Nach dem Nachtflohmarkt…

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A lle Jahre wieder findet im Mikrokosmos von Feilnbach, unberührt vom Weltgeschehen und all den wirklich wichtigen Dingen im Leben, der Nachtflohmarkt statt. Mit schöner Regelmäßigkeit, sich jedes Mal nur marginal verändernd, von der Aussenwelt größtenteils unbeachtet. Aus dem Umkreis lockt er trotzdem ein ums andere Mal zahlreiche Besucher an, was sie hier zu finden gedenken, Zerstreuung, seltene oder vergessen Schätze auf den Wühltischen der Händler oder einfach nur eine Brotzeit im Bierzelt-Stil um die Wartezeit zur Wiesn zu verkürzen, wer weiß das schon. Was genau den Nachtflohmarkt so erfolgreich macht? Das Wetter kann's nicht sein. Wiedereinmal, wie schon das Jahr zuvor, und auch das davor und noch viele weitere vergangene, war darauf nur bedingt Verlass. Krisensitzungen, bis fast ganz zuletzt, wie viel Risiko beim Wareneinkauf eingegangen werden muss. Von seiner unerbittlichen Seite zeigte sich das Wetter noch am Anfang der Woche, störrisch zur Mitte, gnädig am Festtag. Sommerliche Wärme ließ sich nur in vereinzelten Ansammlungen warmer Luft, die sich immer dann bildeten, wenn die Sonne auf den nassen Asphalt strahlte, erahnen. Ein oder zwei Regenschauer durchnässten ein paar vorwitzigen Händlern, die nicht bis zum Anpfiff warten wollten um ihr Angebot zu präsentieren, die Stände, pünktlich zum Abend, wie immer, schlossen sich aber die Schleusen und die Besucher hatten genug Gelegenheit, den Feuerwehrlern in der Küche richtig Beine zu machen, fast schien es, als hätten sie alle das verlängerte Wochenende mit Fasten verbracht. Vielleicht sind es die familienfreundlichen Preise, für die wir wieder ein paar mal gelobt wurden. Oder die doch recht heimelige Atmosphäre auf dem Marktgelände. Vielleicht ist es aber auch die Bowle, für die mich heute wohl ein paar Leute verfluchen, denn aus einer Laune heraus hielt ich es für eine gute Idee, sie dieses Mal recht, ich umschreibe es mit „würzig“, zu gestalten. Und weil es doch gerne heißt, dass in Feilnbach nie was los ist, die Bürgersteige hochgeklappt werden und es ja derzeit auch keine Haxn gibt, haben wir in der deren Partyhütte für all jene, die nicht um 22 Uhr schon heim mussten, bis spät in die Nacht süffiges Hochprozentiges unters Volk gebracht. Und wenn die Schmerzen in den Gliedern nach der ungewohnten Anstrengung langsam nachlassen, die Bahnhofsstrasse wieder so aussieht, als wäre nie etwas gewesen, Kurgäste über sie schlurfen und sich der Sommer überlegt, ob er sich das Trauerspiel dieses Jahr wirklich noch geben soll oder nicht lieber gleich den Herbst herüberschickt, dann ist er wieder da, der Alltag. Und wir können wieder so tun, als würden wir uns für die wirklich wichtigen Dinge interessieren.

Mardermolch
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Dieses Weblog ist dem Mardermolch gewidmet, jener oftmals unterschätzten und gerne vernachlässigten Spezies der Satire, des Spaßes, wider der Ignoranz und der Dummheit und allgemein für eine bessere Welt.

2 Comments

  1. Agneschka sagt:

    Ohne Kathrin alles doof und: Andi dein Obstsalat hatte es in sich.

  2. Kathrin sagt:

    Auch wenns mich natürlich ehrt, aber die Bilder zeigen deutlich, dass ihrs auch ohne mich bestens geschafft habt! ;-) Und der nächste Nachtflohmarkt kommt bestimmt…

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