Spiritualität

30. November 2016
indien-s

Erleuchtet

Aus den Boxen dröhnt das rhythmische Mantra eines Indianer-Gesanges. Es ist brütend heiß im ersten Stock des Yoga Barns in Ubud, obwohl der Raum zu allen Seiten hin offen ist. Doch weder die kühle Brise noch die am Limit kreiselnden Ventilatoren vermögen die Hitze, die von der heißen Sonne über Bali und den etwa 100 Tänzern ausgeht, zu lindern. Ich habe kurz gezögert, als der raunende Sprechgesang eingesetzt hat, doch mein Körper hat schnell einen Rhythmus ausgemacht, in dem ich mich nun grinsend wiege. Immer mehr Leute um mich herum tun es mir gleich, manche stehen nur auf der Stelle und wippen mit dem Kopf, andere hüpfen bereits ekstatisch auf und ab. Es sind vorwiegend Frauen, jeden Alters, die meisten davon jung. Und gutaussehend. Sie tragen knappe Klamotten im Goa-Style, haben Tattoos, Dreadlocks und klirrenden Schmuck an Armen und Fußknöcheln. Eine wunderschöne Inderin, wie frisch aus einem Bollywoodfilm entschlüpft, taucht plötzlich vor mir auf. In Hotpants und durchgeschwitztem, weißen Top, durch das sich ihre Brüste abzeichnen. Sie tanzt wie in Ekstase. Ich fühle mich an die legendäre Tanzszene in Zion aus Matrix Reloaded erinnert. Das Mantra geht allmählich in einen satten Beat über und ich kann mich nicht mehr halten, ich muss auch springen, tanzen, es reisst mich mit, um mich herum schwitzende, halbnackte Leiber, manche davon eng ineinander verschlungen, alle mit einem Lachen oder Grinsen im Gesicht. Ich wünsche mir, dass dieser Moment niemals endet.
28. Mai 2015
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Spirituell mit Hamster.

Ich lebe in einer Beziehung. Mit Leia. Leia hat schöne, rote Haare, ein paar Gramm zu viel auf den Rippen und immer kalte Füße. Sie verschläft den ganzen Tag, ich muss also kein schlechtes Gewissen haben wenn ich tagsüber arbeite und sie alleine lasse. Abends wacht sie auf, reckt und streckt sich erst einmal genüsslich und gähnt herzhaft. Und dann möchte sie Aufmerksamkeit. Sie ist so planbar, wie ein Hamster eben sein kann. Stellt keine Ansprüche, so lange immer genug zu fressen da ist und sie ihre Streicheleinheiten bekommt. Ich wusste bis dato nicht, dass Hamster auch kuscheln, Leia fordert das nachdrücklich ein, indem sie demonstrativ am Fenster ihres Terrariums hockt und mich mit ihren großen Knopfaugen anstiert. Ich kann mich unmöglich konzentrieren wenn sie das tut. Ich nehme sie dann heraus und wir schmusen. Ich wünschte, alle Frauen wären so einfach wie Leia. Und mit einfach meine ich in diesem Kontext einen Zustand der Klarheit: ich weiß genau was ich will. Und was mir zusteht.
12. April 2013
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Ein Schneeballsystem.

Dabei würde genau dort der Schlüssel liegen. In einem selbst. Unsere Umwelt ist nichts anderes als ein großer Spiegel, der uns unsere Emotionen, Gefühle und Gedanken solange zurückschleudert, bis wir begriffen haben, dass wir nur etwas verändern, wenn wir uns selbst ändern. Wer seine Spiegel hingegen zerdeppert, wird dahinter nur immer neue, noch größere Spiegel vorfinden. Leider scheint es um so vieles einfacher zu sein, Fehler und Verschulden im Außen zu suchen.
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