Mardermolch

22. Mai 2011

Die Hamstors

In Ihrer neo-anarchischen Fernsehschau Circus Halligalli, dieser geisterscheidende Edelproll-Satire, haben Joko und Klaas das Rangeln erfunden. Erwachsene Menschen ringen dabei im Spaß und zu jeder ungünstigen Gelegenheit miteinander. Aber nichts davon ist auch nur ansatzweise so erheiternd, wie zwei dsungarische Zwerghamster beim Rangeln zu beobachten. Darin ist dann meist Chewbacca (den ICH benennen durfte und der so heißt wie es da geschrieben steht! Ha!) verwickelt, der quietschend und pfeifend auf dem Rücken liegt und sich von einem seiner beiden Brüder, dem Rocky oder dem Tarzan, berangeln lässt. Und weil sich schon beim Schreiben dieser Zeilen meine Nackenhaare aufstellen weil ich genau weiß, wie die sexuellen Spürnasen mancher Leser gerade ausgefahren worden sind: nein, die tun das völlig ohne Einsatz von Geschlechtsorganen, die wollen einfach nur spielen.
10. Mai 2011

Exmatrikulation

Ich war heute für meine Begriffe unmenschlich früh in München, um mich von meiner Universität gängeln zu lassen. Auf dem Weg dort hin hatte ich ausreichend Gelegenheit, den Berufsverkehr zu beobachten. In den Blechlawinen, die sich im Kriechtempo von roter Ampel zu roter Ampel schieben, sitzen finster dreinschauende Menschen. Sie glotzen vor sich hin, abwechselnd grimmig, traurig und genervt. Sollte dieses Land irgendwann einmal vor die Hunde gehen, vielleicht lag es dann daran, dass hier scheinbar keiner Bock auf das, wofür er jeden Tag aufsteht, hat.
28. April 2011

Wundersame Geschichten aus dem Reich der Mitte, Teil 6

Wann immer es ging, wanderte ich auf meinen Reisen durch das Land der Mitte am Meer vorbei. Ich mochte den salzigen Geruch in der Nase und die Brise auf der Haut und mich ergriff stets eine Wehmut, wenn ich beim Wandern hinaus auf die tanzenden Wellen blickte. Es heißt so oft, man müsse gegen denn Strom schwimmen um an die Quelle zu gelangen. Aber wollen wir am Ende nich doch alle nur ans Meer?
26. April 2011

Vom Sein und dessen Subsistenz.

Ich habe heute eine Ameise gerettet. Die krabbelte über meine Tatstatur und inspizierte ein paar ihr offenbar interessant erscheinende Winkel meines Schreibtisches. Schließlich wurde es mir zu bunt, ich habe sie auf ein Blatt Papier gesetzt und auf's Fenstersims ausquartiert. Von da aus ging ihre Entdeckungstour dann weiter, ich wünschte ihr im Stillen eine gute Reise.
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