Mardermolch

3. August 2016
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Sri Lanka – Alles auf Anfang.

Während ich diese Zeilen schreibe sitze ich auf der Teakholz-Terrasse meiner Cabana am Strand von Tangalle in Sri Lanka und trinke frisch gemixten Fruchtsaft. Die Brandung des Meeres rauscht mir in den Ohren und der Wind treibt den Geruch von Gras in meine Nase, das ein paar Locals ein paar Meter weiter im Schatten einer Palme rauchen. Vielleicht gehe ich später noch rüber, aber im Moment bin ich auch ohne rundum zufrieden.
24. Mai 2016
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Tête À Tête

In meinem Whiskey-Glas liegen zwei dunkle Specksteine und kühlen das sauteure Getränk ohne es zu verwässern. Der Drink kostet mehr als ein Zwei-Gänge-Menü im Tantris und obwohl meine Kenntnisse in der Whiskey-Verkostung noch nicht bestätigen können, ob das gerechtfertigt ist, genieße ich das Gefühl, wie der scharfe Brand meine Kehle hinabrinnt. Während ich mich an das Geländer lehne und den Blick über das nächtliche München schweifen lasse, schlingen sich plötzlich zwei schlanke Arme von hinten um meine Hüfte.
16. Mai 2016
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ROCK ME MONTE LAGO

Alles begann mit ROCK ME MONTE LAGO, einem jener Cocktails die nur erfunden werden, damit wir Männer uns gegenseitig etwas beweisen können. Ich erinnere mich noch vage, dass in der Karte etwas von 6 verschiedene Rumsorten, dazu Gin, Vodka und Brandy die Rede war. Und Schweppes Wild Berries, das sie hier am Tegernsee zu gefühlt jedem Cocktail reichen. Wegen mir hätten wir dann die Start-Lokalität auch nicht mehr verlassen müssen, denn ein bisschen hatte ich mich da schon in die bildhübsche, schwarzhaarige Kellnerin mit den spannenden dunklen Augen und dem Drachentattoo verguckt. Die behauptet hat, ZWEI jener legendären Cocktails trinken zu können ohne dass ihr das was anhaben könne. Ich war beeindruckt, denn meine Wahrnehmung hat sich bereits nach einem halben Glas empfindlich getrübt und die rosaroten Elefanten haben sich da schon mal vorsorglich in ihre Tütüs gezwängt.
30. April 2016
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Bahija

Der feuchte Smog verstärkt die bleichen Sonnenstrahlen mit der geballten Kraft Myriaden winzig kleiner Lupen. Ich schwitze, als ich durch die engen und überfüllten Gassen der namenlosen Stadt am Rande der Welt laufe. Fremde Gerüche kitzeln meine Nase, verführerische wie abstoßende, verheißungsvolle und verdorbene. Farbenfroh gekleidete Händler hocken wie dicke Spinnen in ihren kleinen Läden und warten auf unachtsame Kunden. Der Lärm eines Ortes, an dem sich viel zu viele Lebewesen gleichzeitig aufhalten, dröhnt in meinen Ohren und meine Sinne verwirren sich in einem kollektiven Aufseufzer zu einem unauflösbarem Knäul. Verwirrt blicke ich mich um. Wenn die alte Besitzerin des kleinen Hostels am Stadtrand, in das ich mich für ein paar Tage eingemietet habe, richtig liegt, müsste ich eigentlich kurz vor meinem Ziel sein. Mir ist, als hörte ich schon die leise Musik durch das Raunen der Stadt. Das Pochen eines fernen Basses, einem Herzschlag gleich. Jemand hat unzählige bunte Stofffetzen an zwischen den Häuserschluchten gespannten Schnüren aufgehängt. Wie ein zerhackter Regenbogen baumeln sie träge in der schwülen Luft.
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