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20. Mai 2017
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Die Grenzweltsaga – Ankunft in Sonnenstein

Die Grenzweltsaga (Arbeitstitel) ist mein neues Buchprojekt. Die Saga erzählt die Geschichte der Grenzwelt, einer Welt in der alle spirituellen Thesen, welche die Menschen je ersonnen haben, Naturgesetze sind. Einer Welt, in der Engel und Dämonen leben und allesamt ganz eigene Ziele und Pläne verfolgen. Und nicht alle sind den Menschen gewogen. Emanuel ist einer der beiden Protagonistin dieser Geschichte und gerät gleich zu Beginn zwischen die Fronten eines Krieges, dessen Auswirkungen auf die Menschheit er anfangs nicht einmal erahnen kann...
6. Dezember 2016
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Indien

Indien. Was soll ich dazu noch schreiben was nicht schon Unzählige vor mir besser, ausführlicher oder gleichsam stümpferhaft in Worte verpackt haben. Also berichte ich von meiner Motorrad-Tour von Delhi nach Agra. Zweierlei Dinge sind daran nämlich erzählenswert: erstens, ich hatte nie vor das Taj Mahal zu besuchen. Zweitens: ich bin noch nie zuvor ein richtiges Motorrad gefahren. Fangen wir mit Zweiteren an, denn treue Mardermolch-Leser erinnern sich vielleicht, dass ich vor gar nicht allzu langer Zeit schon mal behauptet habe, sehr wohl ein richtiges Motorrad gefahren zu sein, und zwar auf den Philippinen. Gut, ganz hat das nicht gestimmt, tatsächlich handelte es sich bei der Maschine damals um eine halbautomatische, was für mich immer noch ein Novum dargestellt hat. Das Motorrad hat mir immerhin das Kuppeln erspart. Darum konnte ich mich bei der alten Royal Enfield dann nicht mehr drücken und so habe ich mir eine halbe Stunde vor Tour-Beginn bei YouTube noch rasch ein paar Fahrschul-Videos angeguckt, ehe ich mich mit diesem urtümlichen Schlachtross mit Rucksack und Manju bepackt in den Straßenverkehr Delhis gestürzt habe, zur Rushhour. Und der indische Verkehr lässt einen zu Normalzeiten schon das Trommelfell platzen und das Gehirn zerfließen. Im Vergleich zu Südindien ist Nordindien voll. Und ich meine damit richtig voll. Fast 10 Millionen Leute wohnen allein in Delhi. Dank Manju hatte ich die Tage zuvor die Gelegenheit, die Stadt aus Sicht einer Einheimischen zu erkunden. In manchen Vierteln wie Old Delhi scheinen sich die Menschen regelrecht zu stapeln, sie fließen auf den Straßen über- und durcheinander, schreien, feilschen, betteln, starren, gestikulieren und… hupen. Denn trotz den immerzu verstopften Straßen wälzen sich überall unzählige Autos, Tuk-Tkus und Fahrrad-Rikschas durch die Massen. Und betätigen dabei so herzhaft ihre in allen Missklängen heulenden und jaulenden Tröten (vom sterbenden Esel bis zur Stockente auf Ectassy ist alles dabei) als wären die Dinger mit ihrer Lunge verbunden und zum essentiellen Atmen nötig. Es braucht eine besondere Ruhe um sich hier nicht nach spätestens fünfzehn Minuten den nächsten Tuk-Tuk-Fahrer, der einem mit dem Reifen an den Hinterfuß fährt und dabei kräfteschonend die Hupe einfach durchgehend gedrückt hält obwohl er genau sieht, dass es vor mir keinen Meter weitergeht, aus seiner Blechbüchse zu zerren und ihm ein paar saubere Gnackwatsch’n zu verpassen, während man ihm jedes mal ins Gesicht brüllt: „Für jedes Mal Hupen stirbt ein Baby-Ganesha!“
30. November 2016
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Erleuchtet

Aus den Boxen dröhnt das rhythmische Mantra eines Indianer-Gesanges. Es ist brütend heiß im ersten Stock des Yoga Barns in Ubud, obwohl der Raum zu allen Seiten hin offen ist. Doch weder die kühle Brise noch die am Limit kreiselnden Ventilatoren vermögen die Hitze, die von der heißen Sonne über Bali und den etwa 100 Tänzern ausgeht, zu lindern. Ich habe kurz gezögert, als der raunende Sprechgesang eingesetzt hat, doch mein Körper hat schnell einen Rhythmus ausgemacht, in dem ich mich nun grinsend wiege. Immer mehr Leute um mich herum tun es mir gleich, manche stehen nur auf der Stelle und wippen mit dem Kopf, andere hüpfen bereits ekstatisch auf und ab. Es sind vorwiegend Frauen, jeden Alters, die meisten davon jung. Und gutaussehend. Sie tragen knappe Klamotten im Goa-Style, haben Tattoos, Dreadlocks und klirrenden Schmuck an Armen und Fußknöcheln. Eine wunderschöne Inderin, wie frisch aus einem Bollywoodfilm entschlüpft, taucht plötzlich vor mir auf. In Hotpants und durchgeschwitztem, weißen Top, durch das sich ihre Brüste abzeichnen. Sie tanzt wie in Ekstase. Ich fühle mich an die legendäre Tanzszene in Zion aus Matrix Reloaded erinnert. Das Mantra geht allmählich in einen satten Beat über und ich kann mich nicht mehr halten, ich muss auch springen, tanzen, es reisst mich mit, um mich herum schwitzende, halbnackte Leiber, manche davon eng ineinander verschlungen, alle mit einem Lachen oder Grinsen im Gesicht. Ich wünsche mir, dass dieser Moment niemals endet.
15. November 2016
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A Tribute to Ubud

A lot of travelers who come to the city where Elizabeth Gilbert found everlasting happiness just plan to stay a couple of days. But for some miraculous reason, most of them get stuck here and days become weeks and weeks become month. Same with me. I stayed longer in Ubud than in any other place of my journey so far. Because I had an indifferent but strong feeling, that at least my heart belongs here. The mind is sometimes bothered by all the crazy people, the hippies, the sense-seekers the yogis and the vegans who are gathering here like amorous bees around a rutting rose bush. The soul instead seems to feel a strong connection to places like this as if it would sent the chance of finally finding a habitat where it can fully express and develop itself. While I am writing this, I am sitting in a tiny, lovely warung in a small side street. It’s one of the local managed restaurants where you still get your Nasi Goreng for a reasonable price and without this annoying service and government tax which the tourist places on the main road charge, a vice, that slowly seems to spread all over Bali. Some elder, western ladies are passing by, all of them with a relaxed, blissful expression on their face. They definitely found their happy place here in Ubud. Eat, pray, love, die. You can actually meet a lot of old people here.
25. Oktober 2016
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The Road to Bali

Ich sitze auf der kleinen Terrasse meiner AirBnB-Unterkunft mitten in Ubud und höre dem Regen zu, wie er auf das Plastikdach über der Veranda prasselt. Die Regenzeit hält unaufhaltsam Einzug auf der Insel der Götter. Passt zu meiner augenblicklichen Stimmung. Trotzdem habe ich gerade mein Visum um einen weiteren Monat verlängert. Meinem ursprünglicher Plan, den November in Thailand zu verbringen, hat König Bumibol einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nach dessen Ableben versinkt das Land in Trauer und Chaos und darauf habe ich grade überhaupt keine Lust. Ausserdem verspüre ich eine gewissen Reisemüdigkeit. Und das erste Mal seit drei Monaten habe ich Heimweh, denn seit heute bin ich wieder allein. Die letzten drei Wochen hat mich Christoph begleitet, wir haben uns auf Lombok getroffen und sind dann nach Bali weitergereist. Nach zwei Monaten Alleinreisens war seine vertraute Gesellschaft und Freundschaft eine willkommene Abwechslung. Und ich war wirklich froh, nicht alleine „zurück“ nach Bali zu müssen. Zu viele Erinnerungen an eine verlorene Liebe waren mit diesem Ort verbunden. Und trotzdem musste ich herausfinden, ob meine Faszination für die Insel verklärter Nostalgie geschuldet war, oder ob es Bali selbst ist, das mich vor zwei Jahren, bei meinem ersten Besuch, so sehr gefesselt hat.
14. Oktober 2016
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Der Abschied von der Ferkelhölle

Kinder, wie die Zeit verfliegt. Irgendwas muss ich da wohl durcheinandergebracht haben, denn ich dachte immer, wenn man kleinkindmäßig neue Eindrücke sammelt, dauern die Tage wieder ewig. Das Gegenteil scheint der Fall, die Wochen rasen dahin als flöhen sie, beispielsweise vor der leidigen Realität, dem Winter, dem Blues oder den balinesischen Moskitos. Fast 11 Wochen bin ich nun unterwegs und es fühlt sich immer noch an, als hätte ich gestern erst meinen Rucksack gepackt. Mittlerweile habe ich wieder das Archipel gewechselt, bin zurück auf Bali und das ist gut, das mulmige Gefühl in der Magengegend hat sich als unbegründet erwiesen.
20. September 2016
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Sin Cebu City, Rendevouz mit einem Walhai und die Insel der Geister.

Der Fahrer des Motorradtaxis grinste anzüglich als ich ihm mein Ziel nannte und fragte mich während der fünfzehnminütigen Fahrt mehrmals: „Wanna haf a filipin görl?“ und schnalzte mit der Zunge. Als er mich schließlich am Mango Square absetzte, stürzte sich sofort eine Rotte Filipinos auf mich, die mir „Sör, wann haf a filipin görl?“, oder „Sör! Wonna go tu Bikinibar?“ und „Sör, wonna bai samsing tu smook?“ zuriefen. Einer von ihnen erwies sich als besonders hartnäckig, stellte sich mir als Dennis vor, hatte ein herzliches Grinsen von einem Ohr zum anderen im Gesicht und mit seinem schiefen Baseball-Käppi reichte er mir vielleicht allenfalls zur Schulter.
9. September 2016
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Philippinen – Regenwolken im Paradies

Wir müssen uns mal über die Schattenseiten des Alleinreisens unterhalten. Ich habe in den letzten Wochen viele Komplimente für meine Reiseberichte und vor allem für die Bilder erhalten. Sie erwecken den Eindruck, dass ich mich von einem Paradies zum nächsten hangeln würde. Und in gewisser Weise stimmt das ja auch. Die Zeilen zum Beispiel tippe ich auf der Terrasse meiner Bambus-Hütte auf Siargao im Süden der Philippinen. Das kleine Ressort namens Bamboo Garden direkt am Strand wird von der Südafrikanerin Sonja und dem Australier Adam betrieben. Beide tiefenentspannt und bis hinter die Ohrläppchen tätowiert. Mit mir hängen hier vier ältere, ebenfalls superentspannte Australier, ein paar nervig-verliebte Pärchen, sowie je zwei Katzen- und Hundebabies, ein junger Seeadler und zwei alte Schildkröten herum.
31. August 2016
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Sri Lanka – Inside Buddhism

Das International Meditation and Dhamma Study Centre Rockhill Hermitage in Wiegirikanda hatte nichts mit dem gemein, was ich mir unter einem Kloster vorgestellt hatte. Keine Steinbänke und -betten, keine schweigsamen, betenden Mönche, keine Trocken- oder Kargheit. Vielmehr schlummerte das Rockhill auf einem Hügel mitten im Urwald und der Dschungel war ziemlich erfolgreich darin, sich Stück für Stück all das zurückzuholen, was die Menschen ihm mühevoll abgerungen hatten. Auf Seiten des Klosters: ein zahnloser und sehr arbeitsscheuer Hausmeister, der sich auf seine alten Tage kein Bein mehr ausreissen wollte. Auf Seiten des Dschungels: Wucherndes Unkraut, Feuchtigkeit, Hitze, unzählige Insekten wie Ameisen, Spinnen und Mücken, Würmer, Raupen, Blutegel, handtellergroße Schmetterlinge, Vögel, Affen, Hörnchen, Wildschweine und Marder. Und unendlich viel Zeit und Geduld. Ein schöner, wildwuchender Garten bildete das Herz zwischen den Gebäuden, von den sich manchen an riesige, schwarze Findlinge schmiegten, die Adern des Gartens bestanden aus vielen kleinen Treppchen und Trampelpfaden, einer davon bis zum Gipfel des Hügels mit famoser Aussicht ins Umland. Meine Zelle war ein Biotop und beherbergte neben den obligatorischen Geckos ein ganzes Ameisenvolk und vierzehn Spinnen. Vor meiner Tür nisteten seltsame Minibienen und auf meinem Klo wohnte ein weiteres Ameisenvolk und ein aufdringlicher Frosch.
19. August 2016
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Sri Lanka – Der kleine Adam und die Erkenntnis warum ich reise.

Was ist Reisen? Wann gilt ein Land als bereist, so dass man weiterziehen kann weil man alles gesehen hat? Ich hatte mir über diese Frage ziemlich lang den Kopf zerbrochen. Auf all meinen bisherigen Reisen hatte ich nur begrenzte Zeit, meist maximal drei Wochen. So lange, wie ich jetzt hier auf Sri Lanka war. Ich habe kaum etwas von den typischen Touristenzielen der Insel gesehen. Ich war nicht in Colombo, bin nicht auf den Adams Peak geklettert und werde mir die ganzen Sehenswürdigkeiten im berühmten Kandy nicht ansehen. Nein, auch nicht den Zahntempel. Weil mich Buddhas Zahn, der da angeblich drin liegt, etwa so viel interessierte wie das Paarungsverhalten der singhalesischen Fruchtfliege.
14. August 2016
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Sri Lanka – Das Brett und der Bayer

Es war, als ob das Meer auf mich gewartet hätte. Darauf, dass ich mich endlich auf ein Brett stellte und mich damit in die Fluten stürzte. Jede Welle ein neuer Lehrer, jeder Tag eine neue Herausforderung. Ich hätte an dieser Stelle gerne damit geprahlt, wie elegant und seehundgleich ich gleich von Beginn an jede Welle erwischt und den perfekten Surf hingelegt habe, und nicht nur mich selbst auf die Nase. Aber das Meer hatte mir meine Grenzen gleich von Beginn an gnadenlos aufgezeigt. Dabei war es weniger der körperliche Aspekt, das Erschöpfende, das Auslaugende dieses Sports, das mit recht schnell vor Augen geführt hatte, dass Mountenbiken und das bisschen Fitnessstudio einen nicht im geringsten auf den ersten Surf vorbereiten konnten. Vielmehr stellte mich die psychische Komponente des Surfens vor eine Herausforderung.
7. August 2016
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Sri Lanka – Auf der Suche nach Erleuchtung

Während ich diese Zeilen schreibe sitze ich auf der Teakholz-Terrasse meiner Cabana am Strand von Tangalle in Sri Lanka und trinke frisch gemixten Fruchtsaft. Die Brandung des Meeres rauscht mir in den Ohren und der Wind treibt den Geruch von Gras in meine Nase, das ein paar Locals ein paar Meter weiter im Schatten einer Palme rauchen. Vielleicht gehe ich später noch rüber, aber im Moment bin ich auch ohne rundum zufrieden.
3. August 2016
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Sri Lanka – Alles auf Anfang.

Während ich diese Zeilen schreibe sitze ich auf der Teakholz-Terrasse meiner Cabana am Strand von Tangalle in Sri Lanka und trinke frisch gemixten Fruchtsaft. Die Brandung des Meeres rauscht mir in den Ohren und der Wind treibt den Geruch von Gras in meine Nase, das ein paar Locals ein paar Meter weiter im Schatten einer Palme rauchen. Vielleicht gehe ich später noch rüber, aber im Moment bin ich auch ohne rundum zufrieden.
24. Mai 2016
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Tête À Tête

In meinem Whiskey-Glas liegen zwei dunkle Specksteine und kühlen das sauteure Getränk ohne es zu verwässern. Der Drink kostet mehr als ein Zwei-Gänge-Menü im Tantris und obwohl meine Kenntnisse in der Whiskey-Verkostung noch nicht bestätigen können, ob das gerechtfertigt ist, genieße ich das Gefühl, wie der scharfe Brand meine Kehle hinabrinnt. Während ich mich an das Geländer lehne und den Blick über das nächtliche München schweifen lasse, schlingen sich plötzlich zwei schlanke Arme von hinten um meine Hüfte.
16. Mai 2016
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ROCK ME MONTE LAGO

Alles begann mit ROCK ME MONTE LAGO, einem jener Cocktails die nur erfunden werden, damit wir Männer uns gegenseitig etwas beweisen können. Ich erinnere mich noch vage, dass in der Karte etwas von 6 verschiedene Rumsorten, dazu Gin, Vodka und Brandy die Rede war. Und Schweppes Wild Berries, das sie hier am Tegernsee zu gefühlt jedem Cocktail reichen. Wegen mir hätten wir dann die Start-Lokalität auch nicht mehr verlassen müssen, denn ein bisschen hatte ich mich da schon in die bildhübsche, schwarzhaarige Kellnerin mit den spannenden dunklen Augen und dem Drachentattoo verguckt. Die behauptet hat, ZWEI jener legendären Cocktails trinken zu können ohne dass ihr das was anhaben könne. Ich war beeindruckt, denn meine Wahrnehmung hat sich bereits nach einem halben Glas empfindlich getrübt und die rosaroten Elefanten haben sich da schon mal vorsorglich in ihre Tütüs gezwängt.
30. April 2016
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Bahija

Der feuchte Smog verstärkt die bleichen Sonnenstrahlen mit der geballten Kraft Myriaden winzig kleiner Lupen. Ich schwitze, als ich durch die engen und überfüllten Gassen der namenlosen Stadt am Rande der Welt laufe. Fremde Gerüche kitzeln meine Nase, verführerische wie abstoßende, verheißungsvolle und verdorbene. Farbenfroh gekleidete Händler hocken wie dicke Spinnen in ihren kleinen Läden und warten auf unachtsame Kunden. Der Lärm eines Ortes, an dem sich viel zu viele Lebewesen gleichzeitig aufhalten, dröhnt in meinen Ohren und meine Sinne verwirren sich in einem kollektiven Aufseufzer zu einem unauflösbarem Knäul. Verwirrt blicke ich mich um. Wenn die alte Besitzerin des kleinen Hostels am Stadtrand, in das ich mich für ein paar Tage eingemietet habe, richtig liegt, müsste ich eigentlich kurz vor meinem Ziel sein. Mir ist, als hörte ich schon die leise Musik durch das Raunen der Stadt. Das Pochen eines fernen Basses, einem Herzschlag gleich. Jemand hat unzählige bunte Stofffetzen an zwischen den Häuserschluchten gespannten Schnüren aufgehängt. Wie ein zerhackter Regenbogen baumeln sie träge in der schwülen Luft.
5. April 2016
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Marokko

Der Orient. Seit ich damals, zu einer Zeit, als es noch Video- und Audiokassetten gab und man mit Wählscheiben telefonierte, Disneys Aladdin im Kino gesehen und mich unsterblich in Prinzessin Jasmin verliebt habe, hege ich eine Schwäche für die 1001 Nächte.
1. Dezember 2015
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Früher war mehr Lametta

Wie bewertet man ein Jahr, das mit dem Ende einer Beziehung begonnen hat? Silvester naht und ich frage mich immer wieder, was ich nun von diesem 2015 halten soll. Überschattet die Trennung von einem geliebten Menschen all die schönen Erlebnisse der vergangenen zehn Monate? Oder wäre eventuell sogar Dank angebracht?
9. November 2015
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Novemberblues

Schlacksige Sehne zwischen Spätsommergefühlen und Winterblues. Ein Kackmonat. Ein Kackmonat, der sich bislang nicht einmal die Mühe macht, seinem schlechten Ruf gerecht zu werden. Sondern trotzig einen schönen Sonnentag nach dem anderen raushaut, als hätte es dieses Jahr davon nicht ohnehin schon viel zu viele gegeben. Und fast ist man ja geneigt, dass man gar nicht mehr zetern kann, über das räudige Dreckswetter hier, und dass man am liebsten in den Süden fliehen möchte. Wenn man genau hinsieht, und die Tage hochzählt, ist die Ziellinie in Sicht und ich ertappe mich dabei, wie ich die Frage nach einem Fazit für dieses Jahr wie ein exotisches Bonbon testend im Mund hin und her schiebe. Schmeckt es süß? Oder kommt der Chilligeschmack durch? Etwas Schokoladenaroma ist auch drin und irgendein hinterpfotziger Pfeffer, und der Speichel sammelt sich unter der Zunge und fast vergesse ich zu schlucken. Eiserner Contenance sei Dank beherrsche ich mich aber und spucke das Ding nicht quer durch den Raum. Sondern konzentriere mich.
10. September 2015
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Ein Sommernachtstraum

Die Sonne hatte die Luft so sehr aufgeheizt, dass die Wärme eine physische Qualität gewann. Sie entwickelte eine Präsenz, schärfte ihr Profil und wuchs über sich selbst hinaus, gleich einem dringenden Wunsch, der kurz vor seiner Erfüllung noch einmal all seine Kraft in eine übermächtige, sehnsüchtige Leidenschaft steckte.
7. September 2015
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Dirndl Rausch

Lorenz Hölzl sog das Aroma der verbrannten Marihuana-Pflanzen mit einem tiefen Atemzug ein. Die traurigen Überreste der zerstörten Stauden ragten wie Knochen einer Brandleiche aus dem Boden und boten einen mitleiderregenden Anblick. Ihr Besitzer, Josef Feicht, der von allen hier in Feilnbach nur da Feichtl gerufen wurde, stand betrübt am Rande des Feldes bei einer Gruppe von Feuerwehrleuten und hatte eine Miene aufgesetzt, als wäre gerade die Welt untergegangen und nicht nur eine hektargroße Hanfplantage verkokelt. Immerhin seine zweite innerhalb einer Woche. Und bei einer Gesamtzahl von zwei Feldern hatte es sich nun ausgehanft für den Feichtl. Und damit war nun auch Lorenz offiziell in den Fall involviert. Kein Mord dieses Mal, sondern ein ganz ordinärer Feuerteufel. Der Bad Feilnbachs Bauern in Angst und Schrecken versetzte. So würde es morgen zumindest mit einiger Sicherheit in den lokalen Klatschblättern stehen, denen der kleine Kurort am Fuße des Wendelsteins seit ein paar Wochen wieder zuverlässig und stetig neues Material lieferte.
7. September 2015
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Die symphatische Wiesn…

Seit einer Woche ist gefühlt ganz Rosenheim nebst Umland im Ausnahmezustand. Denn das Herbstfest findet statt. Gerade hat die „sympathische Wiesn“ ihr zweites Wochenende hinter sich und steuert auf ihren Endspurt zu. Die Fotos in den Zeitungen oder auf den sozialen Kanälen zeigen lachende Menschen in bunten Trachten, die vor dem Riesenrad posieren oder Maßkrüge schwenken. Lokalprominenz und -politiker, die in der Menge baden. Friede-Freude-Lebkuchen. Was die Bilder in der Regel nicht zeigen: besinnungslos Betrunkene, Schlägereien, grantige Gesichter, die um Biertische kämpfen, grantige Türsteher, die aus dem Bild der sympathischen Wiesn nicht mehr wegzudenken sind.
23. August 2015
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Ach Echelon…

Ach Echelon. Was war ich gespannt auf Dich. Obwohl’s Dich nun schon so lange gibt, habe ich Dich heuer das erste Mal besucht. Ich habe wilde Geschichten über Dich gehört. Du seist eins der letzten großen Untergrund-Electro-Festivals, das noch nicht dem EDM-Kommerz verfallen sei, hat es geheißen. Nicht dass ich etwas gegen Mainstream hätte, ganz im Gegenteil. Ich höre gerne melodische elektronische Tanzmusik. Und ich mag auch die gigantischen Bühnen eines Tomorrowlands oder Electric Love. Mit den ganzen Lichtspielerein und den Feuerfontänen.
9. Juli 2015
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Indigene Balzversuche

Vor ein paar Tagen, an einem besonders heißen Julinachmittag, habe ich mich zum Schreiben ins Jenbachtal zurückgezogen und mir an einem Wasserfall ein schönes Refugium eingerichtet. Es dauerte nicht lange und am anderen Ufer tauchten auf dem Wanderweg zwei Frauen auf. Genau konnte es von meiner Warte aus nicht beurteilen, aber mindestens eine der beiden schien jung und braungebrannt, sportlich und nur mit Hotpants und einem dünnen Leibchen bekleidet zu sein. Und ich habe sie schon gehört bevor ich sie überhaupt hatte sehen können, denn sie trug eine Gitarre, auf der sie beim dahinwandern spielte.
14. Juni 2015
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Die Grenzweltsaga

Die Grenzweltsaga (Arbeitstitel) ist mein neues Buchprojekt. Die Saga erzählt die Geschichte der Grenzwelt, einer Welt in der alle spirituellen Thesen, welche die Menschen je ersonnen haben, Naturgesetze sind. Einer Welt, in der Engel und Dämonen leben und allesamt ganz eigene Ziele und Pläne verfolgen. Und nicht alle sind den Menschen gewogen. Emanuel ist einer der beiden Protagonistin dieser Geschichte und gerät gleich zu Beginn zwischen die Fronten eines Krieges, dessen Auswirkungen auf die Menschheit er anfangs nicht einmal erahnen kann...
10. Juni 2015
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Nix los hier.

Bad Feilnbachs Herz schlug nicht nach dem Puls der Zeit. Seinen Venen fehlte eine sauber definierte Gegenwart, und so mäanderte es irgendwo zwischen Vergangenheit und Zukunft dahin, stets unentschlossen, ob nun Fort- oder Rückschritt die bessere Alternative war. Vielleicht lag genau in dieser Ambivalenz Bad Feilnbachs Charme verborgen. Von seinem Standort irgendwo zwischen München und Österreich, zwischen Kur und Gewerbe, Brauchtum und Wellness-Oase lauschte der kleine Ort den verlockenden Reizen der Zukunft, behielt aber vorsichtshalber immer mindestens einen Fuß in der Vergangenheit, deren fester Boden Sicherheit und Ruhe versprach.
28. Mai 2015
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Spirituell mit Hamster.

Ich lebe in einer Beziehung. Mit Leia. Leia hat schöne, rote Haare, ein paar Gramm zu viel auf den Rippen und immer kalte Füße. Sie verschläft den ganzen Tag, ich muss also kein schlechtes Gewissen haben wenn ich tagsüber arbeite und sie alleine lasse. Abends wacht sie auf, reckt und streckt sich erst einmal genüsslich und gähnt herzhaft. Und dann möchte sie Aufmerksamkeit. Sie ist so planbar, wie ein Hamster eben sein kann. Stellt keine Ansprüche, so lange immer genug zu fressen da ist und sie ihre Streicheleinheiten bekommt. Ich wusste bis dato nicht, dass Hamster auch kuscheln, Leia fordert das nachdrücklich ein, indem sie demonstrativ am Fenster ihres Terrariums hockt und mich mit ihren großen Knopfaugen anstiert. Ich kann mich unmöglich konzentrieren wenn sie das tut. Ich nehme sie dann heraus und wir schmusen. Ich wünschte, alle Frauen wären so einfach wie Leia. Und mit einfach meine ich in diesem Kontext einen Zustand der Klarheit: ich weiß genau was ich will. Und was mir zusteht.
1. Mai 2015
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Vietnam

Vietnam. Eine fixe Idee, in meiner Vorstellung das wildere Thailand. Mit Dschungeln, Flußdeltas, Reisfeldern, kanufahrenden Einheimischen mit konischen Strohhüten auf dem Kopf und Tempel voller Spiritualität und Wunder. Die Realität lacht über derartige Naivität und wenn ich doch eins auf meinen bisherigen Reisen durch Asien gelernt haben sollte: nichts ist dort so wie ich es mir erwartet habe. Nur anders. Same same but different. Weil ich in meinem Leben irgendwie immer wieder an einem Punkt angelange, von dem ich mir jedes Mal feierlich schwöre, dass ich dorthin nie wieder hin will, habe ich dieses mal immerhin den Mut und die nötige Konsequenz aufgebracht, um mich kurzzeitig aus dem Spiel zu nehmen. Das heißt in diesem Fall: 18 Tage Vietnam, ultraspontan, 5 Tage vor Abreise den Flug gebucht. Zusammen mit Fabrizio, dessen Seele die selben verschlungen Pfade wie die meine bewandert.
27. Mai 2014
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De roas so far.

Ausserdem gibt’s für mich keine schlechte Publicity, nur Publicity. Und in der öffentlichen Meinung geht es gefühlt schon lange nicht mehr um die bloße Existenz des Buches sondern eher darum, dass sich da jetzt endlich mal einer hinstellt und unsere Bigotterie öffentlich thematisiert. Wollte ich ursprünglich gar nicht. Gemessen an den mittlerweile unzähligen mündlichen und schriftlichen Beifallsbekundungen und Durchhalteparolen komme ich aus der Nummer aber wohl so schnell nicht mehr heraus. Das spiegelt sich auch in der nun doch schon beachtlichen Zahl an Medienbeiträgen zum Buch wieder. Sie sind mir, einschließlich der gefürchteten BILD, allesamt überraschend gewogen.
13. April 2014
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Der Tag danach.

Dieser Moment, als ich an meinem Tisch saß, um mich herum achtzig erwartungsvoll auf mich gerichtete Augenpaare, wissend, dass es jetzt definitiv zu spät für einen Rückzieher ist, verwundert spüren, wie gut sich das hier anfühlt, das letzte Mal Luft holen, unvergleichlich.
11. März 2014
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Die Legende von Fazilaq

Dies sind die Abenteuer des Citafen Fazilaq, einem bayrischem Krieger, der lieber ein Bauer sein möchte und auf dem Weg zu seiner Bestimmung spannende Abenteuer in einer bayrischen Sagenwelt erlebt.
11. März 2014
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Pocahontas mit Sport-BH

Unlängst war ich, völlig untypisch für mich, um halb neun Sonntag morgens nach einer halbdurchzechten Nacht im Studio. Verstörend, wie es da um diese Zeit, an einem Feiertag, schon zugeht. Wo ich mich noch müde und zerknautscht, nach Ausdünstungen der Nacht und zigarettenrauch-müffelnd in die Umkleide schleppe und mich in mein Sportzeuchs quäle, fliegen die Fitness-Junkies ein wie Bienen in ihren Stock und besteigen elanvoll das Übungsgerät. Ich entscheide mich für eins der Fahrräder von dem aus ich auf einem TV-Gerät kleinen Pinguinen dabei zuschauen kann, wie sie von albatross-ähnlichen Geiern gefressen werden und beginne, müde zu strampeln. Von meinem Platz habe ich direkte Einsicht auf eine Klimmzug-Station, an der sich aufgepumpte Muskelshirt-Träger stöhnend und mit anschließend bemüht lässigem Blick ihre bereits viel zu dicken Oberarme weiter aufblasen.
18. November 2013
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More deaf and blind.

Es ist schon gut Zeit vergangen seit meinem letzten Battlefield-Eintrag hier im Blog. Nun könnte man ja meinen, dass der Hype schon wieder verpufft ist, aber tatsächlich spiele ich immer noch. Mittlerweile sogar den Nachfolger. Ein paar der ehemaligen Kameraden sind zwar gefallen, dafür aber viele neue dazugekommen. Durchschnittlich zweimal pro Woche zieht abends das Deaf and Blind-Platoon in den virtuellen Krieg und wahrscheinlich ist das Phänomen für Außenstehende nach wie vor kaum zu greifen. Was finden erwachsene Männer, bei denen allein bei den DaBs zwei Drittel Familienväter sind, am abendlichen Geballere?
14. September 2013
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Bali

Wenn man sich Bali auf einer Landkarte ansieht, könnte man leicht dem Eindruck erliegen, das hier ja nun soviel nicht geboten sein kann. Theoretisch könnte man jeden Flecken dort binnen zwei Stunden Autofahrt erreichen. Praktisch braucht es das doppelte an Zeit, geschuldet ist das dem balinesischem Verkehr. Wo immer sich hier Menschen ansiedeln produzieren sie Staus. Oftmals wären wir zu Fuß sicherlich schneller gewesen als mit dem Auto. Ich bin viel mit dem Roller unterwegs gewesen und ich hatte ausreichend Zeit, Beobachtungen über den Verkehr aufzustellen. Zusammenfassen lassen sich diese in etwa so: es gibt keine richtigen Regeln.
5. September 2013
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Die Wiesn, man kennt das.

Man kennt das. Man sitzt, so gemütlich es eben geht, auf seiner Bierbank , während die 14jährigen Tweens hinter einem im rauschigen Tanz einen immer wieder ins Kreuz treten. Dabei sieht man sinnierend seinen Acht-Euro-Maßkrug an und versucht, sich möglichst nicht zu sehr der Vorstellung hinzugeben, wie viele Menschen den wohl schon hingebungsvoll mit dem weichrosarotem Fleisch der Innenseiten ihrer Lippen liebkost haben oder wie viele Darmbakterien von ungewaschenen Händen darauf Dynastien gegründet, die Republik erfunden und dann ins Verderben gestürzt sind und was von all dem die im Akkord arbeitenden Gläserspülmaschinen wegputzen konnten.
18. April 2013
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Chris Columbus

An einem Morgen im März 2012 lief bei mir Büro wie so oft Bayern 1. Ich habe da ein passives Hörverhalten entwickelt, sprich, die meiste Zeit konsumiere ich das Gedudel auf Durchzug. Diese angenehme Beiläufigkeit hat dann an jenem Morgen ein Lied unterbrochen, in dem ein Sänger namens Chris Columbus in bayrischer Mundart davon erzählte, was er eigentlich alles mit seinem Leben anstelle wolle, es aber einfach nicht tue.
12. April 2013
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Ein Schneeballsystem.

Dabei würde genau dort der Schlüssel liegen. In einem selbst. Unsere Umwelt ist nichts anderes als ein großer Spiegel, der uns unsere Emotionen, Gefühle und Gedanken solange zurückschleudert, bis wir begriffen haben, dass wir nur etwas verändern, wenn wir uns selbst ändern. Wer seine Spiegel hingegen zerdeppert, wird dahinter nur immer neue, noch größere Spiegel vorfinden. Leider scheint es um so vieles einfacher zu sein, Fehler und Verschulden im Außen zu suchen.
4. Februar 2013
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In Brasilien

Haben Sie's mitbekommen? Zur Zeit ist ja wieder dieser Fasching in Bayern. Falls Sie es nicht wussten, den können Sie hier auf zwei Arten begehen. Da wäre zum einen die gesittet-elitäre Variante: Sie besuchen einen der vorrangig in größeren Ballungszentren stattfindenden Bälle. Dort sitzen Sie dann mit meist gut situierten, älteren Herrschaften in strenger Abendgarderobe in einem Saal, sehen sich repetitive Gardeschauen mit den ewig gleich choreographierten Hupfdohlen an, pferchen sich zwischendrin auf die Tanzfläche und schieben sich im Foxschritt durch's Gedränge und betrinken sich anschließend mit Schampus.
3. Dezember 2012
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Christbäume VS. Weihnachtsbäume

Wir haben jetzt einen Christbaum auf dem Balkon. Anstelle der Lichterkette in den mit Tannenzweigen angefüllten Blumenkästen. Warum? Da gibt's zwei Antworten drauf, die eine lautet: der Nostalgie wegen, daheim hatten wir das früher auch immer, so einen Baum auf dem Balkon. Die zweite hat mit vorweihnachtlichen Gefühlen zu tun. Soll's ja auch bei gestand'nen Mannsbildern geben. Mit dem Baum taucht aber eine alte Frage von früher wieder auf. Nämlich die, wie das denn nun mit Brauchtum und Moral in Einklang gebracht werden kann, schon vor Heiligabend einen Christbaum zu haben, auch wenn der nur draußen steht und ausser der Lichterkette keinen Schmuck hat.
18. Oktober 2012
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Thailand

Wir sitzen am Meer im Schatten unter sich im Wind wiegender Mandelbäume. Das Meer plätschert träge Wellen an den schneeweißen Strand heran und strahlt türkis-blau in der Mittagssonne. Doch bis ich hier diese Zeilen schreiben kann, sollte es ein langer und aufregender Weg werden... Als wir am Mittwoch Abend um kurz vor 22 Uhr die Boing 747 der Thai-Airways mit Flugziel Bangkok besteigen, wussten wir noch nicht, dass unsere Ohren in den kommenden vier Tagen einer Dauerbelastung ausgesetzt und mindestens 72 Stunden nicht zur Ruhe kommen werden. Nach 10 Stunden Flug und nur wenig Schlaf, woran die wirklich opulente Filmauswahl an Bord nicht ganz unschuldig war, landeten wir gegen 13 Uhr Ortszeit in Bangkok. Es gibt ein paar Dinge, die stehen offensichtlich in keinem der Thailand-Führer.
19. September 2012
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Die Katze, die sich selbst gerettet hat.

Also entweder sind die Redakteure des Lokalteils im OVB schon so verdroßen ob dem Schmarrn, mit dem sie sich täglich rumplagen und ihn abdrucken müssen, oder, und das wäre die angenehme Option, dort sitzen Leute mit besonders schrägem Humor. Nachdem sie mir letzte Woche schon den reisserisch aufpolierten Artikel zu einem im Vergleich harmlosen Verkehrsunfall haben durchgehen lassen, wollte ich mit der Katzenrettungs-Story noch einen drauf setzen und siehe da, auch den veröffentlichen sie fast so, wie ich ihn eingesandt habe1. Vielleicht sollte ich doch nochmal die Geschichte mit den Riesenegeln aus dem Osterbach ‚rauskramen… - See more at: http://www.mardermolch.de/satire/die-katze-die-sich-selbst-gerettet-hat/#sthash.w6wmvBT3.dpuf
23. Juli 2012
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Dawn of the Milk

Die Handlung ist noch geheim, aber es wird der erste Heimat-Horrorfilm. In alpenländlicher Kulisse gelangen mutierte Milchviren in den Nahrungskreislauf und verseuchen ein ganzen Dorf, das dadurch zu willenlosen Untoten wird, welche sich gegenseitig aufessen. Eine kleine Gruppe Immuner schlägt sich durch und bekommt es mit den Zombies, als auch mutierten Kühen, Hühnern und Gebirgstrachtlern zu tun. Es kommt Gesellschaftskritik (Nahrungsmittelverschwendung), Nacktheit (gut für’s Geschäft), Splatter und Gespratzel (gut für die Zielgruppe) und vielleicht auch eine Liebesgeschichte drin vor (gut für die Frauenquote.). - See more at: http://www.mardermolch.de/satire/dawn-of-the-milk/#sthash.IdvRJiPr.dpuf
20. Juni 2012
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Sommer.

Und irgendwie fühlt er sich so klebrig und feucht, so schwül-heiß und unberechenbar an. Warum wachsen bei uns noch keine Palmen, durch die sich hysterisch kreischende Affen-Horden schwingen, weil der Kater sich einen Spaß daraus macht, ihnen aufzulauern und einen Heidenschrecken einzujagen? Während ich träge in der Hängematte döse, schwitzend, mir mit der zwei Tage alten Zeitung Luft zufächle und abwäge, ob ich den Rausch in Kauf nehme, wenn ich meinen, noch eisigen, Rum trinke solange er kalt ist. Oder ob ich dabei zusehe, wie sich die Eiswürfel in der Hitze langsam auflösen, den Geschmack des Rums verwässern und das Glas in meinen Händen warm wird.
4. März 2012
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Geschäftsidee #3: Der Web 2.0-Club

29. Februar 2012
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Beelzebock und der Liebeslindwurm

Der Beelzebock und der Liebeslindwurm sitzen bei einem Weißbier zusammen. Der Liebeslindwurm trägt ein geschmackloses grünes, lilagepunktetes Kleid mit Puffärmeln, der Beelzebock ist oberkörperfrei und seine Wampe hängt heraus. Sie sprechen in Mundart.
22. Februar 2012
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Schemen

Das Gefühl einer inneren Unruhe. Schwer zu lokalisieren, kaum einzugrenzen. Scheinbar grundlos zieht es sich wie eine Schlingpflanze um die Organe und drückt zu. Und als wäre mit den Schneeflocken die Melancholie zurückgekehrt, voller Hohn, den Frühling, der sich doch bereits angekündigt hatte, verspottend, liefern sich die Elemente einen Kampf auf Leben und Tod.
20. Februar 2012
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Wenn Schmetterlinge schreiben.

Wie unglaublich naiv ich doch war, als ich mich vor gut einem Jahr das erste mal hingesetzt habe und die ersten Zeilen meines ersten Romans in mein Notebook getippt habe. Ich dachte, ich könne das einfach so 'runterschreiben, ganz flockig, wie einen Blogeintrag oder eine Facebook-Status-Meldung.
17. Februar 2012
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Die putzige kleine Johanna

Die putzige kleine Johanna steht zitternd vor der Tür des Wirtshauses und zieht umständlich an ihrer Zigarette. Trotz dick gepolstertem Wintermantel friert sie erbärmlich und bereut es, nicht zum ersten Mal an diesem Abend, dass sie sich von ihren Freundinnen nach dem Faschingsumzug noch hat breitschlagen lassen, die gemütliche Couch gegen ein viel zu knappes Leoparden-Kleidchen mit süßen Ohren und mörderischen Highheels einzutauschen und hier im tiefsten Bayern, da wo Teile der Bevölkerung sicher noch mit Fellen bedeckt durch die Wälder schleichen, eine Faschingsparty zu besuchen.
9. Februar 2012
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Internetbarbaren wie wir.

Der Conan, das ist schon ein Hecht. Da steht die reinblütige, bestrapste und vollbusige Prinzessin vor ihm und er schmettert ihr erst den Spruch I live, I love, I slay. And I am content. entgegen, dann küsst er sie, dann begattet er sie. Nun ist der Spruch sicherlich der klägliche Versuch, der 2011er Neuverfilmung einen ähnlich markig-dämlichen Onliner, wie ihn Schwarzenegger einst mit Zu kämpfen mit dem Feind, ihn zu verfolgen und zu vernichten und sich zu erfreuen am Geschrei der Weiber! aufsagen hat dürfen, zu installieren. Ich habe keine Ahnung, wie I live, I love, I slay. And I am content. in der deutschen Version des Filmes übersetzt wurde, hoffentlich aber nicht mit Ich lebe, ich liebe, ich schlachte. Und ich bin zufrieden. - See more at: http://www.mardermolch.de/erkenntnisse/internetbarbaren-wie-wir/#fnref-5583-1
3. Februar 2012
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Überlegungen über Fußnägel.

Wäre Fernsehen real, würde ich mit meiner Traumfrau über das Rosenheimer Herbstfest reiten, vor dem Riesenrad halten, galant in die Hände klatschen, das Riesenrad damit erleuchten und das Mädel dann in einer der Kabinen vernaschen. Sie würde dabei Dessous wie Micaela Schäfer tragen, diese waffenschein-pflichtigen Dinger, die es in der Eis.de-Ramschabteilung gibt und außerdem würde sie ausschließlich nackt durch meine Wohnung laufen.
7. Dezember 2011
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Mardermolch’sches Institut zur Bekämpfung des Sprachverfalls

Ich bin, weiß Gott, kein Perfektionist. Meine Schmetterling-Mentalität lässt mich meist von einer metaphorischen Blüte zur nächsten hüpfen, dahin, wo es gerade am vielversprechendsten duftet und die buntesten Farben gedeihen. Ich liebe Chaos und Unordentlichkeit und die schönsten Projekte sind jene, die auf den letzten Drücker ihren erfolgreichen Abschluss finden. Es gibt allerdings einen Bereich, in dem ich eine mittlerweile nahezu krankhafte Akribie entwickelt habe: bei der Verwendung und Pflege der deutschen Sprache.
13. Oktober 2011
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Das nackte Mich im Zustand einer Regenbogenfarbe.

Wenn ich einmal viel Geld habe, dann kaufe ich mir eine Antilope. Ich werde ihr einen exotischen Namen geben, ihr eine Glocke um den Hals hängen und ihr beim Grasen zusehen. Ich errichte mir einen hohen Sitz im Garten, damit ich ihr unbemerkt beim Balzen zusehen kann. Dazu muss ich natürlich noch einen Antilopenbock kaufen. Der wird mich lieben, denn dank der Glocke, die die Antilopenkuh um den Hals trägt, kann sie sich vor dem Antilopenbock nicht verstecken und andersrum kann sich die Antilopenkuh nie an den Antilopenbock unbemerkt heranschleichen.
17. Juli 2011
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Sommer-Gartenfest-Anleitung

Sehen wir die gestrige Spanische Nacht einfach als Auftakt für eine schöne Serie an Sommer-Garten-Festen an. Grämt Euch nicht, wenn Ihr den Überblick über die Gästeliste verliert. Das macht es spannender. Und für jeden, der Euch absagt, werden sich mindestens zwei neue Gäste melden und am Ende habt Ihr ein wunderbar illustres Publikum auf Eurer Party und lernt tolle neue Menschen kennen.
29. Juni 2011
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Levitation, Versuch No. 1

Vor einigen Tagen entdeckte ich dank Herrn Kaliban eine wunderschöne Website, auf der eine junge Japanerin täglich ein Foto von sich beim Fliegen veröffentlicht. Das fasziniert mich ungemein und es brizzelte mich, das auch auszuprobieren. Nachbarn eingepackt, Model eingepackt, und ab gings in den Feilnbacher Kurpark, diese Fotos nachstellen. Kann ja nicht so schwer sein. Dachten wir. Nun, zumindest wissen wir nun, welche Methoden NICHT zum Ziel führen. Hüpfen zum Beispiel. Und es ist verdammt schwer, vor allem für einen Non-Techniker und Ungeduldshammel hinter der Kamera, wie ich es einer bin.
25. Juni 2011
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Nach dem Nachtflohmarkt…

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20. Juni 2011
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Die Bibel nach Biff

Und wie füllt man nun 33 Jahre des vielleicht berühmtesten Mannes aller Zeiten? Indem man der Frage nach geht, wie Jesus (oder Josua, wie er im Buch nach seinem jüdischem Namen genannt wird) zu seinen Lehren und zu seinem Wissen gekommen ist. Der kleine Josua kann zunächst nämlich nur tote Eidechsen wiederbeleben und glaubt, irgendwie der Sohn Gottes zu sein. Und weil er eben nicht weiß, wie man ein ordentlicher Heiland wird, und ihm diese Frage auch Raziel, der unfähige Erzengel, der mal eben 10 Jahre zu spät zur Verkündigung bei Josua vorbeischaut, nicht beantworten kann, beschließen Josua und Biff, die drei Weisen aus dem Morgenland zu fragen. Denn die mussten ja schließlich irgendeinen Grund gehabt haben, Klein-Jesus in seiner Krippe aufzusuchen.
16. Juni 2011
Wenn meine Schwester mal in den Urlaub fährt kriegt sie auch ein Viech mit, das sie dann überall knipsen muss. ;- )

Über das Begrüßen

Ich bin im Münchner Nachtleben mit Studien-Kommilitonen unterwegs. Eine dieser Touren durch die Stadt, von Kneipe zu Club und wieder in eine Kneipe, die wie selbstverständlich alle immer in der Milchbar enden. Es sind auch Mädchen dabei und zum Abschied reicht man sich die Hand, berührt mit seiner Wange die des Gegenübers, erst die eine Seite, dann die andere. Und küsst dabei die Luft. Bis heute habe ich mich noch nicht recht mit diesem Bussi-Bussi, der sogenannten Akkolade, anfreunden können. Immer wenn ich es tue, komme ich mir plump und ungelenk vor, als fehle mir die Leichtigkeit dieser südländischen Geste. Vielleicht reichen die italienischen Wurzeln doch nicht weit genug ins Jetzt.
15. Juni 2011
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Rettet die armen Satzzeichen!

Ich weiß nicht woher das Konfliktpotential der Generation Facebook im Umgang mit Satzzeichen herrührt. Ist deren Verwendung ähnlich einem evolutionärem Klotz am Bein bei der Entstehung des Mitmach-Internets auf der Strecke geblieben? Wurden die armen Satzzeichen denn aussortiert, weil ihre Anwendung überflüssig erscheint, sie zu viel fressen, zu wenig Milch geben? Auf der roten Liste steht das Komma, der Punkt, das Ausrufe- und die Fragezeichen, die Anführungs- und Bindestriche, das Semikolon und noch viele andere der kleinen Würstchen. Mir schmerzt jedenfalls stets die Seele, wenn die Wortvergewaltiger wieder am Werk waren und werde nicht müde, mich für die lieben kleinen Satzzeichen einzusetzen und ihren Arterhalt zu unterstützen.
7. Juni 2011
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Husqvarna, oder das Motorsägendrama.

Es gelingt noch ab und an, dass mich eine Facebook-Diskussion sprachlos macht. Ich ihr mit wachsendem Entsetzen folge, mich nicht losreissen kann von einem Schauspiel, das seinesgleichen lange und mühsam suchen muss. Jüngst geschehen im von mir so getauftem „Husqvarna, oder das Motorsägendrama“. Junge Kerle aus dem Voralpenland in einer nicht näher genannten Gemeinde am Fuße des Wendelsteins diskutieren enthemmt und satzzeichenbefreit über die Vorzüge einer Motorsäge. Ich möchte das Spektakel hier nun unkommentiert als Lückenbüßer präsentieren. Vorhang auf.
22. Mai 2011
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Die Hamstors

In Ihrer neo-anarchischen Fernsehschau Circus Halligalli, dieser geisterscheidende Edelproll-Satire, haben Joko und Klaas das Rangeln erfunden. Erwachsene Menschen ringen dabei im Spaß und zu jeder ungünstigen Gelegenheit miteinander. Aber nichts davon ist auch nur ansatzweise so erheiternd, wie zwei dsungarische Zwerghamster beim Rangeln zu beobachten. Darin ist dann meist Chewbacca (den ICH benennen durfte und der so heißt wie es da geschrieben steht! Ha!) verwickelt, der quietschend und pfeifend auf dem Rücken liegt und sich von einem seiner beiden Brüder, dem Rocky oder dem Tarzan, berangeln lässt. Und weil sich schon beim Schreiben dieser Zeilen meine Nackenhaare aufstellen weil ich genau weiß, wie die sexuellen Spürnasen mancher Leser gerade ausgefahren worden sind: nein, die tun das völlig ohne Einsatz von Geschlechtsorganen, die wollen einfach nur spielen.
10. Mai 2011
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Exmatrikulation

Ich war heute für meine Begriffe unmenschlich früh in München, um mich von meiner Universität gängeln zu lassen. Auf dem Weg dort hin hatte ich ausreichend Gelegenheit, den Berufsverkehr zu beobachten. In den Blechlawinen, die sich im Kriechtempo von roter Ampel zu roter Ampel schieben, sitzen finster dreinschauende Menschen. Sie glotzen vor sich hin, abwechselnd grimmig, traurig und genervt. Sollte dieses Land irgendwann einmal vor die Hunde gehen, vielleicht lag es dann daran, dass hier scheinbar keiner Bock auf das, wofür er jeden Tag aufsteht, hat.
28. April 2011
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Wundersame Geschichten aus dem Reich der Mitte, Teil 6

Wann immer es ging, wanderte ich auf meinen Reisen durch das Land der Mitte am Meer vorbei. Ich mochte den salzigen Geruch in der Nase und die Brise auf der Haut und mich ergriff stets eine Wehmut, wenn ich beim Wandern hinaus auf die tanzenden Wellen blickte. Es heißt so oft, man müsse gegen denn Strom schwimmen um an die Quelle zu gelangen. Aber wollen wir am Ende nich doch alle nur ans Meer?
26. April 2011
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Vom Sein und dessen Subsistenz.

Ich habe heute eine Ameise gerettet. Die krabbelte über meine Tatstatur und inspizierte ein paar ihr offenbar interessant erscheinende Winkel meines Schreibtisches. Schließlich wurde es mir zu bunt, ich habe sie auf ein Blatt Papier gesetzt und auf's Fenstersims ausquartiert. Von da aus ging ihre Entdeckungstour dann weiter, ich wünschte ihr im Stillen eine gute Reise.
4. April 2011
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Von Fröschen und Molchen

Bei uns im Garten gibt es einen kleinen Teich, in dem sitzt ein Frosch und quakt sich seit Tagen die Seele aus dem Leib. All die anderen Frösche im größeren Weiher nebenan haben längst schon abgelaicht und die Sonne der vergangenen Tage hat die kleinen Kaulquappen schlüpfen lassen, die jetzt nach und nach von den Goldfischen dezimiert werden. Aber der Frosch im kleinen Teich hat noch keine Partnerin gefunden. Trotzdem hält er an seiner Strategie fest, stoisch vor sich hin zu quaken, bis sich ein Weibchen die Ehre gibt und er endlich zum Zug kommt. Eigentlich macht er es sich schon leicht, der kleine Frosch.
1. April 2011
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Wundersame Geschichten aus dem Reich der Mitte, Teil 4

Manchmal führte mich meine Reise durch das Reich der Mitte durch ausgedehnte Steppen. Ich will nicht sagen, dass es sich hier um Wüsten gehandelt hat, das wäre den Wüsten gegenüber nicht fair gewesen. Denn gegen jene Steppen, wie ich sie durchschritten habe, mutet eine Wüste an wie der nette Onkel von gegenüber, der manchmal mit Milch und Keksen vorbei kam und diese komischen Geschichten erzählt hat.
24. März 2011
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Wundersame Geschichten aus dem Reich der Mitte, Teil 3

Manchmal erlebte ich auf meinen Reisen so viele wundersame Dinge, das sich mir nachts, wenn ich eingemummelt in meinem weichen Seidenschlafsack lag*, kein rechter Schlaf einstellen wollte. Dann wälzte ich mich umher, lauschte den Geräuschen der Nacht und durchlebte alle meine Abenteuer von neuem. Allerdings ohne zu schlafen. Am darauffolgendem Tage war ich dann meist unglaublich müde und wollte gar nicht recht vorankommen. Da beschloss ich, einfach nicht mehr zu schlafen. Und allein der Gedanke, den Schlaf zu besiegen, beflügelte mich derart, dass ich los hüpfte wie ein frischgeborenes Fohlen auf der Weide und tatsächlich, am ersten Tag und in der ersten Nacht kam ich außerordentlich gut voran. Auch am zweiten Tag tat sich, abgesehen von einem merkwürdigem Zucken meines linken Augenlids, noch wenig. Nachts hielt ich nur zum Verrichten der Notdurft und zur Einnahme meiner köstlichen Jausen**, sonst schritt ich forsch voran.
20. März 2011
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Wundersame Geschichten aus dem Reich der Mitte, Teil 2

Meine Wanderung führten mich durch fruchtige Landschaften, vorbei an friedlich in der Sonne glitzernden, glasklaren und eiskalten Seen, an Tempeln voller erlesener Kunst, durch Dörfer herzlichster Gastfreundschaft. Ich war eine Zeit lang gewandert und gelangte auf der Suche nach Rast und Erfrischung ans Ufer eines kleinen Teiches mitten in einem Kirschbaum-Hain. Eine sanfte Brise zupfte neckisch an den rosaroten Kleidern der Bäume und rang ihr so manche Blüte ab, die sie dann sogleich zu lustigen Tänzen durch die warme Luft verführte.
17. März 2011
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Das lächerliche Schwanen-Prinzip

Was die Therapie betrifft: Natürlich ist jeder Beitrag in gewisserweise ein Spiegel meines aktuellen Gemütszustands. Anders ginge das auch gar nicht, ich müsste sonst wohl völlig emotionslos sein. Doch ich habe gelernt, die kleinen Botschaften und Anspielungen zu chiffrieren und man müsste mich schon sehr gut kennen, um beisielsweise verlässlich deuten zu können, was mich zu Geschichten wie dem China-Reisebericht veranlässt. Auch wenn ich mir das wohl nur zu sehr wünschte, dass eines Tages eine(r) aus dem Sonnenuntergang geritten kommt, mich liest und in mir liest wie in einem Buch. Manch eine(r) ist dem schon recht nahe gekommen, geschafft hat’s schlussendlich noch keine(r).
16. März 2011
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Wundersame Geschichten aus dem Reich der Mitte, Teil 1

Ich wanderte unlängst einst durch ein wunderschönes chinesisches Tal, jenes, durch das der Sing-Tse-Fluß sich ein gemütliches Bett geschlängelt hatte. Leuchtend grüne Frösche und feuerrote Lurche sonnten sich auf den dunklen Steinen, ich hatte die Schuhe ausgezogen und spürte das saftig feuchte Gras unter den Füßen. Ich hielt gerade Ausschau nach einem geeignetem Rastplatz um eine spätmorgendliche Jause zu mir zu nehmen, als plötzlich ein markerschütterndes, schrecklich anzuhörendes Brüllen die Idylle zerriss.
9. März 2011
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Dolce Gusto oder wie ich den Feind in meiner Küche zu lieben lernte.

Eines dieser Vermächtnisse aus gemeinsam geplanter Zweisamkeit ist meine Kapsel-Kaffemaschine. Wir hatten noch nicht einmal eine Glaskochplatte, dafür aber schon die Dolce [Doltsche] Gusto. Circolo. Wegen der Form. Ich wollte immer die Ente, möglichst in rot, aber die Verflossene bestand auf das andere Modell, weil es angeblich besser aussieht. Und braun, sie musste unbedingt WEISS-BRAUN sein, die einzige Farbe, die es zu jener Zeit im ganzen verfluchten Internet-Kaufhaus nicht gab. Zumindest zu annehmbaren Lieferzeiten. Ich wurde also rausgeschickt, um im Media Markt unseres Vertrauen dieses verflixte Teil einzutüten und in die Höhle zu schleppen. Selbstredend, dass WEISS-BRAUN 40 Euro mehr gekostet hat als SCHWARZ bei Amazon, geschweige denn der roten Ente. Aber es war Liebe und der Frieden wertvoll und die Kreditkarte 5 Minuten später knappe 150 € leichter.
1. März 2011
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Der Reiher und der Sinn des Lebens

Auf der feuchten Wiese, im Nebel, da stand ein Reiher. Unschlüssig war er, wusste nicht recht, was er in diesem Moment, im Nebel, in der feuchten Wiese, ein Bein an den Körper gepresst, auf dem anderem im nassen Gras stehend, mit sich und der Welt im Allgemeinen anfangen sollte. Da kam ein großer, grüner und ziemlich glitschiger Frosch des Weges gehüpft. Er kreuzte direkt den Weg des würdevollen Vogels, hockte sich zur Verblüffung des Reihers vor diesen, quakte herzhaft, es war ein besonders schönes und lautes Quaken, das kann ich Euch sagen, und es ergab sich folgendes Gespräch: „ Du, Herr Reiher, weißt Du denn, was der Sinn unserer Existenz ist? Das beschäftigt mich.“
11. Februar 2011
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Multikulturelle Erfahrungen im Spinnradl

Was kommt dabei heraus wenn ein Türke, ein Bosnier, ein Franzose, ein Italiener und ein Bayer Donnerstag abend im Spinnradl aufschlagen? Genau. Der größte anzunehmende Wahnsinn. Nun, ich möchte an dieser Stelle ausnahmsweise nur als Geschichtenerzähler auftreten und berichten, was sich da ereignet hat. Alle Figuren dieser Geschichte sind natürlich frei erfunden, Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen sind nicht zufällig und die Welt ist eine Scheibe.
1. Februar 2011
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Der Falzmentol

16. Januar 2011
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Kupplerball 2011

Ich habs ja schon öfters gefordert. Der Fasching gehört in den Sommer. Damit man, wenn man kostümiert das Haus verlässt, nicht zunächst überlegen muss, ob man einen Mantel mitnimmt, oder einfach soviel säuft, dass sich das Kältegefühl gar nicht erst einstellt. Damit die Damen im hochhackigem Schuhwerk auf dem schlammigem Parkplatz nicht versumpfen. Und prinzipiell weniger anziehen. Aber gut.
16. Dezember 2010
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Ballerspielkunst

Vor fast einem Jahr, als Battlefield 3 herauskam, entdeckte ich in der Singleplayer-Kampagne in der Mission 'Conrades' zwei Gemälde an der Wand...
9. Dezember 2010
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Schwitzende Schweizer

Es begab sich zu einer Zeit, vor kurzem so, da kam der Andi über verschiedene Zufälle an ein Paar Karten für das Schwammerl-Liga Bayern-Spiel FC Bayern gegen FC Basel. Das gefiel ihm zwar nicht besonders, Fußball war ihm seit jeher suspekt, aber nicht mal eine durchwachte Nacht am Steuer des Porzellan-Busses vor dem großen Tag konnte verhindern, dass er am 8. Dezember die Reise gen München zusammen mit seiner vor Freude zappelnden Schwester angetreten ist.
5. Dezember 2010
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Letzter Halt: Erdgeschoss.

Nein, gut ist eigentlich nichts, aber vielleicht sollten wir, derzeit im speziellen ich, das Leben einfach ein wenig sportlicher nehmen. Und als ich mich dabei ertappt habe, in einige alte, mittlerweile eigentlich von mir verpönten, Denkweisen zurück zu fallen, haue ich hiermit die metaphorische Handbremse rein bevor ich den Kopf in den Schnee zu stecke und hoffe, dass er festfriert. Und der alte Murphy ist eben ein ziemlicher Arsch, weil er seine dummen Gesetze nicht für sich behalten konnte und sie zu allem Überfluss auch noch meistens stimmen.
24. Oktober 2010
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Nestwärme

Lerne wieder, mit dem Herzen zu denken und mit dem Verstand zu fühlen, rät mir mein Lieblings-Guru heute morgen. Es fällt mir im Moment beides schwer, denn mich friert‘s.
8. Oktober 2010
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Parkende Politiker

Da kommt also der Söder auf den Apfelmarkt nach Bad Feilnbach und eröffnet die Schau, und der ganze Lokal-Prominenz-Politiker-Presse-Pulk feiert sich selbst und Ringelpitz mit Anfassen. Was mir nicht in den Kopf will: Warum muss man als Parkplazdienst-schiebender Feuerwehrler sich hierbei eigentlich dauernd die Beschwerden und das Fordern nach besseren Parkplätzen anhören?
30. September 2010
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…und alle drücken sich.

27. September 2010
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Die Horror Nights 2011 und der Abstecher in den Europapark

Das Fazit fällt ähnlich aus wie beim letzten Mal. Die Horror Nights sind eine feine Abwechslung zum üblichem Wirhabenunsalleganzdolllieb-Alltag der Vergnügungsparks, macht ordentlich Spaß und unterhält weitestgehend prima, all das könnte (und sollte) aber noch konsequenter umgesetzt werden. Ob die Veranstalter das nicht können (mangelnde Ideen, mangelndes Budget) oder dürfen (um nicht zu sehr vom Mainstream abzuweichen), bleibt unklar, fest steht nur, solche Horror-Veranstaltungen sind keine Erfindung des Europaparks, das gibt es schon lange und erfolgreich in den Staaten und auch Deutschland hat mittlerweile einige gute Vertreter. Vielleicht sollten wir im nächsten Jahr einen Abstecher nach Bottrop in deren Halloween Horrorfest machen, das soll gerüchteweise sogar besser als die Horror Nights sein.
28. August 2010
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Haarkur

„Viele Haare grau!“ nuschelt die rundliche Friseuse mittleren Alters, während sie mir mit der Schermaschine im Haar herum fuhrwerkt. Kleine Schweißperlen glitzern auf meiner Stirn, es ist brütend heiß, trotz angestrengt brummender Klimaanlage, und links und recht von mir rieseln sanft dunkle und beunruhigend viele weiße Härchen herab. Manche von ihnen werden von den Schweißtröpfchen eingefangen und kleben unangenehm juckend auf meiner Haut.
7. August 2010

Feilnbach tanzt nicht mehr für Bayern 3

Mittlerweile ist es knapp drei Wochen her, dass der Florian, frisch gebackener Kurdirektor und Tischfußball- Lokalmatador, an mich herangetreten ist und gefragt hat, ob ich dabei […]
11. Juni 2010
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Feste Feuern

Feuerwehrfeste sind immer wieder eine zweischneidige Sache. Einerseits kann ich mich da nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, immerhin bin ich selbst Vize-Vorstand eines Feuerwehrvereins, […]
12. April 2010

Freunde wie wir.

Der deutsche Zoll und ich, wir pflegen eine heitere Beziehung. Und die geht so. Ich bestelle sporadisch was bei Online-Händlern, die keine Lust haben, Einfuhrsteuern zu […]
29. März 2010

Der heimische Gartenteich

Der Teich ist das Objekt im heimischen Garten, für das ich am meisten Begeisterung aufbringen kann. Letztes Jahr hab ich ihn komplett ausgeräumt, den Fischbesatz halbiert […]
22. Februar 2010
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Wir sind Sissi

Mit der Titelgeschichte im heutigen Regionalteil des Mangfallboten ist für mich der vorläufige Höhepunkt des Sissi-Hypes erreicht. Wenn heute Abend das Finale der RTL-Show Der Bachelor […]
2. Januar 2010
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Deaf and Blind

Achtung, der folgende Beitrag kann Spuren von Nerdtum enthalten. Sergant Major Mardermolch pflügt mit seinem T90A, einem mühevoll hochgezüchtetem russischem Panzer, den schlecht befestigten Weg zur […]
18. März 2009

Happy Apokalypse oder. Wenn 2012 die Welt untergeht.

Im November startet Roland Emmerichs neuer Film 2012. Der Teaser, der schon seit einiger Zeit durchs Internet schwirrt, stellt die Frage: How would the governments of […]
23. März 2007
frosch

Die Riesenegel aus dem Osterbach

Als ich gestern spätabends noch den Fernseher eingeschaltet habe, bin ich bei einer interessanten Dokumentation hängen geblieben. Darin ging es um Blutegel. Nun, Tierfilme fand ich […]
15. September 2006
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Der Single-Höhlenmensch

Manchmal sitze ich vor meinem Rechner, mit Bergen von Arbeit und glotze nur doof vor mich hin. Ich ertappe mich dabei wie in meinen Gedanken Filme […]
31. August 2005
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Sri Lanka – Inside Buddhism (English)

The International Meditation and Dhamma Study Centre Rockhill Hermitage in Wiegirikanda didn’t look at all as i imagined myself what a monastery would be. There where no banks and beds made of stone, no praying monks in silence, it was neither dry nor waste. The Rockhill slumbered on a hill in the middle of a jungle somewhere in the nowhere. And this jungle was pretty succesfull in slowly taking back everything, the humans took from him in long, hard work. Fighting for the monastery: an old, lazy gardener without any teeth, who really didn’t want to overwork himself in his old days. On side of the jungle: fast growing plants, humility, heat, a lot of insects like ants, spiders and mosquitos, caterpillars, worms, leaches, butterflies, birds, monkeys, martens, squirles and pigs. And endless time and patience.
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