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Letzter Halt: Erdgeschoss.

Nestwärme
24. Oktober 2010
Schwitzende Schweizer
9. Dezember 2010
 

N un gut.



Nein, gut ist eigentlich nichts, aber vielleicht sollten wir, derzeit im speziellen ich, das Leben einfach ein wenig sportlicher nehmen. Und als ich mich dabei ertappt habe, in einige alte, mittlerweile eigentlich von mir verpönten, Denkweisen zurück zu fallen, haue ich hiermit die metaphorische Handbremse rein bevor ich den Kopf in den Schnee zu stecke und hoffe, dass er festfriert. Und der alte Murphy ist eben ein ziemlicher Arsch, weil er seine dummen Gesetze nicht für sich behalten konnte und sie zu allem Überfluss auch noch meistens stimmen.

Und damit dieser Beitrag hier zumindest ein bisschen Mehrwert hat, nutze ich die Gelegenheit, um mich bei all meinen Freunden zu bedanken, die mich so sehr unterstützen und aufbauen. Einem Teil davon ist es gestern gelungen, mich zu einer Sauftour zu überreden, beginnend in meiner derzeitigen Wohnung in Aibling und endend, für einen Teil von uns zumindest, im Erdgeschoss. Also in der Kneipe. Oder wie auch immer diese Vorhölle genannt wird. Ich hatte schon davon gehört, dass es dort, wo sich einst die ehemalige Kult-Kneipe Mona Lisa befand, derzeit ein neuer In-Treff entwickelt, wohl aber eher für ein jüngeres Publikum. Und, lasst es mich so umschreiben, wäre der Alkohol nicht bereits in meiner Wohnung reichlich meine Kelle hinuntergerannt, ich hätte nicht mal einen Fuß über die Türschwelle gesetzt. Das darf man dort übrigens nur, wenn man zum Sympathisanten der Bayern-Partei wird und sich dafür selbst einen Ausweis ausstellt. Denn das Erdgeschoss ist eine Regionalgeschäftsstelle der Partei, wer sich darin aufhält, befindet sich quasi in geschlossener Gesellschaft und, deshalb veranstalten die den ganzen Terz, darf, entgegen bayerischer Gesetze, rauchen. Inwiefern das legal ist und wie lange dieses Spielchen noch gehen wird kann sich jeder selbst beantworten. Jedenfalls betrete ich als Jochen Schweizer, wohnhaft im Jodeltal am Nordpol, Sympathisant seit 2008, den Laden und tauche ein in ein Meer aus jungen Leuten die sich wie Sardinen in den Raum um die Bar drängen. Es ist dunkel, muffig, stinkt nach Rauch, der Alkohol ist billig. Genau die Art Lokalität, in die mich sonst keine 10 Pferde bringen, gestern hatte ich allerdings, wie erwähnt, den richtigen Pegel. Es folgten also vergnügliche, alkoholische Stunden, bemerkenswert ist diese Geschichte eigentlich nur wegen ihrem Ende: Denn das ist für jeden von uns recht ungewöhnlich ausgefallen. Ich beispielsweise bin mit Filmriss und aus dem Handy entfernter Simkarte (iPhone-Besitzer wissen, dass das nicht so ohne weiters möglich ist) um halb 6 morgens in meiner Wohnung aufgewacht. Einen anderem, von mir jetzt mal vorsorglich anonym gehaltenem, Saufkumpan kam wohl die verführerische Idee in den Sinn, in einer lauschigen Winternacht ein uraltes Damenrad ohne Licht, Bremse und mit einem einzelnem Gang zu borgen und von Aibling nach Feilnbach heimzuradeln, ein dritter musste sich am Ende seiner Kräfte von seiner Freundin holen lassen und der schlimmste von allen endete in einem Taxi nach Rosenheim, wo er immer dann, wenn er aus einer Kneipe zwecks Ladenschluss rausflog in die nächste zog, bis er schließlich zur ungefähr selben Zeit in der ich in meiner Wohnung aufgewacht war, 10 Weißwürste in einer Feilnbacher Bäckerei orderte.

Und was lernen wir daraus? Während ich diese Zeilen meinen Laptop tippe kommt mir zumindest ein Gesetz von Murphy, dem Arsch, in den Sinn, mit dem er, aus einer gewissen Sichtweise betrachtet, so herrlich recht hat: Man hat niemals Zeit, es richtig zu machen, aber immer Zeit, es noch einmal zu machen.

Mardermolch
Mardermolch
Dieses Weblog ist dem Mardermolch gewidmet, jener oftmals unterschätzten und gerne vernachlässigten Spezies der Satire, des Spaßes, wider der Ignoranz und der Dummheit und allgemein für eine bessere Welt.

7 Comments

  1. Kathrin sagt:

    Hast du nicht gesagt, du warst brav?!

  2. Andi sagt:

    Ich bin mir sicher, dass ich das auch war.

  3. FMT sagt:

    Und wie wir brav waren… wir haben alle schön brav ausgetrunken…

    Das muss ja ein sauharter Hund gewesen sein, der mit dem Radl…

  4. Gerda sagt:

    Wieviel Gehirnzellen bei jedem Vollrausch absterben ist nicht genau zu sagen, da gehen die Meinungen auseinander. Wissenschaftler sprechen von 30 000 bis zu einer Million.

    … also seid Ihr jetzt im Minus …
    und falls der „Radler“ paar mehr gehabt hat (was ich fast schon bezweifel .. ) sind die sicher erfroren …

    Aber man kann sich ja alles „schön saufen“ :))

  5. Anwesender sagt:

    Hat das mal einer bei dir versucht ? Ich meine das mit dem schön saufen ?

  6. Gerda sagt:

    Klar, man kann sich alles schön saufen … dich sicher auch :)

  7. DaHeifeida sagt:

    Nur gut, dass wir zu der Sorte Menschen gehören, die mit einem gehörigen Überschuß an Gehrnzellen gesegnet sind. Ich glaub mal so viel geballte Intelligenz hat der Schuppen schon seit längerem nicht mehr gesehen.

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