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Die Wiesn, man kennt das.

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M an kennt das. Man sitzt, so gemütlich es eben geht, auf seiner Bierbank , während die 14jährigen Tweens hinter einem im rauschigen Tanz einen immer wieder ins Kreuz treten. Dabei sieht man sinnierend seinen Acht-Euro-Maßkrug an und versucht, sich möglichst nicht zu sehr der Vorstellung hinzugeben, wie viele Menschen den wohl schon hingebungsvoll mit dem weichrosarotem Fleisch der Innenseiten ihrer Lippen liebkost haben oder wie viele Darmbakterien von ungewaschenen Händen darauf Dynastien gegründet, die Republik erfunden und dann ins Verderben gestürzt sind und was von all dem die im Akkord arbeitenden Gläserspülmaschinen wegputzen konnten. Man fragt sich, ob man der einzige ist, der gewisse Ermüdungserscheinungen für das nur minimal den Vorjahren gegenüber veränderte und „perfektionierte“ Repertoire der beiden Musikkapellen zeigt. Wenn man es wieder einmal nicht geschafft hat, rechtzeitig das richtige Maß an Maßen zu konsumieren hat um das, selbst unter Ansatz großzügigster Maßstäbe durchwachsene Spiel der Blechinstrumente- und Mottenpopsongs-Vergewaltiger, gut oder zumindest akzeptabel finden zu können. Natürlich müsste man nicht hier sitzen sondern könnte draußen umherschlendern, für eine zehnsekündige Achterbahn- oder Wildwasserfahrt Geld ausgeben, sich billige Plastikrosen schießen oder sein Losglück auf die Probe stellen. Vielleicht träfe man dann auch das ein oder andere bekannte, und mit etwas Glück auch nette Gesicht, das sich für einen Plausch eignet. Man könnte sich aber auch nur an den vorbeischwadronierenden Menschenmassen ergötzen, all den hübschen Mädchen in ihren glitzrigen Dirndlkleidern und ihren schwindelerregend hohen High-Heels hinterhergucken. Vielleicht steht man, wenn man’s dann aus Bequemlichkeit nicht aus dem Zelt geschafft hat, doch mit auf der Bierbank, lässt die alkoholdurchtränkten Blutbahnen ans Steuer und reißt die Arme beim Fliegerlied nach oben und vergisst für ein paar angenehme Momente seine kleinen und großen Alltagsproblemchen und die Unendlichkeit findet sich plötzlich nur noch im Ausschnitt der schönen Dame gegenüber.
Aber das kennt man ja.

Mardermolch
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Dieses Weblog ist dem Mardermolch gewidmet, jener oftmals unterschätzten und gerne vernachlässigten Spezies der Satire, des Spaßes, wider der Ignoranz und der Dummheit und allgemein für eine bessere Welt.

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