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1. Dezember 2015
lametta-II

Früher war mehr Lametta

Wie bewertet man ein Jahr, das mit dem Ende einer Beziehung begonnen hat? Silvester naht und ich frage mich immer wieder, was ich nun von diesem 2015 halten soll. Überschattet die Trennung von einem geliebten Menschen all die schönen Erlebnisse der vergangenen zehn Monate? Oder wäre eventuell sogar Dank angebracht?
9. November 2015
november

Novemberblues

Schlacksige Sehne zwischen Spätsommergefühlen und Winterblues. Ein Kackmonat. Ein Kackmonat, der sich bislang nicht einmal die Mühe macht, seinem schlechten Ruf gerecht zu werden. Sondern trotzig einen schönen Sonnentag nach dem anderen raushaut, als hätte es dieses Jahr davon nicht ohnehin schon viel zu viele gegeben. Und fast ist man ja geneigt, dass man gar nicht mehr zetern kann, über das räudige Dreckswetter hier, und dass man am liebsten in den Süden fliehen möchte. Wenn man genau hinsieht, und die Tage hochzählt, ist die Ziellinie in Sicht und ich ertappe mich dabei, wie ich die Frage nach einem Fazit für dieses Jahr wie ein exotisches Bonbon testend im Mund hin und her schiebe. Schmeckt es süß? Oder kommt der Chilligeschmack durch? Etwas Schokoladenaroma ist auch drin und irgendein hinterpfotziger Pfeffer, und der Speichel sammelt sich unter der Zunge und fast vergesse ich zu schlucken. Eiserner Contenance sei Dank beherrsche ich mich aber und spucke das Ding nicht quer durch den Raum. Sondern konzentriere mich.
10. September 2015
sommernacht

Ein Sommernachtstraum

Die Sonne hatte die Luft so sehr aufgeheizt, dass die Wärme eine physische Qualität gewann. Sie entwickelte eine Präsenz, schärfte ihr Profil und wuchs über sich selbst hinaus, gleich einem dringenden Wunsch, der kurz vor seiner Erfüllung noch einmal all seine Kraft in eine übermächtige, sehnsüchtige Leidenschaft steckte.
7. September 2015
Dirndl-Kiffer1

Dirndl Rausch

Lorenz Hölzl sog das Aroma der verbrannten Marihuana-Pflanzen mit einem tiefen Atemzug ein. Die traurigen Überreste der zerstörten Stauden ragten wie Knochen einer Brandleiche aus dem Boden und boten einen mitleiderregenden Anblick. Ihr Besitzer, Josef Feicht, der von allen hier in Feilnbach nur da Feichtl gerufen wurde, stand betrübt am Rande des Feldes bei einer Gruppe von Feuerwehrleuten und hatte eine Miene aufgesetzt, als wäre gerade die Welt untergegangen und nicht nur eine hektargroße Hanfplantage verkokelt. Immerhin seine zweite innerhalb einer Woche. Und bei einer Gesamtzahl von zwei Feldern hatte es sich nun ausgehanft für den Feichtl. Und damit war nun auch Lorenz offiziell in den Fall involviert. Kein Mord dieses Mal, sondern ein ganz ordinärer Feuerteufel. Der Bad Feilnbachs Bauern in Angst und Schrecken versetzte. So würde es morgen zumindest mit einiger Sicherheit in den lokalen Klatschblättern stehen, denen der kleine Kurort am Fuße des Wendelsteins seit ein paar Wochen wieder zuverlässig und stetig neues Material lieferte.
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