Mardermolch

4. April 2011

Von Fröschen und Molchen

Bei uns im Garten gibt es einen kleinen Teich, in dem sitzt ein Frosch und quakt sich seit Tagen die Seele aus dem Leib. All die anderen Frösche im größeren Weiher nebenan haben längst schon abgelaicht und die Sonne der vergangenen Tage hat die kleinen Kaulquappen schlüpfen lassen, die jetzt nach und nach von den Goldfischen dezimiert werden. Aber der Frosch im kleinen Teich hat noch keine Partnerin gefunden. Trotzdem hält er an seiner Strategie fest, stoisch vor sich hin zu quaken, bis sich ein Weibchen die Ehre gibt und er endlich zum Zug kommt. Eigentlich macht er es sich schon leicht, der kleine Frosch.
1. April 2011

Wundersame Geschichten aus dem Reich der Mitte, Teil 4

Manchmal führte mich meine Reise durch das Reich der Mitte durch ausgedehnte Steppen. Ich will nicht sagen, dass es sich hier um Wüsten gehandelt hat, das wäre den Wüsten gegenüber nicht fair gewesen. Denn gegen jene Steppen, wie ich sie durchschritten habe, mutet eine Wüste an wie der nette Onkel von gegenüber, der manchmal mit Milch und Keksen vorbei kam und diese komischen Geschichten erzählt hat.
24. März 2011

Wundersame Geschichten aus dem Reich der Mitte, Teil 3

Manchmal erlebte ich auf meinen Reisen so viele wundersame Dinge, das sich mir nachts, wenn ich eingemummelt in meinem weichen Seidenschlafsack lag*, kein rechter Schlaf einstellen wollte. Dann wälzte ich mich umher, lauschte den Geräuschen der Nacht und durchlebte alle meine Abenteuer von neuem. Allerdings ohne zu schlafen. Am darauffolgendem Tage war ich dann meist unglaublich müde und wollte gar nicht recht vorankommen. Da beschloss ich, einfach nicht mehr zu schlafen. Und allein der Gedanke, den Schlaf zu besiegen, beflügelte mich derart, dass ich los hüpfte wie ein frischgeborenes Fohlen auf der Weide und tatsächlich, am ersten Tag und in der ersten Nacht kam ich außerordentlich gut voran. Auch am zweiten Tag tat sich, abgesehen von einem merkwürdigem Zucken meines linken Augenlids, noch wenig. Nachts hielt ich nur zum Verrichten der Notdurft und zur Einnahme meiner köstlichen Jausen**, sonst schritt ich forsch voran.
20. März 2011

Wundersame Geschichten aus dem Reich der Mitte, Teil 2

Meine Wanderung führten mich durch fruchtige Landschaften, vorbei an friedlich in der Sonne glitzernden, glasklaren und eiskalten Seen, an Tempeln voller erlesener Kunst, durch Dörfer herzlichster Gastfreundschaft. Ich war eine Zeit lang gewandert und gelangte auf der Suche nach Rast und Erfrischung ans Ufer eines kleinen Teiches mitten in einem Kirschbaum-Hain. Eine sanfte Brise zupfte neckisch an den rosaroten Kleidern der Bäume und rang ihr so manche Blüte ab, die sie dann sogleich zu lustigen Tänzen durch die warme Luft verführte.
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