mit meinem Mitglieder-Plugin Wishlist Member zusammenarbeiten soll. Tut es natürlich nicht so wie ich das will, und somit halte ich derzeit die Support-Abteilungen der beiden Programme unter Dauerbeschuss. Das nächste Level dann wenn alles läuft: Mehrsprachigkeit. Ach was freu ich mich schon darauf.

Fotos gäbs auch noch genug zu bearbeiten, ganz zu schweigen von den Shootings in der Warteschlange, aber für letztere bin ich zu krank. „He Herr Fotograf, Dir hängt da eine Rotzglocke am Fotoapperat!“ Langweilig wird mir trotzdem nicht, denn, der Blick aus dem Fenster verrät’s zwar nicht, aber die innere Uhr lässt es erahnen: Weihnachten steht vor der Tür. Und damit auch die ganzen Weihnachtsfeiern. Ich muss gottseidank nur auf eine, die der Feuerwehr, dafür bin ich dieses Jahr allerdings wieder mit der Bespassung betraut worden, sprich, ein Film muss her. Doch woher nehmen, wo ich doch die eine Hälfte des Jahres mit Prüfungen beschäftigt war, die andere Hälfte nichts filmbares passiert ist (oder ich nicht filmen wollte)? Was machen große Künstler in solchen Situationen? Genau, sie bringen ein Best-Of raus. Also rasch das Archiv durchgekramt und beleidigt und milde verwundert festgestellt, dass sich die hochgezüchtete Arbeitsmaschine unanständig schwer damit tut, eine zehn Jahre alte DVD zu rippen, sprich, ihren Inhalt zur Bearbeitung wieder auf den PC zu überspielen. Also vergehen Stunden um Stunden, bevor ich auch nur einen Schnitt getätigt habe, mit der eigentlichen Filmerstellung wird da wieder unanständig viel Freizeit für eine halbe Stunde Lacher drauf gehen. Ach. Warum tu’ ich mir das gleich nochmal an? Weil ich eine Rampensau bin, stimmt, ich vergaß.

Der DirndlPorno leidet unter all dem, ich geb’s zu. Ich verstehe immer mehr, warum das Autorendasein für andere ein Fulltime-Job ist. Aber es wird, eingeschlafen ist er nicht. Versprochen.

Und als ob das alles noch nicht genug wäre, ist da auch noch der leidige Freizeitstress. Nachdem ich die ersten Bücher der Mardermolch’schen Leseecke bereits abgefrühstückt habe (Glückskinder: Sehr inspirierend und mitreissend, kratzt zwar meist nur an der Oberfläche, dient aber sicher als hervorragender Einstieg in die Materie. Elf Minuten: Interessanter Schreibstil, nervige Tagebucheinträge, spannende Philosophie, am Ende aber zu plump aufgelöst), buhlt da auch noch diverse digitale Unterhaltung um meine Aufmerksamkeit. Uncharted 3 lässt sich ganz prima an, immer wieder erstaunlich was die alte Playstation 3 technisch noch auf dem Kasten hat.
Die meiste Zeit treibe ich mich aber in Battlefield 3 herum. Und verdammt, ich hätte nie gedacht, auf meine alten Tage doch einmal dem Phänomen Online-Shooter zu verfallen. Bis dato war mir völlig unverständlich, wie eine zünftige Netzwerksession, wie wir sie früher so gerne im trauten Kreise veranstaltet haben, durch ein Spiel am heimischen PC ersetzt werden könnte. Battlefield 3 belehrte mich eines besseren. Via Headset bin ich mit meinen Mitspielern verbunden und stürze mich gemeinsam mit ihnen auf virtuelle Schlachtfelder. Wer spätestens jetzt den Kopf schüttelt und Zeigefinger Richtung Stirn führt, dem sei’s vergönnt. Ich konnt’s vom Hörnsagen her auch nie nachvollziehen. Vielleicht muss man es erlebt haben wie es sich anfühlt, mit einem Kumpel zusammen durch ein Gebüsch zu schleichen, rechts eine Bewegung auszumachen, panisch ins Mikrofon zu plärren, sehen, wie der Freund von einer Kugel niedergestreckt wird, der Gegner dadurch aber seine Deckung preis gibt und eine wohlgezielte Salve aus der eigenen Büchse den Spezl rächt, indem sie den hinterpfotzigen Feind ins digitale Nirvana schickt. Und man im nächsten Moment zusammen in einem Helikopter über das Schlachtfeld saust und sich diebisch freut, die feindlichen Linien aufzureiben, ohne das Fluggerät ausnahmsweise mal selbst gegen einen Strommasten zu rammen. Und die Grafik, wie das aussieht! Ach. Stundenlang könnt ich Anekdoten erzählen. Aber wer sich für sowas begeistern kann, ist eh schon an Bord (beziehungsweise windet sich noch, gell Christoph?), oder hat das alles schon als Kinderkram und Wunderlichkeit abgetan.

Screenshot vom eigenem (!) PC!

Ausgerechnet in einem Ballerspiel habe ich den Wandschmuck meiner Träume entdeckt! Ist zwar etwas milchig, weil meine Spielfigur im betreffenden Abschnitt eine Gasmaske getragen hat, aber man erkennts wohl trotzdem. Hat das schon mal wer in echt gesehen oder eine Ahnung wo ich das herkriegen könnte...? Geld spielt keine Rolle.

So. Und wie so oft bei diesen unüberlegten Verlegenheitseinträgen hier will mir nun kein rechter Schluss einfallen. Ich geb mir jetzt auch gar nicht die Mühe, einen schnieken Bogen zum Beginn zu schlagen, ich bin krank

Ich habe eine Ausrede.

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Nüßchen und Weintrauben mit Prosecco.

Was macht ein adretter Junggeselle, der eine zähe Erkältung auskuriert und deshalb nicht mit den werten Kollegen die Landeshauptstadt unsicher machen konnte? Logisch: Er lädt sich zwei bezaubernde Damen in seine Wohnung und lässt sie von diesen ordentlich verwüsten, damit die folgenden Partynacht-Fotos entstehen konnten:

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Wie Phönix aus der Asche

Ich fühle mich ausgezehrt, aber glücklich. Die Trachtenstrip-Seite ist endlich runderneuert und hätte ich vorher gewusst, welchen Aufwand das bedeutet, daraus ein vollwertiges Mitglieder-Portal zu machen, ich hätt’ sicher von vornherein die Segel gestrichen. Für mich, der ich eigentlich gar nicht mehr im Bereich Webprogrammierung tätig bin und ich die ganzen Programmiersprachen viel schneller als das Radfahren vergesse, eine Tour de Force.

Das Ergebnis viel zu vieler Abende präsentiert sich Euch nun in einer optisch (vorerst) nicht groß veränderten Trachtenstrip-Website, die dafür unter der Haube mächtig zugelegt hat. Die Idee: Wer in Zukunft auf Trachtenstrip.de was interessantes sehen will, muss sich anmelden. Das kostet nichts, große Teile des Inhalts erschließen sich auch dem Inhaber einer Gratis-Mitgliedschaft. Nur wer die Bilder sehen will, muss ab jetzt einen kleinen Obulus leisten. Das kann man als Fan nun gut finden oder nicht, mir wär’s lieber, man findet es gut, denn der Trachtenstrip kostet derzeit einfach viel mehr als er einbringt, und die Inhalte waren jetzt ohnehin jahrelang umsonst verfügbar. Das geht so nicht mehr.

Was sich auch verändert hat, Ihr merkt’s vielleicht an der Ich-Form, ich bin wieder Einzelkämpfer an der Trachtenstrip-Front. Zurück auf Anfang.

Daneben hab ich auch die zahlreichen Rufe nach einem Trachtenstrip-Kalender 2012 erhört und nun doch noch einen (Fan-)Kalender 2012 aus dem Boden gestampft, ultra-limitiert, für die ganz harten Sammler, ab sofort auf der Trachtenstrip-Seite zu bestellen.

Ihr tätet mir einen großen Gefallen, wenn Ihr ein wenig durch die neue Seite klickt, eine Gratis-Mitgliedschaft abschließt, etwas herumtestet. Denn in den nächsten Tagen möchte ich die ganzen derzeit noch schlafenden, gesammelten Fan-Adressen in der Trachtenstrip-Datenbank aktivieren und mit dem Newsletterversenden beginnen, da sollte dann schon alles reibungslos laufen.

In diesem Sinne,
dass es (diesemal) zum Durchbruch gereiche. ;- )

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Was mit Ausserirdischen und High-Heels.

Es wird mal wieder Zeit für ein schönes Rästel™!

Diesesmal etwas für die Cineasten unter Euch, es wird nicht leicht, wie ich vermute, um so mehr Ehre und Ruhm winkt dem, der das Rästel™ lösen kann.
Gesucht sind die Filme, aus denen die folgenden 6 Szenen stammen (hab ich alles über die letzten Wochen für dieses Rästel™ abfotografiert!). Für die Lösung ist der komplette Titel entscheidend. Der Gewinner bekommt besagten Ruhm, Anerkennung und wie üblich an dieser Stelle keine Uhr.

Und los geht’s:

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Rosies Schuh-Wahn

In meiner Rezension zu Transformers 3 habe ich den wundersamen Kleider- und Schuhtausch der Rosie Huntington-Whiteley bereits erwähnt, dem einher ging damals eine ausufernde Offline-Diskussion, in der ich meiner Behauptung den Beweis schuldig bleiben musste. Jetzt ist die Transformers 3-Bluray frisch bei mir eingetrudelt und erlaubt mir dank gestochen scharfen und entlarfenden Bildern, den Schuh-Beweis anzutreten.

Let’s go:

Um Minute 47 kommen Sam und Carly ins Hauptquarier der Transformers. Carly trägt solch neumodische Peep-Toe-Stiefeletten.

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