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24 – Die erste Staffel

Neun Jahre hat es gedauert, bis mir, dem erklärten Serien-Junkie, schließlich dann doch noch 24 in Form einer kompletten Box mit allen acht Staffeln1 zuging. Knapp einen Monat habe ich gebraucht, um mich durch den Serien-Auftakt zu kämpfen.

Das Konzept von 24 ist, denke ich, mittlerweile hinlänglich bekannt, Jack Bauer aka Kiefer Sutherland versucht, in Echtzeit2 Bösewichtern das Handwerk zu legen. In Staffel No. 1 werden Frau und Tochter entführt, er soll für ihre Freilassung den ersten schwarzen Präsidentschaftskandidaten meucheln. Das alles ist hübsch spannend, vor allem am Anfang noch, irgendwann ab der Mitte gehen die Autoren aber die Pferde durch.

Möglicherweise liegt’s am fragwürdigen Konzept, dem, anstelle eines Höhepunktes, der sich über die Staffel hinweg aufbaut, viele kleine Klimaxe einzubauen. Denn damit das Tempo immer schön hoch bleibt, werden die Story-Twists zunehmend haarsträubender. Da werden die ohnehin schwer an den Nerven des Zuschauers zehrenden Figuren der Kim und Terry Bauer gefühlte 15mal entführt, immer in allerletzter Sekunde gelingt eine abstruse Flucht, die dann schließlich doch wieder in den Händen der Häscher endet. Ach. Klar.
Nicht einmal vor einer völlig an den Haaren herbeigezogenen Amnesie Terrys oder einer seltsame Liaison Kims zu ihrem Entführer schrecken die Autoren zurück. Auch auf der zweiten der drei Handlungsebenen, der um Senator Palmer, sieht’s nicht besser aus. Der muss sich mit seiner verkorksten Familie herumschlagen und hier ist vor allem seine Frau Sherry an Unsympathie kaum zu überbieten.

Am Ende bleibt der fade Beigeschmack, dass die erste Staffel 24 so viel besser hätte sein können, wenn sie nur 12 Stunden gedauert hätte, an den richtigen Stellen gerafft worden wäre und sich auf die Figur des Jack Bauer konzentriert hätte. Denn immer wenn Sutherland als geschunden tragischer Charakter durchs Bild hetzt, ständig hin und her gerissen zwischen dem Schicksal seiner Familie und seinem Pflichtgefühl, dann ist das großes Kino und macht den Ballast der Nebenhandlungen nur noch unerträglicher. Übrigens, der Schlusstwist mit der finalen Enthüllung des wirklich finalen, ganz ehrlich, echt jetzt, Maulwurfs, mag im ersten Moment ein Schlag in die Magengrube des Zuschauers und dementsprechend aufwühlend sein, betrachtet man die vorangegangenen Ereignisse allerdings mit diesem neuem Wissen, sträuben sich einem die Nackenhaare. So einen unlogischen Schachzug hätte sich nicht einmal Michael Bay in einem seiner Krachbumm-Reisser einzubauen getraut, und das will schon was heissen.

Vielleicht bin ich von Perlen wie Lost, Firefly, Battlestar Galactica, Californication und Co. mittlerweile zu verwöhnt, vielleicht waren Serien 2002 einfach noch nicht auf dem Niveau, das sie heute erreicht haben3. 24 kriegt aber noch eine zweite Chance, immerhin heißt es ja, dass dessen Qualität mit den folgenden Staffeln stark zunimmt und Potential hat ja der Auftakt durchaus erkennen lassen.

Und was täte ich denn sonst mit meiner freien Zeit.

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  1. Die horrenden 193 € habe ich allerdings nicht bezahlt. Das gab’s um Ostern im Rahmen einer Sonderaktion bei Amazon für die Hälfte.
  2. Gut, das stimmt nicht ganz, eine Folge dauert 40 Minuten, der Rest ist für Werbung reserviert, sollte man sich das Ding echt im TV zu Gemüte führen. Es heißt ja, das es solch seltsame Leute geben soll.
  3. Was eigentlich Blödsinn ist, siehe beispielsweise Akte X

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