Kupplerball 2011

Ballerspielkunst
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Der Falzmentol
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I ch habs ja schon öfters gefordert. Der Fasching gehört in den Sommer. Damit man, wenn man kostümiert das Haus verlässt, nicht zunächst überlegen muss, ob man einen Mantel mitnimmt, oder einfach soviel säuft, dass sich das Kältegefühl gar nicht erst einstellt. Damit die Damen im hochhackigem Schuhwerk auf dem schlammigem Parkplatz nicht versumpfen. Und prinzipiell weniger anziehen. Aber gut.
Man muss nehmen, was man kriegen kann und prinzipiell ist ja auch egal, wo man sich seinen Rausch abholt, wenn nur genug Alkohol da ist. Und bevor jetzt wieder einer nach seiner Moral-Keule sucht und ausholen möchte: Darum geht’s doch beim ländlichem Fasching. Man sucht sich in letzter Sekunde irgendeinen Fetzen, ist ohnehin total genervt wegen der dummen Verkleiderei, dann landet man irgendwo in einer Scheune am Arsch der Welt, in die der Veranstalter ein paar Luftschlangen gehängt hat, und dann versucht man, sich möglichst schnell das Licht auszuknipsen. Drum sind die ersten 2-3 Stunden auf solchen Parties immer recht fade, hält man es aber eine Zeit lang dort aus ergeben sich, hm, „interessante“ Gelegenheiten.

Aber ganz anders der gestrige Kupplerball in Thal. Es begann mit einer Flasche Prosecco. Als feste Größe im Rosenheimer Fasching stellt der Kupplerball eines der Faschings-Highlights dar. Das geht schon bei der Anreise los. Die Parkflächen wunderbar befestigt, wie es sich für eine Veranstaltung im Winter gehört, damit die Gäste trockenen Fusses in die Veranstaltungsräume gelangen, das äusserst adrette und passend gekleidete Parkplatz-Service-Personal, der moderate Eintrittspreis von nur 7 Euro, so wunderbar fängt kein anderes Event an. Als wir um ca. 20 Uhr dort ankamen, war es bereits brechend voll, die Kostüme der anwesenden Gäste überboten sich gegenseitig in Originalität und Qualität. Auf sagenhaften 4 (oder 5, je nach Zählweise) sogenannten Areas konnte man sich verlustieren, ausgefallene Getränke und Cocktails ordern und sich an den angebotenen Speisen laben. Und ein feines Spiel haben sich die Veranstalter ausgedacht: Jedes Eintrittsbändchen war mit einer Nummer versehen, wer seinen Partner mit der gleichen Nummer fand und als erster an der Bar erschien, erhielt eine Überraschung! Genial! Leider haben wir im Trubel die Aktion nicht weiter verfolgen können, sind uns aber sicher, dass sie ein voller Erfolg war! Sogar eine Rock-Band hatte man engagiert, die legte mit einem Partykracher nach dem anderen auch gleich so richtig los und brachte das Publikum in der Haupt-Area zum kochen! Die Damen rissen sich die Kleider nur so vom Leib, die blanken Oberkörper der Männer glitzerten feucht, die Luft fibrierte und es flogen kleine Drachen von der Decke und spuckten rosa und rote Flammen in die flirrende Luft. Das optimale Mischverhältnis, für das die Eintrittskarten-Verkäufer garantiert hatten, sorgte dafür, dass kein Mann ohne mindestens eine männliche Begleitung heimgehen musste und das gigantische Feuerwerk erleuchtete den Heimweg der Gäste während kleine, leuchtende Gnome am Straßenrand freudig auf und ab hoppelten. Ich schätze mich äussert glücklich, wieder einmal an diesem fulminanten Event teilgenommen haben zu dürfen, dem dieser minderwertige Bericht leider überhaupt nicht gerecht wird, und kann es kaum erwarten, den nächsten Rosenheimer Faschingsball besuchen zu dürfen.
Prost Fasching!

Mardermolch
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Dieses Weblog ist dem Mardermolch gewidmet, jener oftmals unterschätzten und gerne vernachlässigten Spezies der Satire, des Spaßes, wider der Ignoranz und der Dummheit und allgemein für eine bessere Welt.

7 Comments

  1. Hoppsä sagt:

    Ähm Andi …warst du gestern auf einem anderen Kupplerball als ich oder bin ich einfach zu alt und zu routiniert was solche festl amngeht das nur ich das gestern scheiße fand ?

  2. Flo Stä sagt:

    Du Hoppsä, ich glaub, da blitzt ein wenig bis sehr viel Ironie aus diesem so glamourösen Bericht ;-)

  3. Hoppsä sagt:

    das is mir schon klar aber so viel kann ja ned mal da andi getrunken haben das er sich das derart schön gesoffen hat :-)

  4. Chef sagt:

    Ja und? Welche Erfolge kannst vorweisen?

  5. Andi sagt:

    Was im Fasching geschieht, bleibt im Fasching. ;- )
    Und ja, Hoppsä, mir hats ausnahmsweise und trotz dem Bericht oben wirklich gut gefallen.

  6. Ike sagt:

    „… sorgte dafür, dass kein MANN ohne mindestens eine MÄNNLICHE Begleitung heimgehen musste…“

    hm?

    • Andi sagt:

      Beim dritten (!) Gegenlesen ist es mir auch aufgefallen, dann dachte ich aber: „Jetzt schaun wir mal, wieviele da (auch) drüber lesen…“ Also, Herr Ike, herzlichen Glückwunsch! Sie gewinnen keine Uhr!

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