Mardermolch

16. März 2011
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Wundersame Geschichten aus dem Reich der Mitte, Teil 1

Ich wanderte unlängst einst durch ein wunderschönes chinesisches Tal, jenes, durch das der Sing-Tse-Fluß sich ein gemütliches Bett geschlängelt hatte. Leuchtend grüne Frösche und feuerrote Lurche sonnten sich auf den dunklen Steinen, ich hatte die Schuhe ausgezogen und spürte das saftig feuchte Gras unter den Füßen. Ich hielt gerade Ausschau nach einem geeignetem Rastplatz um eine spätmorgendliche Jause zu mir zu nehmen, als plötzlich ein markerschütterndes, schrecklich anzuhörendes Brüllen die Idylle zerriss.
9. März 2011
dolcegusto

Dolce Gusto oder wie ich den Feind in meiner Küche zu lieben lernte.

Eines dieser Vermächtnisse aus gemeinsam geplanter Zweisamkeit ist meine Kapsel-Kaffemaschine. Wir hatten noch nicht einmal eine Glaskochplatte, dafür aber schon die Dolce [Doltsche] Gusto. Circolo. Wegen der Form. Ich wollte immer die Ente, möglichst in rot, aber die Verflossene bestand auf das andere Modell, weil es angeblich besser aussieht. Und braun, sie musste unbedingt WEISS-BRAUN sein, die einzige Farbe, die es zu jener Zeit im ganzen verfluchten Internet-Kaufhaus nicht gab. Zumindest zu annehmbaren Lieferzeiten. Ich wurde also rausgeschickt, um im Media Markt unseres Vertrauen dieses verflixte Teil einzutüten und in die Höhle zu schleppen. Selbstredend, dass WEISS-BRAUN 40 Euro mehr gekostet hat als SCHWARZ bei Amazon, geschweige denn der roten Ente. Aber es war Liebe und der Frieden wertvoll und die Kreditkarte 5 Minuten später knappe 150 € leichter.
1. März 2011
frosch

Der Reiher und der Sinn des Lebens

Auf der feuchten Wiese, im Nebel, da stand ein Reiher. Unschlüssig war er, wusste nicht recht, was er in diesem Moment, im Nebel, in der feuchten Wiese, ein Bein an den Körper gepresst, auf dem anderem im nassen Gras stehend, mit sich und der Welt im Allgemeinen anfangen sollte. Da kam ein großer, grüner und ziemlich glitschiger Frosch des Weges gehüpft. Er kreuzte direkt den Weg des würdevollen Vogels, hockte sich zur Verblüffung des Reihers vor diesen, quakte herzhaft, es war ein besonders schönes und lautes Quaken, das kann ich Euch sagen, und es ergab sich folgendes Gespräch: „ Du, Herr Reiher, weißt Du denn, was der Sinn unserer Existenz ist? Das beschäftigt mich.“
11. Februar 2011
spinnradl

Multikulturelle Erfahrungen im Spinnradl

Was kommt dabei heraus wenn ein Türke, ein Bosnier, ein Franzose, ein Italiener und ein Bayer Donnerstag abend im Spinnradl aufschlagen? Genau. Der größte anzunehmende Wahnsinn. Nun, ich möchte an dieser Stelle ausnahmsweise nur als Geschichtenerzähler auftreten und berichten, was sich da ereignet hat. Alle Figuren dieser Geschichte sind natürlich frei erfunden, Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen sind nicht zufällig und die Welt ist eine Scheibe.
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