(Es folgt einer dieser Texte, die nach Parties im tiefsten Rausch entstehen. Ich kann mich nicht einmal erinnern, wann ich den gestern geschrieben hab, habe ihn gerade in den Notizen meines iPhones (!) gefunden. Ich musste nur die Tipp-Fehler beseitigen. Ist ein wenig melancholisch, aber noch ist ja nicht Frühling, da sollte das in Ordnung gehen.)
Eigentlich hätte er nur tanzen wollen. Aber die Furcht vor der grünen Hexe konnte ihm nicht einmal die schöne Prinzessin nehmen und so machte er sich mit seinen treuen Gefährten auf in die niederen Sümpfe des Faschings, dahin, wo der Dreck auf dem Boden und an den Wänden mit dem Alkohol im Blut ein faszinierendes Ballett aufführt und die Sinne schleichend zerstört. Für ihn ist es schwer zu verstehen, was die Leute antreibt, die sich hier in Massen schwitzend und saufend durch diese zwei Turnhallen drängen, der Wiki-Waki-Wu zirkuliert aber noch durch seinen Körper und unterdrückt den kreischenden Zwang zu flüchten.
Eines dieser seltsamen Phänomene des Faschings ist der Hang mancher Mädchen, sich betont erotisch zu kleiden. Egal ob das die Krankenschwester, die Ballerina, die Zigeunerin ist. Strapse, Netzstrumpfhosen, hochhackiges Schuhwerk und tief ausgeschnittene Dekolletees. Es ist nicht so, dass ihm das nicht gefallen würde, aber die selben Mädchen laufen den Rest des Jahres zugeknöpft und verbissen durchs Leben und als wäre der Fasching, diese kurze regellose Zeit, ein Fenster in ein alternatives ich, das man gerne wäre, sich aber nicht zu sein traut. Egal. Tanzen. Oder rhythmisches Gezucke im Takt der Bässe. Dort eine Orchidee, eine Lichtgestalt, ein orientalisches Kleinod. SIE tanzt mit ihm. Und gefällt ihm. Doch sie ist Lehrerin. Er fragt sich in welchem Teil seines Körpers sich dieser verflixte funktionsgestörte Magnet befindet. Und er hat noch nicht herausgefunden, an welcher Stelle er die Herdplatte schmerzfrei berühren könnte.
Schlümpfe. So viele Schlümpfe. Ein Dauerbrenner unter den Kostümen. Auf jeder Faschings-Veranstaltung gibt es sie. Sie sind wie eine Seuche, eine genausolche wie die Zwergenarmeen und die Nasen mit den Flötzinger-Strohhüten. Doch dann erblickt er zwei Na’vi, sie schimmern aus der Menge, wohl auch deshalb, weil sie unter einer blauem Neonröhre sitzen. Auf den kleinen technischen Fehler ihres zugegebenermaßen nahezu perfekten Kostüms angesprochen, reagieren sie verschnupft. Erklären, dass sie seit Donnerstag jeden Abend weg waren. Beide stocknüchtern. Jedesmal. Es musste zu diesem Zeitpunkt irgendetwas um 2 Uhr früh gewesen sein. Er war beeindruckt und verwirrt zugleich. Denn Blumen waren bei den beiden keine zu gewinnen und mehr als zu einem Foto konnte er sie nicht bewegen.
Was treibt Euch an? Dachte er, und verlor sich im betäubenden Rausch von Lärm, Gestank, Trunkenheit, Hitze und Kälte.


Wow! Wenn man das liest weiß “er”, daß der Wiki-Waki Wu eine harte Droge ist.
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Drum wird ja nur einer von denen pro Nase ausgegeben…
Menschenskinder Andi, kehrt der depressive Höhlenmensch zurück?
Och Agnes. Dan Brown hat doch auch keinen Gott-Komplex und ein Goethe war sicher kein (ausschließlicher) Menschenhasser. Es liegt mir fern, mich mit den genannten auch nur annähernd zu vergleichen. Aber die Intention ist die selbe. Ein Gefühl, ein Stichwort, etwas, das man gesehen oder erlebt hat und dann eine Geschichte darum strickt. Woher willst Du beispielsweise wissen, dass ich überhaupt in Raubling war? Oder dass der Text von mir stammt und nicht von irgendwo abgeschrieben ist? Oder noch besser: dass ich nicht schon lange wieder in festen Händen bin?
It’s Showbusiness. Alles andere bespricht man gepflegt auf herkömmliche Art bei Wein und Kaffee.