Mardermolch

20. Juni 2011

Die Bibel nach Biff

Und wie füllt man nun 33 Jahre des vielleicht berühmtesten Mannes aller Zeiten? Indem man der Frage nach geht, wie Jesus (oder Josua, wie er im Buch nach seinem jüdischem Namen genannt wird) zu seinen Lehren und zu seinem Wissen gekommen ist. Der kleine Josua kann zunächst nämlich nur tote Eidechsen wiederbeleben und glaubt, irgendwie der Sohn Gottes zu sein. Und weil er eben nicht weiß, wie man ein ordentlicher Heiland wird, und ihm diese Frage auch Raziel, der unfähige Erzengel, der mal eben 10 Jahre zu spät zur Verkündigung bei Josua vorbeischaut, nicht beantworten kann, beschließen Josua und Biff, die drei Weisen aus dem Morgenland zu fragen. Denn die mussten ja schließlich irgendeinen Grund gehabt haben, Klein-Jesus in seiner Krippe aufzusuchen.
16. Juni 2011

Über das Begrüßen

Ich bin im Münchner Nachtleben mit Studien-Kommilitonen unterwegs. Eine dieser Touren durch die Stadt, von Kneipe zu Club und wieder in eine Kneipe, die wie selbstverständlich alle immer in der Milchbar enden. Es sind auch Mädchen dabei und zum Abschied reicht man sich die Hand, berührt mit seiner Wange die des Gegenübers, erst die eine Seite, dann die andere. Und küsst dabei die Luft. Bis heute habe ich mich noch nicht recht mit diesem Bussi-Bussi, der sogenannten Akkolade, anfreunden können. Immer wenn ich es tue, komme ich mir plump und ungelenk vor, als fehle mir die Leichtigkeit dieser südländischen Geste. Vielleicht reichen die italienischen Wurzeln doch nicht weit genug ins Jetzt.
15. Juni 2011

Rettet die armen Satzzeichen!

Ich weiß nicht woher das Konfliktpotential der Generation Facebook im Umgang mit Satzzeichen herrührt. Ist deren Verwendung ähnlich einem evolutionärem Klotz am Bein bei der Entstehung des Mitmach-Internets auf der Strecke geblieben? Wurden die armen Satzzeichen denn aussortiert, weil ihre Anwendung überflüssig erscheint, sie zu viel fressen, zu wenig Milch geben? Auf der roten Liste steht das Komma, der Punkt, das Ausrufe- und die Fragezeichen, die Anführungs- und Bindestriche, das Semikolon und noch viele andere der kleinen Würstchen. Mir schmerzt jedenfalls stets die Seele, wenn die Wortvergewaltiger wieder am Werk waren und werde nicht müde, mich für die lieben kleinen Satzzeichen einzusetzen und ihren Arterhalt zu unterstützen.
7. Juni 2011

Husqvarna, oder das Motorsägendrama.

Es gelingt noch ab und an, dass mich eine Facebook-Diskussion sprachlos macht. Ich ihr mit wachsendem Entsetzen folge, mich nicht losreissen kann von einem Schauspiel, das seinesgleichen lange und mühsam suchen muss. Jüngst geschehen im von mir so getauftem „Husqvarna, oder das Motorsägendrama“. Junge Kerle aus dem Voralpenland in einer nicht näher genannten Gemeinde am Fuße des Wendelsteins diskutieren enthemmt und satzzeichenbefreit über die Vorzüge einer Motorsäge. Ich möchte das Spektakel hier nun unkommentiert als Lückenbüßer präsentieren. Vorhang auf.
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