Mardermolch

10. Mai 2011
studium2

Exmatrikulation

Ich war heute für meine Begriffe unmenschlich früh in München, um mich von meiner Universität gängeln zu lassen. Auf dem Weg dort hin hatte ich ausreichend Gelegenheit, den Berufsverkehr zu beobachten. In den Blechlawinen, die sich im Kriechtempo von roter Ampel zu roter Ampel schieben, sitzen finster dreinschauende Menschen. Sie glotzen vor sich hin, abwechselnd grimmig, traurig und genervt. Sollte dieses Land irgendwann einmal vor die Hunde gehen, vielleicht lag es dann daran, dass hier scheinbar keiner Bock auf das, wofür er jeden Tag aufsteht, hat.
28. April 2011
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Wundersame Geschichten aus dem Reich der Mitte, Teil 6

Wann immer es ging, wanderte ich auf meinen Reisen durch das Land der Mitte am Meer vorbei. Ich mochte den salzigen Geruch in der Nase und die Brise auf der Haut und mich ergriff stets eine Wehmut, wenn ich beim Wandern hinaus auf die tanzenden Wellen blickte. Es heißt so oft, man müsse gegen denn Strom schwimmen um an die Quelle zu gelangen. Aber wollen wir am Ende nich doch alle nur ans Meer?
26. April 2011
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Vom Sein und dessen Subsistenz.

Ich habe heute eine Ameise gerettet. Die krabbelte über meine Tatstatur und inspizierte ein paar ihr offenbar interessant erscheinende Winkel meines Schreibtisches. Schließlich wurde es mir zu bunt, ich habe sie auf ein Blatt Papier gesetzt und auf's Fenstersims ausquartiert. Von da aus ging ihre Entdeckungstour dann weiter, ich wünschte ihr im Stillen eine gute Reise.
4. April 2011
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Von Fröschen und Molchen

Bei uns im Garten gibt es einen kleinen Teich, in dem sitzt ein Frosch und quakt sich seit Tagen die Seele aus dem Leib. All die anderen Frösche im größeren Weiher nebenan haben längst schon abgelaicht und die Sonne der vergangenen Tage hat die kleinen Kaulquappen schlüpfen lassen, die jetzt nach und nach von den Goldfischen dezimiert werden. Aber der Frosch im kleinen Teich hat noch keine Partnerin gefunden. Trotzdem hält er an seiner Strategie fest, stoisch vor sich hin zu quaken, bis sich ein Weibchen die Ehre gibt und er endlich zum Zug kommt. Eigentlich macht er es sich schon leicht, der kleine Frosch.
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