Surfen

20. September 2016
siquijor-s

Sin Cebu City, Rendevouz mit einem Walhai und die Insel der Geister.

Der Fahrer des Motorradtaxis grinste anzüglich als ich ihm mein Ziel nannte und fragte mich während der fünfzehnminütigen Fahrt mehrmals: „Wanna haf a filipin görl?“ und schnalzte mit der Zunge. Als er mich schließlich am Mango Square absetzte, stürzte sich sofort eine Rotte Filipinos auf mich, die mir „Sör, wann haf a filipin görl?“, oder „Sör! Wonna go tu Bikinibar?“ und „Sör, wonna bai samsing tu smook?“ zuriefen. Einer von ihnen erwies sich als besonders hartnäckig, stellte sich mir als Dennis vor, hatte ein herzliches Grinsen von einem Ohr zum anderen im Gesicht und mit seinem schiefen Baseball-Käppi reichte er mir vielleicht allenfalls zur Schulter.
9. September 2016
pacifico0-s

Philippinen – Regenwolken im Paradies

Wir müssen uns mal über die Schattenseiten des Alleinreisens unterhalten. Ich habe in den letzten Wochen viele Komplimente für meine Reiseberichte und vor allem für die Bilder erhalten. Sie erwecken den Eindruck, dass ich mich von einem Paradies zum nächsten hangeln würde. Und in gewisser Weise stimmt das ja auch. Die Zeilen zum Beispiel tippe ich auf der Terrasse meiner Bambus-Hütte auf Siargao im Süden der Philippinen. Das kleine Ressort namens Bamboo Garden direkt am Strand wird von der Südafrikanerin Sonja und dem Australier Adam betrieben. Beide tiefenentspannt und bis hinter die Ohrläppchen tätowiert. Mit mir hängen hier vier ältere, ebenfalls superentspannte Australier, ein paar nervig-verliebte Pärchen, sowie je zwei Katzen- und Hundebabies, ein junger Seeadler und zwei alte Schildkröten herum.
19. August 2016
ella-s

Sri Lanka – Der kleine Adam und die Erkenntnis warum ich reise.

Was ist Reisen? Wann gilt ein Land als bereist, so dass man weiterziehen kann weil man alles gesehen hat? Ich hatte mir über diese Frage ziemlich lang den Kopf zerbrochen. Auf all meinen bisherigen Reisen hatte ich nur begrenzte Zeit, meist maximal drei Wochen. So lange, wie ich jetzt hier auf Sri Lanka war. Ich habe kaum etwas von den typischen Touristenzielen der Insel gesehen. Ich war nicht in Colombo, bin nicht auf den Adams Peak geklettert und werde mir die ganzen Sehenswürdigkeiten im berühmten Kandy nicht ansehen. Nein, auch nicht den Zahntempel. Weil mich Buddhas Zahn, der da angeblich drin liegt, etwa so viel interessierte wie das Paarungsverhalten der singhalesischen Fruchtfliege.
14. August 2016
titel-ahangama-s

Sri Lanka – Das Brett und der Bayer

Es war, als ob das Meer auf mich gewartet hätte. Darauf, dass ich mich endlich auf ein Brett stellte und mich damit in die Fluten stürzte. Jede Welle ein neuer Lehrer, jeder Tag eine neue Herausforderung. Ich hätte an dieser Stelle gerne damit geprahlt, wie elegant und seehundgleich ich gleich von Beginn an jede Welle erwischt und den perfekten Surf hingelegt habe, und nicht nur mich selbst auf die Nase. Aber das Meer hatte mir meine Grenzen gleich von Beginn an gnadenlos aufgezeigt. Dabei war es weniger der körperliche Aspekt, das Erschöpfende, das Auslaugende dieses Sports, das mit recht schnell vor Augen geführt hatte, dass Mountenbiken und das bisschen Fitnessstudio einen nicht im geringsten auf den ersten Surf vorbereiten konnten. Vielmehr stellte mich die psychische Komponente des Surfens vor eine Herausforderung.
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