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Kukuruz

Wer die Suchfunktion hier im Blog mit dem Suchwort „Goisern“ bemüht, stößt auf zahlreiche Beiträge, solche, die mit mehr Herzblut als gewöhnlich geschrieben wurden, dafür umso seltener kommentiert. Ich weiß gar nicht mehr, wann ich eigentlich angefangen habe, mich für Hubert von Goiserns Musik zu begeistern, 15 Jahre werden nicht mehr reichen. Und nun geschieht gerade etwas, was ich in all den Jahren noch nie erlebt habe: Ein Goisern-Album hat plötzlich Erfolg im Mainstream. In Österreich ist die Single Brenna tuats guat seit 3 Wochen auf Platz 1, Ö3 spielt’s rauf und runter, das hat Hubert einst nicht einmal mit dem Hiatamadl geschafft. Seit langer Zeit gibt’s auch wieder eine Single-Auskoppelung. Mit etwas Verspätung schwappt auch eine kleine Welle nach Deutschland, Bayern 1 spielt seit geraumer Zeit das etwas bedächtigere hålt nit ån, offensichtlich befindet man das als für’s Zielpublikum geeigneter, das gleicht sich dem Takt der Herzschrittmacher besser an als Brenna tuats guat. Immerhin hat nun auch Bayern 3 erkannt, dass sich da vielleicht ein Trend anbahnt und hat neuerdings Goisern im Programm. Doch was ist eigentlich passiert? Warum ausgerechnet ENTWEDERundODER, das aktuelle Album? Vielleicht trifft die von allen alternativen Einflüssen größtenteils entschlackte neue Platte, die nur auf die Kernelemente des Goisern-Stils, nämlich Mundart mit Ziach, Schlagzeug und E-Gitarre, reduziert ist, jetzt den Massengeschmack, der durch diverse Vorreiter der letzten Jahre wie HMBC oder LaBrassbanda sensibilisiert ist? Das, oder es ist purer Zufall. Denn rein qualitativ unterscheidet sich ENTWEDERundODER nun nicht wirklich von dem, was der Mann sonst bislang so in petto hatte, und ich behaupte, es gab auch schon mindestens vergleichbar mit Brenna tuats guat massentaugliche Stücke. Macht aber nichts. ENTWEDERundODER ist vielleicht auch gar kein so schlechter Einstieg in sein Gesamtwerk, der aufgeschlossene Neuling wird vergleichsweise sanft ins Genre des ethno-austrischen Alpenrocks eingeführt, ohne gleich von Balalaika-Klängen und minutenlangen Jazz-Improvisationen verschreckt zu werden.

Wem Brenna tuats guat gefällt, der kann durchaus auch einen Blick auf das ganze Album wagen, denn mit Ausnahme des vielleicht etwas gewöhnungsbedürftigen indianer befinden sich nur ähnlich gute Stücke auf der Scheibe.

Anspieltipps: heidi hålt mi, nit lång her und neama bång

Hubert von Goisern: Entwederundoder from Hubert von Goisern on Vimeo.

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