Mardermolch

1. April 2011
nymoh1

Wundersame Geschichten aus dem Reich der Mitte, Teil 4

Manchmal führte mich meine Reise durch das Reich der Mitte durch ausgedehnte Steppen. Ich will nicht sagen, dass es sich hier um Wüsten gehandelt hat, das wäre den Wüsten gegenüber nicht fair gewesen. Denn gegen jene Steppen, wie ich sie durchschritten habe, mutet eine Wüste an wie der nette Onkel von gegenüber, der manchmal mit Milch und Keksen vorbei kam und diese komischen Geschichten erzählt hat.
24. März 2011
wach

Wundersame Geschichten aus dem Reich der Mitte, Teil 3

Manchmal erlebte ich auf meinen Reisen so viele wundersame Dinge, das sich mir nachts, wenn ich eingemummelt in meinem weichen Seidenschlafsack lag*, kein rechter Schlaf einstellen wollte. Dann wälzte ich mich umher, lauschte den Geräuschen der Nacht und durchlebte alle meine Abenteuer von neuem. Allerdings ohne zu schlafen. Am darauffolgendem Tage war ich dann meist unglaublich müde und wollte gar nicht recht vorankommen. Da beschloss ich, einfach nicht mehr zu schlafen. Und allein der Gedanke, den Schlaf zu besiegen, beflügelte mich derart, dass ich los hüpfte wie ein frischgeborenes Fohlen auf der Weide und tatsächlich, am ersten Tag und in der ersten Nacht kam ich außerordentlich gut voran. Auch am zweiten Tag tat sich, abgesehen von einem merkwürdigem Zucken meines linken Augenlids, noch wenig. Nachts hielt ich nur zum Verrichten der Notdurft und zur Einnahme meiner köstlichen Jausen**, sonst schritt ich forsch voran.
20. März 2011
2

Wundersame Geschichten aus dem Reich der Mitte, Teil 2

Meine Wanderung führten mich durch fruchtige Landschaften, vorbei an friedlich in der Sonne glitzernden, glasklaren und eiskalten Seen, an Tempeln voller erlesener Kunst, durch Dörfer herzlichster Gastfreundschaft. Ich war eine Zeit lang gewandert und gelangte auf der Suche nach Rast und Erfrischung ans Ufer eines kleinen Teiches mitten in einem Kirschbaum-Hain. Eine sanfte Brise zupfte neckisch an den rosaroten Kleidern der Bäume und rang ihr so manche Blüte ab, die sie dann sogleich zu lustigen Tänzen durch die warme Luft verführte.
17. März 2011
schwan1

Das lächerliche Schwanen-Prinzip

Was die Therapie betrifft: Natürlich ist jeder Beitrag in gewisserweise ein Spiegel meines aktuellen Gemütszustands. Anders ginge das auch gar nicht, ich müsste sonst wohl völlig emotionslos sein. Doch ich habe gelernt, die kleinen Botschaften und Anspielungen zu chiffrieren und man müsste mich schon sehr gut kennen, um beisielsweise verlässlich deuten zu können, was mich zu Geschichten wie dem China-Reisebericht veranlässt. Auch wenn ich mir das wohl nur zu sehr wünschte, dass eines Tages eine(r) aus dem Sonnenuntergang geritten kommt, mich liest und in mir liest wie in einem Buch. Manch eine(r) ist dem schon recht nahe gekommen, geschafft hat’s schlussendlich noch keine(r).
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