Mardermolch

9. Juli 2015

Indigene Balzversuche

Vor ein paar Tagen, an einem besonders heißen Julinachmittag, habe ich mich zum Schreiben ins Jenbachtal zurückgezogen und mir an einem Wasserfall ein schönes Refugium eingerichtet. Es dauerte nicht lange und am anderen Ufer tauchten auf dem Wanderweg zwei Frauen auf. Genau konnte es von meiner Warte aus nicht beurteilen, aber mindestens eine der beiden schien jung und braungebrannt, sportlich und nur mit Hotpants und einem dünnen Leibchen bekleidet zu sein. Und ich habe sie schon gehört bevor ich sie überhaupt hatte sehen können, denn sie trug eine Gitarre, auf der sie beim dahinwandern spielte.
14. Juni 2015

Die Grenzweltsaga

Die Grenzweltsaga (Arbeitstitel) ist mein neues Buchprojekt. Die Saga erzählt die Geschichte der Grenzwelt, einer Welt in der alle spirituellen Thesen, welche die Menschen je ersonnen haben, Naturgesetze sind. Einer Welt, in der Engel und Dämonen leben und allesamt ganz eigene Ziele und Pläne verfolgen. Und nicht alle sind den Menschen gewogen. Emanuel ist einer der beiden Protagonistin dieser Geschichte und gerät gleich zu Beginn zwischen die Fronten eines Krieges, dessen Auswirkungen auf die Menschheit er anfangs nicht einmal erahnen kann...
10. Juni 2015

Nix los hier.

Bad Feilnbachs Herz schlug nicht nach dem Puls der Zeit. Seinen Venen fehlte eine sauber definierte Gegenwart, und so mäanderte es irgendwo zwischen Vergangenheit und Zukunft dahin, stets unentschlossen, ob nun Fort- oder Rückschritt die bessere Alternative war. Vielleicht lag genau in dieser Ambivalenz Bad Feilnbachs Charme verborgen. Von seinem Standort irgendwo zwischen München und Österreich, zwischen Kur und Gewerbe, Brauchtum und Wellness-Oase lauschte der kleine Ort den verlockenden Reizen der Zukunft, behielt aber vorsichtshalber immer mindestens einen Fuß in der Vergangenheit, deren fester Boden Sicherheit und Ruhe versprach.
28. Mai 2015

Spirituell mit Hamster.

Ich lebe in einer Beziehung. Mit Leia. Leia hat schöne, rote Haare, ein paar Gramm zu viel auf den Rippen und immer kalte Füße. Sie verschläft den ganzen Tag, ich muss also kein schlechtes Gewissen haben wenn ich tagsüber arbeite und sie alleine lasse. Abends wacht sie auf, reckt und streckt sich erst einmal genüsslich und gähnt herzhaft. Und dann möchte sie Aufmerksamkeit. Sie ist so planbar, wie ein Hamster eben sein kann. Stellt keine Ansprüche, so lange immer genug zu fressen da ist und sie ihre Streicheleinheiten bekommt. Ich wusste bis dato nicht, dass Hamster auch kuscheln, Leia fordert das nachdrücklich ein, indem sie demonstrativ am Fenster ihres Terrariums hockt und mich mit ihren großen Knopfaugen anstiert. Ich kann mich unmöglich konzentrieren wenn sie das tut. Ich nehme sie dann heraus und wir schmusen. Ich wünschte, alle Frauen wären so einfach wie Leia. Und mit einfach meine ich in diesem Kontext einen Zustand der Klarheit: ich weiß genau was ich will. Und was mir zusteht.
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