Mardermolch

7. September 2015
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Dirndl Rausch

Lorenz Hölzl sog das Aroma der verbrannten Marihuana-Pflanzen mit einem tiefen Atemzug ein. Die traurigen Überreste der zerstörten Stauden ragten wie Knochen einer Brandleiche aus dem Boden und boten einen mitleiderregenden Anblick. Ihr Besitzer, Josef Feicht, der von allen hier in Feilnbach nur da Feichtl gerufen wurde, stand betrübt am Rande des Feldes bei einer Gruppe von Feuerwehrleuten und hatte eine Miene aufgesetzt, als wäre gerade die Welt untergegangen und nicht nur eine hektargroße Hanfplantage verkokelt. Immerhin seine zweite innerhalb einer Woche. Und bei einer Gesamtzahl von zwei Feldern hatte es sich nun ausgehanft für den Feichtl. Und damit war nun auch Lorenz offiziell in den Fall involviert. Kein Mord dieses Mal, sondern ein ganz ordinärer Feuerteufel. Der Bad Feilnbachs Bauern in Angst und Schrecken versetzte. So würde es morgen zumindest mit einiger Sicherheit in den lokalen Klatschblättern stehen, denen der kleine Kurort am Fuße des Wendelsteins seit ein paar Wochen wieder zuverlässig und stetig neues Material lieferte.
7. September 2015
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Die symphatische Wiesn…

Seit einer Woche ist gefühlt ganz Rosenheim nebst Umland im Ausnahmezustand. Denn das Herbstfest findet statt. Gerade hat die „sympathische Wiesn“ ihr zweites Wochenende hinter sich und steuert auf ihren Endspurt zu. Die Fotos in den Zeitungen oder auf den sozialen Kanälen zeigen lachende Menschen in bunten Trachten, die vor dem Riesenrad posieren oder Maßkrüge schwenken. Lokalprominenz und -politiker, die in der Menge baden. Friede-Freude-Lebkuchen. Was die Bilder in der Regel nicht zeigen: besinnungslos Betrunkene, Schlägereien, grantige Gesichter, die um Biertische kämpfen, grantige Türsteher, die aus dem Bild der sympathischen Wiesn nicht mehr wegzudenken sind.
23. August 2015
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Ach Echelon…

Ach Echelon. Was war ich gespannt auf Dich. Obwohl’s Dich nun schon so lange gibt, habe ich Dich heuer das erste Mal besucht. Ich habe wilde Geschichten über Dich gehört. Du seist eins der letzten großen Untergrund-Electro-Festivals, das noch nicht dem EDM-Kommerz verfallen sei, hat es geheißen. Nicht dass ich etwas gegen Mainstream hätte, ganz im Gegenteil. Ich höre gerne melodische elektronische Tanzmusik. Und ich mag auch die gigantischen Bühnen eines Tomorrowlands oder Electric Love. Mit den ganzen Lichtspielerein und den Feuerfontänen.
9. Juli 2015
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Indigene Balzversuche

Vor ein paar Tagen, an einem besonders heißen Julinachmittag, habe ich mich zum Schreiben ins Jenbachtal zurückgezogen und mir an einem Wasserfall ein schönes Refugium eingerichtet. Es dauerte nicht lange und am anderen Ufer tauchten auf dem Wanderweg zwei Frauen auf. Genau konnte es von meiner Warte aus nicht beurteilen, aber mindestens eine der beiden schien jung und braungebrannt, sportlich und nur mit Hotpants und einem dünnen Leibchen bekleidet zu sein. Und ich habe sie schon gehört bevor ich sie überhaupt hatte sehen können, denn sie trug eine Gitarre, auf der sie beim dahinwandern spielte.
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